Gehaltsvergleich Beamte in Bayern verdienen am meisten

Wer in Berlin und im Saarland verbeamtet ist, bekommt deutlich weniger Gehalt als Kollegen derselben Besoldungsstufe in Bayern. "Nicht nachvollziehbar", schimpft der DGB.


Beamte in Bayern verdienen einem Medienbericht zufolge bundesweit mit Abstand am besten, Berlin und das Saarland bezahlen ihre Staatsdiener am schlechtesten. Das ergebe sich aus dem neuesten Besoldungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), schreiben die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack warf Bund und Ländern eine "Besoldungspolitik nach Kassenlage" vor. Die öffentlichen Arbeitgeber nähmen es in Kauf, "dass der öffentliche Dienst im Wettbewerb um Fachkräfte oft nicht mehr konkurrenzfähig" sei. Gerade schlechter zahlende Länder hätten zunehmend Schwierigkeiten, neues, qualifiziertes Personal zu gewinnen.

Es sei nicht nachvollziehbar, dass beispielsweise eine gerade in den Staatsdienst übernommene Justizvollzugsbeamtin in Berlin zwölf Prozent weniger Gehalt bekomme als ihre Kolleginnen in Bayern, sagte Hannack. Eine neu verbeamtete Lehrerin in Rheinland-Pfalz verdiene im Jahr 18,5 Prozent weniger als eine neu verbeamtete Lehrerin in Bayern.

Die DGB-Untersuchung vergleicht die Bezüge der rund 1,8 Millionen Beamten in den 16 Bundesländern und beim Bund in absoluter Höhe und auch in Bezug zur Arbeitszeit. Im vergangenen Jahr sah das Ergebnis des Reports ähnlich aus.

aar/dpa



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fudiröller 25.04.2018
1. Schon klar,
dass sich der DGB noch mehr Umverteilung von Leistern an Minder- und Nichtleister wuenscht. Das ist ja der Auftrag. Hat sich der DGB auch ueberlegt, dass die Lebenshaltungskosten in Muenchen (und vielen anderen Orten in Bayern) vielleicht deutlich hoeher sind als in Berlin? Bayern finanziert den 3te Welt Laden Berlin ohnehin ueber den Laenderfinanzausgleich mit zuletzt 4,2 Milliarden Euro. (Bayern zahlte 2017 sage und schreibe 5,89 Mrd ein, von denen allein Berlin 4,23 Mrd bekam). Da beim DGB aber niemand weiss, wie viele Nullen einen Milliarde hat, wird auch dieser Aspekt sicherlich niemanden erschuettern.
Harry_S 25.04.2018
2. Doch nachvollziehbar
Das in Hessen erworbene Staatsexamen meiner Freundin, ihres Zeichens Gymnasiallehrerin, wurde nach ihrem Umzug nach Bayern nicht anerkannt. In der Folge musste sie zumindest Teile des Referendariats wiederholen. Laut ihrer Aussage waren die Anforderungen in Hessen verglichen mit denen in Bayern „Pipifax“, wenn dem aber so ist, finde ich eine unterschiedliche Bezahlung sehr gut nachvollziehbar. Dass der DGB mit seinem Weltbild „alle sind gleich“ dies nicht versteht, wundert mich nicht. Er sollte sich lieber darum kümmern, dass das bayerische Bildungssystem in den anderen Bundesländern ausgerollt wird, da wäre unserem Land bildungspolitisch mehr mit geholfen und würde eine identische Bezahlung der Lehrkräfte obligatorisch erscheinen lassen.
stef_ma 25.04.2018
3. Eigenartige Tarifpolitik....
Noch eklatanter sieht der Vergleich aus, wenn man sich den Unterschied zu den Angestellten aus den Kommunen anschaut. Da verdient man schnell mal 600? weniger als jemand mit der gleichen Stelle beim Landkreis oder der Gemeinde.
qwertz1234554321 25.04.2018
4. Wie in der freien Wirtschaft!
Beamtenverbände pochen doch immer darauf, dass Sie bezahlt werden wollen wie in der freien Wirtschaft. Und da ist das GENAU so - Unterschiede von Region zu Region - und auch von Unternehmen zu Unternehmen. Aber es gibt natürlich auch eine andere Lösung: Bayern senkt seine Besoldung auf das Niveau der günstigeren Bundesländer. Das würde dann auch die Staatskasse entlasten und Gelder z. B. für Menschen mit kleinen Renten frei machen, deren Erwerbsleben - auch anders als bei Beamten - durch Arbeitslosigkeit unterbrochen ist. Wir sind leider nicht bei „Wünsch dir was“, sondern bei „So ist es“!
eunegin 25.04.2018
5. ein funktionierendes Staatswesen kosten eben
In ein gutes Staatswesen muss man investieren. Insbesondere ins Personal. Auch wenn Beamten-Bashing in ist, würde ich mich über eine bessere Bezahlung (ich lebe in Berlin....) für die Staatsdiener freuen. Guter Service und gutes Personal kostet. Ich komme aus der Wirtschaft, bin auch international tätig und ärgere mich, wenn in Deutschland der Wert unserer Verwaltung, Sicherheits- und Justizbehörden unterschätzt wird. Das ist ein großer Pluspunkt in unserem Land! Bayern scheint etwas weiter mit dieser Erkenntnis zu sein als Berlin...
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