Unternehmer bezirzen Briten "Bratwurst against Brexit"

Wie können wir die Briten überreden, in der EU zu bleiben? Diese Frage stellen sich deutsche Unternehmer, ganz uneigennützig natürlich. Ihre Antwort ist typisch deutsch.

Hubertus Porschen, Vorsitzender der "Jungen Unternehmer", verkauft Bratwurst
DPA

Hubertus Porschen, Vorsitzender der "Jungen Unternehmer", verkauft Bratwurst


Der drohende "Brexit" soll verhindert werden. Dazu hat sich der deutsche Verband der Jungen Unternehmer eine besondere Aktion ausgedacht. Er baute in London am Mittwoch einen Imbissstand auf - und verteilte am Trafalgar Square ein traditionelles deutsches Essen: Bratwurst.

Mit der Kampagne "Bratwurst against Brexit" wollten die Unternehmer den Briten in ihrer Hauptstadt sinnlich klarmachen, welche Konsequenzen es hätte, wenn sie am 23. Juni mehrheitlich für den Ausstieg aus der Europäischen Union votieren: nur noch Fish und Chips, kein deutsches Grillgut mehr. Nicht auszudenken!

"Wir wollen nicht, dass die Briten in Zukunft auf deutsche Bratwürste verzichten müssen. Deshalb werben wir mit Charme und Senf darum, dass die Briten in der EU bleiben", erklärt Hubertus Porschen, Bundesvorsitzender der Jungen Unternehmer, die selbstironische Aktion.

Uneigennützig ist die Werbung für den Verbleib der Briten in der EU freilich nicht. Porschen hat die wirtschaftlichen Nachteile eines Brexit im Blick - für Europa, für Deutschland und damit auch für seinen eigenen Erfolg.

Europa verliere an Wettbewerbsfähigkeit, sagt Porschen. "Die EU wäre dann von Ländern dominiert, die für mehr Protektionismus und Zentralisierung anstatt für Wettbewerb und Freihandel stehen. Besonders Deutschland hätte viel zu verlieren", warnt er.

Porschen forderte Reformen in der EU. Neben klaren Regeln seien eine völlig neue Kommunikationsstrategie sowie mehr Eigenverantwortung der Mitgliedsländer nötig: "Eine immer tiefere Integration ist kein Selbstzweck, sondern sollte den Mitgliedsländern überlassen werden, die dazu bereit sind."



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