Gedächtnistraining Schlauer werden per Telefon

Verflixt! Wie heißt noch mal der Kollege im Controlling? Das Gedächtnis lässt uns manchmal im Stich und Gehirnjogging ändert daran kaum etwas. Besser ist komplexes Denken. Versuchen Sie das ganzheitliche Training von SPIEGEL CLASSIC.

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Viele Menschen versuchen, ihrer Merkfähigkeit mit Gehirnjogging aller Art auf die Sprünge zu helfen. "Es hat sich allerdings herausgestellt, dass Knobelaufgaben das Gedächtnis nicht nennenswert trainieren", sagt der Kognitionspsychologe Hans Markowitsch. Denn das Gedächtnis ist komplex. Und unsere Merkfähigkeit trainieren wir vor allem dann, wenn wir unser Gehirn zu anspruchsvollen Vernetzungsleistungen herausfordern.

Das heißt aber nicht, dass die Aufgaben für die grauen Zellen schwerer sein müssen als die üblichen Kreuzworträtsel oder Sudokus. Im Gegenteil, komplexes Denken schulen wir vor allem in einem aktiven Alltag: im Kontakt mit anderen, beim Arbeiten, beim Lernen oder sogar beim Sport.

Wie das geht, lernen Sie in unserem Acht-Wochen-Training für ein besseres Gedächtnis. Wöchentlich bekommen Sie einfache, aber effektive Aufgaben, mit denen Sie in Ihrem Alltag ganz konkret Merkfähigkeit und Gedächtnisleistung verbessern können. Hier kommt Teil 1:

Kontakte aktivieren: Hallo, wie geht's?

Wer sein Gedächtnis im Alltag mit wenig Aufwand effektiv trainieren will, kann an einem elementaren Punkt ansetzen: seinen sozialen Kontakten. Kognitionswissenschaftler und Gerontologen sind sich einig, dass nichts die grauen Zellen so auf Touren bringt wie ein aufmerksames Gespräch mit einem Freund oder Nachbarn, ein Telefonat mit Familienangehörigen oder alten Bekannten. Sozialer Kontakt wirkt dabei auf zwei Arten: Zum einen hebt er die Stimmung und wirkt so auf Umwegen positiv aufs Gehirn. Zum anderen ist eine Unterhaltung mit anderen eine komplexe kognitive Leistung. Wir unterschätzen das häufig.

Die Trainingsaufgaben, die wir Ihnen in dieser Woche stellen, setzen deshalb im sozialen Alltag an. Sie fördern gezielt einen aufmerksamen Kontakt mit anderen. Sie können zwischen einer Aufgabe für "Anfänger" und einer für "Fortgeschrittene" wählen - entscheiden Sie selbst, ob Sie in Sachen Kommunikation eher zu den Zurückgenommenen oder zu den Könnern gehören.

Wichtig: Die Trainingseinheiten der nächsten Wochen betreffen sehr unterschiedliche Lebensbereiche. Falls Sie Kontaktmuffel sind, verzagen Sie nicht. Es wird noch andere Aufgabenschwerpunkte geben, die Ihnen vermutlich mehr liegen. Dennoch: Probieren Sie diese Woche Ihr Glück mit mehr Kommunikation. Und falls Sie ein Kontakt-As sind, betrachten Sie diese Übung als leichten Einstieg ins Thema. Also los:

Für Anfänger: drei Anrufe machen.

Telefonate mit Freunden und Bekannten erfordern komplexe Kognitionsleistungen. Geben Sie sich einen Ruck und rufen Sie im Laufe dieser Woche drei Bekannte oder Freunde an, die Sie schon länger sprechen wollten. Machen Sie am besten eine Liste mit fünf Namen und suchen Sie dann spontan aus, auf welches Gespräch Sie Lust haben. Vorsicht: Der erste Anruf ist manchmal schwer, gerade, wenn man sich ein paar Wochen oder Monate nicht gesprochen hat. Also: Melden Sie sich kurz, plaudern Sie fünf bis zehn Minuten darüber, was es Neues gibt, oder verabreden Sie sich per Telefon. Wichtig: SMS und andere Arten der virtuellen Kommunikation sind bei diesen drei "Kontaktaufnahmen" nicht erlaubt. Sie haben keinen aktiven Trainings-Effekt fürs Gedächtnis. Und: Wenn Sie nicht zu den Menschen gehören, die ungern länger als eine Minute telefonieren, probieren Sie lieber die Aufgabe für Fortgeschrittene.

Für Fortgeschrittene: Aktiv zuhören und Fragen stellen.

Im Alltag machen wir viel Small-Talk, tauschen Floskeln übers Wetter, die Arbeit, die Familie aus. Führen Sie in dieser Woche eine Unterhaltung mit einer Person aus dem Bekannten- oder Freundeskreis, auf die sie sich wirklich zehn bis fünfzehn Minuten lang voll konzentrieren. Das heißt: Fragen Sie die Person, wie es ihr geht. Gehen Sie näher auf Sorgen, Neuigkeiten oder Probleme ein. Oder interessieren Sie sich - ebenfalls durch gezieltes Weiterfragen - für ein bestimmtes Hobby oder eine Leidenschaft, die diese Person pflegt. Versuchen Sie auch, eigene Erfahrungen oder Erinnerungen zum Thema einzubringen. Eine solche konzentrierte, aktive und ergebnisoffene Unterhaltung schafft Vernetzungen im Gehirn - und ist auf Dauer ein perfektes Training für die grauen Zellen.

Ein Zusatztipp fürs gesamte Training: Reflektieren Sie am Ende jeder Woche kurz, wie die Aufgaben gelaufen sind. Welche haben Sie gemacht? Was war leicht, was war schwer? Was haben Sie in den Telefonaten oder im konzentrierten Gespräch erlebt? Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, darüber nachzudenken.

Trainieren Sie Ihr Gedächtnis und Ihre Merkfähigkeit mit SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL CLASSIC.

Jeden Freitag gibt es eine neue Aufgabe, mit der Sie in kleinen Schritten effektiv Ihre grauen Zellen trainieren können. Bestellen Sie direkt hier:

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