Gesucht - gefunden Was Sie googeln müssen, damit Google Ihnen einen Job anbietet

Erwischt! Google hat die Augen überall. Ein junger Mathematiker suchte dort nur Infos zu einer Programmiersprache - und fand einen Job. Der Suchgigant setzt offenbar auf eine ganz eigene Art der Rekrutierung.

  Google liest mit: Erst Suche, dann überraschendes Job-Angebot
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Google liest mit: Erst Suche, dann überraschendes Job-Angebot

Von Lukas Schürmann


Eigentlich wollte Max Rosett bloß Funktionen der Programmiersprache Python finden. Daraus wurde viel mehr - Google bot dem jungen Mathematiker eine Stelle an.

"Eines Morgens habe ich, während ich an einem Projekt arbeitete, 'python lambda function list comprehension' bei Google eingetippt", beschreibt der Programmierer die Situation auf TheHustle, einer Webseite für junge Unternehmer. Auf einmal seien die Suchergebnisse aufgeplatzt und hätten sich zurückgefaltet, um einen Kasten zu enthüllen, in dem stand:

"Du sprichst unsere Sprache. Lust auf eine Herausforderung?"

Er habe kurz gestutzt, dann aber auf "Ich spiele mit" geklickt. Daraufhin wurde Rosett zu "Foobar" geleitet, einem Test, den Google zum Rekrutieren von Programmierern einsetzt.

Doch nicht alle machen bei dieser überraschenden Art der Mitarbeiter-Rekrutierung mit. Blogger Jacopo Notarstefano zum Beispiel stieß ebenfalls über eine Suche nach der Programmiersprache Python auf Foobar. "Ich finde es immer furchtbar niedlich, wenn Google so tut, als wisse es meinen Namen oder meine Mail-Adresse nicht", schreibt der IT-Student auf seinem Blog. Deshalb habe er seine Daten dort nicht eingetragen.

"Rätsel machen Spaß. Sucht weiter."

Bis Google nach Kontaktdaten fragt, dauert es allerdings eine Weile. Max Rosett hatte zunächst eine Programmieraufgabe auf dem Bildschirm, die er in 48 Stunden lösen sollte. Er habe aber nur "ein paar Stunden" dafür gebraucht, schrieb er.

In den folgenden zwei Wochen löste er weitere Rätsel und konnte nach der sechsten Lösung schließlich seine Kontaktinformationen eintippen. Ein paar Tage später bat ein Recruiter Max Rosett um seinen Lebenslauf; in der Google-Zentrale im kalifornischen Mountain View löste er anschließend einige weitere Aufgaben an einer Tafel. "In Googles Büros war ich zum ersten Mal sicher, dass ich nicht auf einen ausgeklügelten Streich hereingefallen bin."

Inzwischen ist Yale-Absolvent Rosett Programmierer bei Google. Der Suchriese selbst möchte nicht direkt bestätigen, dass es sich bei Foobar um ein Recruiting-Tool handelt - auf eine Anfrage der Tech-Website Recode reagierte der IT-Konzern vielmehr selbst mit einem Rätsel. Als Antwort auf eine entsprechende Anfrage habe Googles Sprecher ihm dies geschickt, schreibt Journalist Mark Bergen:

\u0050\u0075\u007a\u007a\u006c\u0065\u0073\u0020\ u0061\u0072\u0065\u0020\u0066\u0075\u006e\u002e\ u0020\u0053\u0065\u0061\ u0072\u0063\u0068\u0020\u006f\u006e\u002e

Die Übersetzung des Geschreibsels (nicht aus der Programmiersprache Python, sondern aus Hex) lasse sich durchaus als Bestätigung verstehen: "Rätsel machen Spaß. Sucht weiter."

Lukas Schürmann ist Redakteur bei manager magazin online.

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
hwdtrier 04.09.2015
1. Klasse Idee
Da werden die guten aussortiert ohne dass die Schlechteren einen schalen Nachgeschmack haben. Und vor allem ohne das außerberufliche Fakten mitspielen ( Geschlecht, Rasse etc)
hallo_welt 04.09.2015
2. Clever
Clever von google, mehr kann man da eigentlich nicht zu sagen. Da machen sich viele Datenmäßig unbewusst nackig und google kann die Besten rausfiltern, bzw. die Dödel und Hochstapler aussortieren. Leider muss man dann beim Bewerbungsgespräch ehrlich sein, Lügen würden sofort festgestellt werden, also auf jedenfall grundsätlich ungünstig für alle Bewerber(;
denkdochmalmit 04.09.2015
3. Überwachung
Na, dann möchte ich ja nicht wissen beim sonst so alles "Kästchen aufpoppen" wenn man was anderes bestimmtes sucht...
kevinschmied704 04.09.2015
4. das is wohl ein witz?
mein tracking schutz wird bleiben. und so etwas sehe ich eher kritisch...
antabakaet 04.09.2015
5.
"Puzzles u0061re fun. u0020Sea u0072ch on." Ein Rätsel? Der Journalist hat offenbar ein Mailprogramm, welches kein UNICODE kann. u0061 ist ein "a" u0020 ist ein Leerzeichen u0072 ist ein "r" Und den einfachen Satz "Puzzles are fun. Search on." als "Rätsel" zu bezeichnen, ist ziemlich peinlich.
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