Forderung der Linken Wochenend-Feiertage sollen nachgeholt werden

Fallen Feiertage auf einen Samstag oder Sonntag, haben Arbeitnehmer bislang Pech: Der zusätzliche freie Tag ist futsch. Die Linke will das nun ändern.

Biergarten in München (Archivbild)
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Biergarten in München (Archivbild)


Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, sollen in der darauffolgenden Arbeitswoche nachgeholt werden. Das fordert die Linksfraktion im Bundestag von der Bundesregierung. Betroffen wären die fünf bundesweiten Feiertage, die immer auf ein bestimmtes Datum fallen, wie der Tag der Arbeit am 1. Mai, der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober oder der 1. Weihnachtstag am 25. Dezember.

Für Feiertage, die ohnehin immer auf ein Wochenende fallen, soll es dagegen keinen Ausgleich geben. Das betrifft beispielsweise auch den bevorstehenden Pfingstsonntag. "Die derzeitigen Feiertagsregelungen führen dazu, dass Arbeitnehmer regelmäßig unterschiedliche Ansprüche auf gesetzlich geschützte Freizeit haben", heißt es im Antrag der Linken. Dabei dienten Feiertage heutzutage vor allem der Erholung.

2018 ist dabei ein arbeitnehmerfreundliches Jahr: Außergewöhnlich viele bundesweite Feiertage fallen auf einen Werktag - und nicht auf ein Wochenende. 2020 werden Arbeitnehmern dagegen gleich zwei Feiertage fehlen, weil der Tag der Deutschen Einheit und der 2. Weihnachtstag auf einen Samstag fallen. Der Reformationstag, der in einigen Bundesländern ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag ist, fällt in zwei Jahren ebenfalls auf einen Samstag.

In anderen Ländern sei es bereits üblich, dass Feiertage in der Woche nachgeholt werden, monieren die Linken. In Spanien und Großbritannien fallen sie beispielsweise auf einen Montag. In Belgien und Luxemburg können die Unternehmen einen Werktag als Ersatz bestimmen. Laut der Linken gibt es in mehr als 85 Ländern Kompensationsregelungen für Feiertage, die auf einen Sonntag fallen.

Immer wieder wird in Deutschland über gesetzliche Feiertage gestritten, weil diese ungerecht verteilt sind. So haben einige Bundesländer nur neun Feiertage - Bayern hat hingegen beispielsweise 13, Baden-Württemberg 12. Hamburg, Niedersachsen und Bremen haben deshalb nachgelegt und sich für den Reformationstag als zusätzlichen Feiertag ausgesprochen. Auch Berliner sollen einen Extra-Feiertag bekommen. Derzeit wird noch nach dem passenden Datum gesucht.

koe

insgesamt 40 Beiträge
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le.toubib 18.05.2018
1. Meine Meinung ich rein berufsbedingt.
Aber ich als Arzt hatte lieber einen normalen Arbeitstag (12+X Stunden) als einen "Feiertags"dienst, also 36+X Stunden am Stück im Spital, 24 Stunden Dienst gefolgt von einem normalen Arbeitstag ohne jegliche Pause dazwischen! War beim Sonntagsdienst schon schlimm genug ...
tom1970 18.05.2018
2. Wenn man keine Themen mehr findet, dann nimmt man dieses...
Dieses Thema fällt unter "Diskussionen, die niemand braucht". Wenn die Linke nun wirklich kein sinnvolles Thema mehr findet, fordert sie einfach mehr freie Tage. Und, dies wo in zahlreichen Branchen vom Personenverkehr über Gastronomie, Tourismus bis zum Gesundheitswesen ein Feiertag sowieso keine willkommene Erholung bietet, sondern einfach nur Mehrarbeit bedeutet. Die Deutschen haben sowieso schon recht großzügigen Urlaub. Der US-Amerikaner mit ungefähr 10 Urlaubstagen im Jahr darf sich gerne wünschen, dass Feiertage in der Woche stattfinden. Wir haben realistisch betrachtet genügend frei. Aber natürlich darf man sich mehr wünschen: mehr Feiertage, mehr Urlaub, mehr Geld und am liebsten ein bedingungsloses Einkommen um sich mal ungestört von so etwas Ärgerlichem wie Arbeit gesellschaftlich engagieren zu können. Und bezahlen sollen immer die anderen.
Tostan 18.05.2018
3. Überschrift
"Für Feiertage, die ohnehin immer auf ein Wochenende fallen, soll es dagegen keinen Ausgleich geben. Das betrifft beispielsweise auch den bevorstehenden Pfingstsonntag. " Oster- und Pfingstsonntag sind außerhalb von Brandenburg keine gesetzlichen Feiertage.
palla-manfred 18.05.2018
4. Ohne Kirchensteuer kein Anspruch auf kirchlichen Frei-Tag ...
wäre meine Logik ;-) - oder aber man nimmt die jetzige Anzahl und macht bei drohenden UN-Wetter-Lagen landes- oder bundesweit "HeimArbeit" mit entsprechenden Not-Diensten ?!?
Planquadrat 18.05.2018
5. DIe LINKE
lebt immer noch im verstorbenen Sozialismus und fern der Realität. Alleine im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit ein ziemlich seltsamer Vorschlag. Aber so sind sie eben, die linken Träumerle, die es noch nie geschafft haben ein Land wirtschaftlich erfolgreich zu machen, sondern immer nur das Gegenteil erreicht haben. Ganz egal wohin man schaut. Scheinbar gibt es auch sonst keine Probleme in diesem Land und in diesen Zeiten.
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