Nach Rassismusskandal H&M will Mitarbeiter für Vorurteile sensibilisieren 

Eine missglückte Werbekampagne von H&M löste einen weltweiten Shitstorm aus. Der schwedische Konzern hat deshalb eine Diversity-Managerin ernannt. Sie sagt: "Diese Arbeit endet nie."

H&M-Filiale in Frankfurt
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H&M-Filiale in Frankfurt

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Die Diversity-Managerin von H&M, Annie Wu, will die Achtsamkeit jedes einzelnen Mitarbeiters für das Thema Vielfalt erhöhen: "Ich glaube, es liegt in der menschlichen Natur, voreingenommen zu sein - wir alle sind durch unsere individuellen Lebenserfahrungen und unser Umfeld geprägt. Das ist erst einmal nichts Schlimmes. Man muss sich dessen allerdings bewusst sein."

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Annie Wus Strategie sieht drei Stufen vor: Erstens sollen Führungskräfte in Workshops für das Thema sensibilisiert werden. Zweitens werden berufliche Biografien in den Blick genommen. Allen Mitarbeitern müsse klar sein, wie unwichtig Herkunft und Aussehen sein sollten, um Ziele zu erreichen. Drittens geht es um mehr soziales Engagement. H&M müsse laut Wu dazu beitragen, "die Gesellschaft ein wenig gerechter zu machen".

In einem Interview mit dem SPIEGEL berichtet Wu davon, wie schwer es sei, in einem Unternehmen mit mehr als 170.000 Mitarbeitern in 71 Märkten, Vielfalt zu definieren. "Vielfalt bei H&M bedeutet für uns ein Mix aus ganz verschiedenen Menschen. Und unsere Aufgabe ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, damit dieser Mix funktioniert."

Im Januar hatte die schwedische Modekette in ihrem Onlineshop ein Foto mit einem schwarzen Jungen veröffentlicht, der einen Kapuzenpulli mit der Aufschrift "Coolest Monkey in the Jungle" trug. Als Folge ernannte H&M die Juristin Annie Wu, 41, zur "Global Leader for Diversity and Inclusiveness". Annie Wu sagte dazu: "Diversity ist ein Teil der DNA von H&M." (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)

"Wir leben alle in einem angespannten Klima", sagt Wu, "in dem es darum geht, möglichst politisch korrekt zu sein. Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist also, dass die Leute schweigen und sich nicht trauen, Probleme offen anzusprechen."

Ihre Arbeit sieht die Managerin, die in Taiwan geboren wurde und in New York aufgewachsen ist, als eine Langzeitaufgabe: "Das ist eine Arbeit, die ehrlicherweise niemals enden wird", so Wu, "mit dem Thema kann ich mich locker bis zur Rente beschäftigen."

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