Gefeuerter Kellner "Ich bin nicht unhöflich, sondern Franzose"

Guillaume Rey arbeitet als Kellner in Kanada, dann wird er wegen Unhöflichkeit gefeuert. Der Franzose wehrt sich - die Kündigung sei eine Diskriminierung seiner Kultur.

Kellner (Symbolbild)
Getty Images

Kellner (Symbolbild)


Mit einem ungewöhnlichen Argument will ein Kellner gegen seine Kündigung vorgehen: Er sei nicht unhöflich, er sei einfach ein Franzose. Guillaume Rey hatte seinen Job in einem kanadischen Restaurant verloren, weil er "aggressiv, unhöflich und respektlos" gewesen sein soll.

Der geschasste Kellner will das nicht hinnehmen und zog vor das Tribunal für Menschenrechte der kanadischen Provinz British Columbia. Die Kündigung stelle eine "Diskriminierung seiner Kultur" dar.

Das Restaurant wirft dem Franzosen vor, gegen Verhaltensregeln verstoßen zu haben. Er habe zwar seinen Job gut gemacht und sei beliebt bei den Gästen gewesen, gegenüber seinen Kollegen habe er aber unangenehmes Verhalten an den Tag gelegt. Trotz mehrfacher Ermahnungen soll er sein Auftreten nicht geändert haben.

Rey hatte von Oktober 2015 bis August 2016 als Kellner in dem Restaurant gearbeitet und auch immer wieder die Schichtführung übernommen, wie aus den Tribunalunterlagen hervorgeht. Am 14. August soll er einen Kellner gebeten haben, eine Aufgabe für ihn zu übernehmen. Der habe sich jedoch geweigert und sich beim Restaurantmanager beschwert. In dessen Büro habe Rey den anderen Kellner beschimpft und angeschrien, bis dieser in Tränen ausgebrochen sei. Der Manager habe Rey daraufhin aus dem Büro geworfen und ihn gefeuert.

Rey streitet das ab. Er argumentiert, er sei nur wegen seiner "direkten, ehrlichen und professionellen Persönlichkeit" gefeuert worden, die er in der französischen Hotelbranche gelernt habe. Die französische Kultur sei eben direkter und gefühlvoller - seine Kündigung bedeute Diskriminierung.

Das Restaurant und der Betreiber hatten vor dem Tribunal für Menschenrechte beantragt, die Beschwerde abzuweisen, was dieses ablehnte. Nun soll es eine Anhörung geben - wann genau, ist noch nicht klar. In der Begründung des Gerichts heißt es: "Herr Rey wird erklären müssen, wie sein kulturelles französisches Erbe zu einem Verhalten führen konnte, das offenbar als Verstoß gegen Arbeitsstandards für akzeptables Verhalten missverstanden werden konnte."

koe



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