Arbeitsunfähigkeit Immer mehr Eltern melden sich krank, wenn ihr Kind krank ist

Die Zahl der Eltern, die sich wegen ihres erkrankten Kindes von der Arbeit abmelden, hat sich seit 2007 verdoppelt. Ein gutes Zeichen, findet der Arbeitgeberpräsident.

Mutter mit ihrer kranken Tochter
Getty Images/Vetta

Mutter mit ihrer kranken Tochter


Fast 2,5 Millionen Mal haben sich Eltern in Deutschland im vergangenen Jahr arbeitsunfähig gemeldet, weil ihr Kind erkrankt war. Das meldet die "FAZ" unter Berufung auf Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums.

Die "Kinderkrank"-Meldungen haben sich demnach seit 2007 mehr als verdoppelt: Damals hatte es 1,06 Millionen solcher Krankschreibungen gegeben. Verdoppelt haben sich dem Bericht zufolge auch die in Anspruch genommenen Krankheitstage von 2,7 Millionen (2007) auf 5,5 Millionen im Jahr 2016.

Eine Entwicklung, die Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer als gutes Zeichen wertet: Attraktive Rahmenbedingungen bei der Arbeit seien Voraussetzung dafür, dass Frauen häufiger und schneller nach einer Geburt in den Job zurückkehren. Und zu diesen familiengerechten Bedingungen "zählt auch die Option, dass Eltern ihr krankes Kind zu Hause betreuen", wird Kramer zitiert.

Die Krankenkasse hilft aus

Bis zu zehn Tage im Jahr können sich Eltern arbeitsunfähig melden, um ein erkranktes Kind bis zu zwölf Jahren oder pflegebedürftige Angehörige zu versorgen. Alleinerziehenden stehen 20 Tage pro Jahr zu. Die Krankenkasse übernimmt in dieser Zeit 90 Prozent des entgangenen Nettolohns, maximal jedoch 101,50 Euro pro Tag.

Kind krank - Job weg?

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insgesamt 104 Beiträge
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spon_2999637 10.10.2017
1. Alleinerziehend
Auch so eine Ungerechtigkeit. Wenn die getrennten Eltern ein Wechselmodell haben (Kind ist zu jeweils 50% der Zeit bei Vater oder Mutter), ist keiner von beiden alleinerziehend. Wenn das Kind seinen Lebensmittelpunkt bei einem Elternteil hat und z.B. nur ein Drittel der Zeit beim anderen Elternteil lebt, ist letzterer nicht alleinerziehend - muss aber natürlich trotzdem daheim bleiben, wenn das Kind krank ist...
ohjeee 10.10.2017
2. 1
ich beobachte eher, dass sich die Eltern kranker Kinder tatsächlich selbst krank schreiben lassen. Also nicht "Krank-Kind", was mit Gehaltseinbußen einhergeht, sondern sich selbst vom Arzt einen gelben Schein geben lassen. Entweder weil dei Krank-Kind-Tage schon aufgebraucht sind, oder wegen der Gehaltseinbußen. Nur den Nachweis zu führen ist schwer, wenn man es von Mitarbeiter(innen) über mehrere Ecken zugeflüstert bekommt.
harald441 10.10.2017
3. Versteh' ich nicht.
Eine Krankemldung ist doch immer eine persönliche Krankmeldung, und ich als Elternteil bin doch nicht deswegen krank, wenn ein Kind krank ist! Ich als Vater dreier Kinder brauchte mich niemals krankzumelden, wenn eines unserer Kinder krank war, denn die Mutter war die ersten zwanzig Kinderjahre durchgehend zuhause, so daß ich allenfalls und selten mal früher von der Arbeit nach Hause gehen mußte, um Frau und erkranktes Kind zum Kinderarzt zu fahren, sie dort abzuholen oder bei der ärztlichen Beratung dabeizusein. Sorgt für ordentliche Familienverhältnisse und seid nicht solche Weicheier!
joG 10.10.2017
4. Das ist ein echtes....
.....Problem für kleinere Selbstständige und verbietet es vielfach die Einstellung einer alleine erziehenden Person.
smartphone 10.10.2017
5. Fragwürdiger AG-Präsident
Wozu gibt es Urlaub. Wenn das Kind krank ist , nimmt man halt ne Woche Urlaub......... Denn nicht die zB Mutter ist krank sondern das Kind.
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