Berufsstart So unterschiedlich sind Azubi-Gehälter

Angehende Zimmerer verdienen im Westen viel mehr als im Osten. So geht es auch Lehrlingen in anderen Branchen. Eine Auswertung zeigt, wie verschieden Azubis bundesweit immer noch bezahlt werden.

Azubi in Erfurt
DPA

Azubi in Erfurt


Ausbildung ist nicht gleich Ausbildung. Inhaltlich nicht, klar. Und finanziell auch nicht. Nicht nur zwischen den Branchen klaffen große Lücken in der Vergütung, die Azubis monatlich bekommen. Auch die Region entscheidet, wer wie viel verdient.

Eine Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) führt Beispiele auf: So bekommt ein bayerischer Lehrling im Bauhauptgewerbe in seinem dritten Ausbildungsjahr monatlich knapp 1400 Euro. In Sachsen erhält er hingegen weniger als 1100 Euro.

Lehrlinge im Bauhauptgewerbe - also angehende Straßenbauer, Stuckateure oder Zimmerer - verdienen trotz der regionalen Unterschiede überdurchschnittlich gut, allerdings erst im dritten Jahr. Im ersten Ausbildungsjahr steigen sie im Westen mit rund 700 Euro und im Osten mit 630 Euro ein.

Niedrige Startgehälter bekommen Azubis im Kfz-Gewerbe: in Thüringen 550 Euro und in Nordrhein-Westfalen zwischen 550 und 600 Euro. Am besten schneiden im ersten Jahr Lehrlinge im Bankgewerbe und in der Metall- und Elektroindustrie ab.

Die Auswertung des WSI stellt keinen vollständigen Überblick dar. Das Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat lediglich die Tarifverträge in ausgewählten Wirtschaftszweigen und Tarifbereichen verglichen.

Doch die Stichprobe und die nachfolgende Grafik fürs dritte Ausbildungsjahr zeigen, wie unterschiedlich Azubis bezahlt werden.

Weitere Informationen gibt es im WSI-Tarifarchiv, das Ausbildungsvergütungen für viele weitere Branchen vergleicht.

lov

insgesamt 29 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
wennderbenzbremst... 11.05.2016
1. Kfz-Gewerbe
Sind das Durchschnittswerte? Sind die Ausbildungsvergütungen in den letzten 10 Jahren so gestiegen? Ich kann mich noch sehr genau an meine erste Abrechnung erinnern. Das war 2007, Lehrling 1. Lehrjahr im Kfz-Handwerk. Brutto 468€ Netto 386€ Die Kollegen, die die gleiche Ausbildung im Daimler-Werk gemacht haben, verdienten im ersten Lehrjahr bereits Netto über 600€
ctor 11.05.2016
2.
Wo ist da nun die Neuigkeit? - Die Lebenshaltungskosten im Osten sind niedriger - Je höher die Qualifikation, desto weniger wahrscheinlich ein Verbleib im Osten - Der Trent der Rückwanderung vieler Unternehmen in den Westen wird die Situation in Sachsen, S.-Anhalt und Thüringen nicht verbessern. Aber kein international tätiges Unternehmen kann sich auf Dauer ein rechtsextremes Umfeld leisten.
loncaros 11.05.2016
3.
Kein Wunder, dass niemand mehr eine Berufsausbildung machen will. Bei der Bezahlung ist das drei Jahre hungern.
territrades 11.05.2016
4. Keine Durchschnittswerte
Das sind keine Durchschnittswerte, sondern die Werte nach Tarifvertrag. In der Realität dürfen die Gehälter also regelmäßig deutlich niedriger sein.
NauMax 11.05.2016
5. @1
Im kaufmännischen Bereich auch nicht anders: hab 2012 meine Ausbildung zum Industriekaufmann in einem IGM-Betrieb begonnen. Vergütung gem. Tarif netto über 600 Euro. Kollege verdiente im gleichen Jahr bei einem kleineren Nischenbetrieb knappe 300 netto, während jemand aus einem Baubetrieb mit mehr als 800 nach Hause ging. Man merkt einfach, welche Gewerkschaft im Hintergrund die Fäden in der Hand hält. Da ist ein Ost-West Gefälle von 70 Euro in der Metall- und Elektroindustrie geradezu lächerlich.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.