Gedächtnistraining Haben Sie diese Woche schon etwas Neues gemacht?

Das Gehirn ist wie ein Muskel: Ohne Training verliert es an Leistungskraft. In Folge fünf des Gedächtnistrainings von SPIEGEL CLASSIC lernen Sie, wie Sie dem Kopf im Alltag ordentlich Futter geben.

Jörg Hülsmann / SPIEGEL CLASSIC


Eine Fremdsprache lernen. Neue Aufgaben im Job annehmen. Reisen an Orte planen, an denen man noch nicht war. Gedächtnisforscher, Alzheimer-Experten und Kognitionspsychologen wie Hans Markowitsch sind sich einig, dass es den grauen Zellen eines Menschen guttut, wenn er sich selbst immer wieder fordert und mit neuem Stoff und neuen geistigen Herausforderungen konfrontiert.

In dieser Woche geht es deshalb um ein paar ganz grundsätzliche Überlegungen zu Ihrer Art, sich durch Ihren Alltag zu bewegen. Bevor wir mit den eigentlichen Aufgaben beginnen, beantworten Sie folgende Fragen (im Kopf oder mithilfe schriftlicher Notizen):

  • 1. Fordern Sie sich in Ihrem Beruf oder gehen Sie gern den Routineweg? Wann haben Sie im Job das letzte Mal eine Aufgabe übernommen, für die Sie sich neue Computerkenntnisse, technische oder soziale Abläufe, Faktenwissen aneignen mussten?
  • 2. Für wen übernehmen Sie Verantwortung? Sorgen Sie für Kinder, Haustiere, einen Angehörigen oder haben Sie ein Ehrenamt oder einen Posten in einem Verein?
  • 3. Wann haben Sie das letzte Mal etwas ausprobiert, das sie noch nie vorher getan haben? Ein neues Hobby? Einen Ort besucht, den Sie noch nicht kannten? Eine Tätigkeit ausprobiert, von der Sie lange dachten "Das kann ich sowieso nicht"?
  • 4. Was lernen Sie? Eine Fremdsprache, Instrumente, Fachwissen für ein Hobby oder einen Sport?

Diese Fragen helfen bei einer kritischen Bestandsaufnahme. Wenn Sie diese ehrlich beantworten, können Sie besser einschätzen, ob Sie in Ihrem Alltag immer wieder Neues lernen oder sich zu wenig herausfordern. Falls Sie eher einen Routinealltag leben, kann es sich lohnen, generell nach neuen geistigen Aufgaben zu suchen.

Die Übungen dieser Woche beziehen sich deshalb alle darauf, sich im Alltag auf Neues einzulassen oder mehr zu lernen. Sie haben wieder zwei Alternativen: Suchen Sie sich die Aufgabe aus, die Ihnen als ein einfacher Einstieg erscheint - und Spaß macht.

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Für Berufstätige

Wer seinen Job schon ein paar Jahre oder sogar Jahrzehnte macht, verfällt häufig in einen Modus, in dem mehr als 80 Prozent der Tagesaufgaben ohne viel mentalen Aufwand abzuarbeiten sind. Wenn das auf Sie zutrifft, dann versuchen Sie, Ihrem Gehirn bei der Arbeit mehr Futter zu geben. Fangen Sie damit an, dass Sie sich in dieser Woche drei kleine Herausforderungen suchen, vor denen Sie sich sonst eher drücken. Egal ob Sie Ablage hassen oder nicht gern im Meeting reden, probieren Sie es in der kommenden Woche! Und: Überlegen Sie, welche - kleine - fordernde Aufgabe Sie im Job mittelfristig übernehmen könnten. Sondieren Sie die spannenden Projekte oder die Fortbildungen, die in Ihrem Unternehmen angeboten werden - und wählen Sie fürs nächste halbe Jahr eine Sache aus.

Trainieren Sie Ihr Gedächtnis und Ihre Merkfähigkeit mit SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL CLASSIC.

Jeden Freitag gibt es eine neue Aufgabe, mit der Sie in kleinen Schritten effektiv Ihre grauen Zellen trainieren können. Bestellen Sie direkt hier:

Für Routinierte

Die gleichen Wege. Die gleichen Orte. Die gleichen Beschäftigungen. Wer sich etwas eingerostet fühlt und dabei ertappt, zum Gewohnheitstier zu werden, dem hilft es, sich an neuen Orten umzusehen und neue Routen zu nehmen. Wählen Sie in dieser Woche dreimal Wege aus, die Sie noch nicht kennen. Zum Einkaufen, zur Bahn, zur Arbeit. Einfach so. Das Gleiche gilt fürs Essen: Probieren Sie im Restaurant Gerichte, die Sie noch nicht kennen, oder kochen Sie neue Rezepte. Wem das zu spielerisch ist: Erinnern Sie sich an ein Hobby, das Sie früher ausgeübt haben, eine Sprache, die Sie einst gelernt haben, oder ein Instrument, das Sie in jüngeren Jahren spielten. Machen Sie in dieser Woche etwas "Verrücktes" und holen Sie diese alten Interessen heraus. Knüpfen Sie an altes Können und Wissen an. Lernen Sie an drei Tagen in der Woche Französisch-Vokabeln oder spielen Sie Geige. Entscheiden Sie am Ende der Woche, ob Sie damit möglicherweise fortfahren wollen.

Wichtig: Viele Menschen im Ruhestand haben das Gefühl, die "aktive Haltung" und die Notwendigkeit, sich herauszufordern, gelte für sie nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Für alle, die jenseits der Phase regulärer Erwerbstätigkeit stehen, sind neue Herausforderungen und Aufgaben zentral für die geistige Gesundheit. Wenn Sie durch die Fragestellungen dieser Woche herausgefunden haben, dass Sie zu wenig für Ihre grauen Zellen tun, überlegen Sie sich grundsätzlich, mit welcher - kleinen - Herausforderung Sie sich ab jetzt etwa drei Stunden in der Woche beschäftigen wollen. Sprechen Sie mit anderen darüber.

Wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen: Greifen Sie einen Tipp aus der Sparte für "Routinierte" heraus und führen Sie ihn in den nächsten Wochen einfach weiter. Studien zeigen immer wieder: Wer regelmäßig neue Kleinigkeiten ausprobiert, wird insgesamt aktiver.

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