Vergütung Post-Chef Frank Appel verdient 232-mal so viel wie seine Mitarbeiter

Dax-Vorstände wie Siemens-Chef Kaeser oder VW-Boss Diess bekommen im Schnitt 71-mal so viel Gehalt wie ihre Mitarbeiter - und die Gehaltsabstände nehmen seit Jahren zu. In diesen Konzernen sind sie besonders krass.

Deutsche-Post-Chef Frank Appel (Archivfoto)
DPA

Deutsche-Post-Chef Frank Appel (Archivfoto)


Der Abstand zwischen der Vergütung von Top-Managern und ihren Mitarbeitern ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Vorstände von Dax-Unternehmen verdienten 2017 im Schnitt 71-mal so viel wie ein durchschnittlicher Beschäftigter in ihrer Firma. Das ist das Ergebnis einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Dabei überrascht vor allem die rasante Entwicklung der vergangenen Jahre: 2014 war es noch das 57-Fache.

Der Abstand ist noch größer, wenn man auf die Konzernbosse blickt. Für die Studie wurden in den vergangenen Jahren die durchschnittlichen Mitarbeitergehälter mit den Durchschnittsbezügen der Vorstände verglichen. Innerhalb der Vorstände allerdings verdienen die Vorstandsvorsitzenden am meisten.

Demnach bekommen Vorstandsvorsitzende sogar das 97-Fache dessen, was ein durchschnittlicher Mitarbeiter verdient. Post-Chef Frank Appel führte mit dem 232-fachen Einkommen die Rangliste der Konzernchefs an. Danach folgen die Chefs von Heidelberg Cement, Adidas, Daimler und SAP. Schlusslicht ist die Commerzbank: Ihr Chef Martin Zielke bekam das 25-Fache der Mitarbeiter.

Das Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (IMU) der Hans-Böckler-Stiftung berechnete die sogenannte Manager-to-Worker-Pay-Ratio zum fünften Mal seit 2005. In den zwölf Jahren bis 2017 ist der Gehaltsabstand zwischen Top-Managern und einem Durchschnittsbeschäftigten demnach um etwa 70 Prozent gewachsen.

2005 bekam ein Vorstandsmitglied im Dax im Schnitt 42-mal so viel wie ein Beschäftigter. Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 hatte der Abstand zunächst stagniert, inzwischen verschiebt sich das gesamte Vergütungsniveau weiter nach oben.

Deutsche Unternehmen müssen nicht angeben, wie das Verhältnis zwischen Vorstandsvergütung und durchschnittlichem Verdienst im Unternehmen ausfällt. IMU-Expertin Marion Weckes moniert dies und fordert die Bundesregierung auf, mit der anstehenden Umsetzung der EU-Aktionärsrichtlinie in deutsches Recht für mehr Transparenz zu sorgen. "Das ist auch mit Blick auf das Gerechtigkeitsempfinden und die Motivation der Belegschaften wichtig."

mamk/afp/dpa



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