Gleichberechtigung Google-Mitarbeiter klagt nach Kündigung wegen Sexismus

Männer seien die besseren Programmierer, meint ein Google-Mitarbeiter und kassierte deshalb die Kündigung. Nun zieht er vor Gericht, weil er sich diskriminiert fühlt - als Mann, als Weißer und als Konservativer.

Ehemaliger Google-Mitarbeiter James Damore
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Ehemaliger Google-Mitarbeiter James Damore


Google hatte ihn wegen sexistischer Äußerungen gefeuert, nun will James Damore gegen die Kündigung vorgehen und verklagt den IT-Konzern. Es werde ein Prozess wegen Diskriminierung angestrebt, teilten seine Anwälte mit. "Google wendet illegale Einstellungsquoten an, um den erwünschten Prozentsatz von Frauen und bevorzugten Minderheiten zu erfüllen", heißt es in der Klage. Mit der Kündigung habe das Unternehmen Damore als Konservativen, Weißen und Mann diskriminiert.

Damore hatte in einem zehnseitigen Essay den geringen Anteil von Frauen in der Technologiebranche mit "biologischen" Unterschieden der Geschlechter erklärt. Frauen seien "offener gegenüber Gefühlen und gegenüber Ästhetik" und zögen daher die Arbeit in sozialen oder künstlerischen Branchen vor, während Männer über "natürliche Fähigkeiten" verfügten, die sie zu besseren Programmierern machten.

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Außerdem seien Frauen weniger widerstandsfähig gegen Stress. Der Versuch, mehr Frauen in die Branche zu bringen, sei ein Fehler. Das aber dürfe man nicht laut sagen, zumal nicht in einer "ideologisierten Unternehmenskultur" wie bei der von Google.

Google hatte den Mann daraufhin im August vergangenen Jahres gefeuert. Google begründete die Kündigung damit, dass Damore gegen interne Verhaltensregeln verstoßen und Stereotypen weiterverbreitet habe.

koe/dpa



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