Reformationstag Hamburg beschließt zusätzlichen Feiertag

Hamburger Arbeitnehmer erhalten einen weiteren freien Tag: Die Bürgerschaft erklärte den 31. Oktober zum Feiertag. Weitere Bundesländer wollen nachziehen.

Skyline von Hamburg
DPA

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Der Reformationstag am 31. Oktober ist neuer gesetzlicher Feiertag in Hamburg. Das hat die Hamburgische Bürgerschaft am Mittwoch beschlossen. Bereits in diesem Jahr wird an dem Tag arbeitsfrei sein - ganz so, wie es zuvor bereits der Landtag in Schleswig-Holstein beschlossen hatte.

"Es soll kein Luther-Gedenktag werden", sagte SPD-Fraktionschef Andreas Dressel in der Debatte. Der Tag der Reformation werde in Hamburg kein rein protestantischer, sondern ein interreligiöser Feiertag. Im Beschluss der Bürgerschaft heißt es, dass es an dem neuen Feiertag freien Eintritt in die öffentlichen Museen der Stadt geben werde.

Neben dem von 65 Abgeordneten von SPD, CDU, Grünen und einer fraktionslosen Parlamentarierin vorgelegten Antrag für den Reformationstag gab es auch konkurrierende Ideen für den neuen Feiertag. So hatten unter anderem Abgeordnete von SPD, Grünen und Linken für den Frauentag am 8. März plädiert. Abgeordnete von SPD und AfD machten sich in zwei Anträgen für den Tag des Grundgesetzes am 23. Mai stark.

Bisher nur in Ostdeutschland

Der Reformationstag war bisher nur in den neuen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer im Norden hatten sich jedoch gemeinsam für den Reformationstag als zusätzlichen Feiertag ausgesprochen. Bremen und Niedersachsen wollen nun ebenfalls entsprechende Beschlüsse fassen.

Der Überlieferung nach schlug der Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) am 31. Oktober 1517, einen Tag vor Allerheiligen, seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Historiker bezweifeln allerdings, dass Luther persönlich zu Hammer und Nagel griff.

Die Ungleichverteilung an Feiertagen zwischen den Bundesländern korrigiert der Hamburger Beschluss jedoch nur ansatzweise. Hamburg gehörte bislang zu den Bundesländern mit nur neun Feiertagen - Bayern hat hingegen 13 , Baden-Württemberg 12.

him/dpa/AFP

insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
m82arcel 28.02.2018
1.
Finde ich gut, auch wenn mir etwaige religiöse Hintergründe egal sind. Feiertage haben dabei gegenüber zusätzlichen Urlaubstagen den Vorteil, dass die meisten Leute gleichzeitig frei haben und auch keine Schule/Uni stattfindet.
kopi4 28.02.2018
2.
Man hätte auch,wie das Saarland, Maria Himmelfahrt im August nehmen sollen. Zwischen Pfingsten und 3.Oktober kein Feiertag. Den ganzen Sommer nicht einen Feiertag, da muß die Politik doch auch mal ran!
at@at 28.02.2018
3. Ich hoffe, Berlin zieht nach
sonst wären wir die einzigen Deppen, die so wenig Feiertage hätten :-(... Meinetwegen auch Rückkehr zum 17.6. - da ist das Wetter in der Regel besser als am 31.10.
kodu 28.02.2018
4. Wenn ausgerechnet die Bundesländer ...
... mit den meisten Feiertagen auch die ökonomisch stärksten sind, sehe ich weiteres Handlungspotenzial nicht nur für HH, HB oder B ...!
RyanMcDohl 28.02.2018
5.
Mehr Feiertag um so besser. Gibt es eine Übersicht wie viel Feiertag die Bundesländer haben? Die Bundesländer sollten alle eigentlich gleich viel haben. Muss jetzt der Norden eigentlich mehr für die Pflegeversicherung zahlen so wie Sachsen für den Buß- und Bettag?
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