HSBC Britische Bank zahlt Frauen offenbar 59 Prozent weniger als Männern

Bei der Bank HSBC fällt die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen offenbar extrem groß aus. Einem Bericht zufolge bekommen Mitarbeiterinnen in Großbritannien deutlich weniger Gehalt - und noch viel weniger Boni.

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Männer haben oft die besser bezahlten Jobs. Was in der internationalen Wirtschaft fast überall zutrifft, zeigt sich bei der britischen Bank HSBC besonders extrem. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, verdienen Frauen bei dem Institut in Großbritannien durchschnittlich 59 Prozent weniger als Männer.

Die Nachrichtenagentur bezieht sich auf einen Bericht zum Gender-Pay-Gap, den Europas größtes Geldhaus noch nicht veröffentlicht habe. Eine Sprecherin habe den Inhalt des Berichts bestätigt, schreibt Reuters. In Bezug auf die Boni, die vor allem den männerdominierten Bereich des Investmentbankings betreffen, beträgt der sogenannte Gender-Pay-Gap demnach sogar 86 Prozent.

Die Gehaltslücke sei die größte, die je von einer britischen Bank bekannt geworden sei und liege vor allem daran, dass dort viel weniger Frauen in Führungspositionen arbeiteten. Mehr als die Hälfe der Beschäftigten seien weiblich, aber nur knapp ein Viertel der Führungsjobs sind von Frauen besetzt.

HSBC erklärte, man habe eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das zu ändern. Bis 2020 sollen Frauen jede dritte Führungsposition innehaben. Im vergangenen Jahr verdiente HSBC 17,2 Milliarden Dollar - und damit 142 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die britische Regierung hat die Finanzunternehmen des Landes verpflichtet, bis April 2018 Daten zum Gender-Pay-Gap zu veröffentlichen. Die Großbanken Lloyds und Royal Bank of Scotland hatten den Gehaltsunterschied in Großbritannien zwischen Männern und Frauen auf 32,8 Prozent und 37 Prozent beziffert. Bei Standard Chartered lag er nach eigenen Angaben bei 30 Prozent, bei Virgin Money bei 32,5 Prozent.

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Der Gender-Pay-Gap ist in Großbritannien auch sonst ein großes Thema. Im Januar hatten sechs der bekanntesten Radio- und Fernsehmoderatoren der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt BBC auf einen Teil ihres Gehalts verzichtet, um darauf hinzuwirken, dass ihre weiblichen Kollegen endlich so gut bezahlt werden wie sie selbst.

Auch in Deutschland gibt es eine geschlechtsabhängige Gehaltslücke, die seit Jahren fast unverändert ist. Werden Frauen und Männer mit vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit verglichen, liegt diese Lücke bei sechs Prozent.

Eine Journalistin hatte das ZDF verklagt, weil der Sender Frauen aus ihrer Sicht bei der Bezahlung benachteilige. Im vergangenen Jahr wies das Berliner Arbeitsgericht ihre Klage ab, weil es keine "ausreichenden Indizien für eine Diskriminierung" erkennen konnte.

lov/Reuters

insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
ditor 15.03.2018
1. Die Aktionäre sollten dieser Verschwendung ein Ende machen
Mal nüchtern betrschtet: Ist ja unglaublich wie hier unnötige Ausgaben beim männlichen Personal getätigt werden. Warum verschwendet die Führung soviel Geld wenn es für gleichwertiges Personal für weniger gibt? Hier wird ein Milliardeneinsparpotential ignoriert.
denk.mal.wieder 15.03.2018
2. Ohne Aussage
Wahrscheinlich verdient die oberste Etage pro Person locker das 50 fache des Mittelbaus. Deshalb ist der Vergleich der Durchschnittsgehälter bei einem solchen Institut absolut sinnlos.
temp1 15.03.2018
3. vergleichbar?
Wenn ihr Magazin im gleichen Atemzug (der gleichen Online-Ausgabe) Artikel schreibt wie "Frauen verdienen nach wie vor ein Fünftel weniger als Männer" in dem mit fragwürdigen Methoden ohne Berücksichtigung der anderen Parameter verglichen wird (http://www.spiegel.de/karriere/deutschland-gender-pay-gap-zwischen-maennern-und-frauen-unveraendert-a-1198207.html) warum sollte man diesen Artikel, mit dem gleichen Thema auch nur lesen?
Augustusrex 15.03.2018
4. Eine fiese Frage
"Wissen Sie, warum Frauen seit vielen hundert Jahren unterdrückt werden?" Und hier die fiese Antwort: "Weil es sich bewährt hat." Strafe nicht den Boten.
laberbacke08/15 15.03.2018
5.
Ein guter Artikel enthält ja immer auch wenig Hintergrundinfos, die fehlen hier irgendwie also reiche ich das mal nach: Der UK corporate governance code verlangt von UK Unternehmen das sie bis April ein Report zu ihrem Gender pay gap veröffentlichen. Es ist also nicht so, dass HSBC jetzt plötzlich freiwillig eine Erklärung dazu veröffentlicht. Andererseits ist eben gut, dass sie jetzt etwas dazu sagen müssen und dann evtl. Maßnahmen ergreifen die dem entgegensteuern. Der gender pay gap ist was anderes als equal pay, d.h. Auch in England ist es verboten einer Frau auf Grund ihres Geschlechts für den gleichen Job weniger zu zahlen als Ihrem männlichen Kollegen. Ein gender pay gap weißt also vor allem erstmal darauf hin, dass es mehr Männer in höheren Positionen gibt. Das dürfte für niemanden eine Überraschung sein. Das auszugleichen wird noch Jahre dauern aber ein Report wie dieser erhöht den Druck auf Unternehmen etwas zu tun...
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