Aufnahmetest für die Henri-Nannen-Schule Schaffen Sie den härtesten Journalisten-Test?

Wer steht an der Spitze der EZB? Womit machte Akif Pirincci Schlagzeilen? Kein Bewerber hat es geschafft, alle Fragen der Henri-Nannen-Journalistenschule richtig zu beantworten. Die Leitung hält das für "unmöglich". Ist es das?

[M] Getty Images; Reuters; DPA


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Nur 16 sind am Ende übrig geblieben. 16 aus 1800 jungen Leuten, die sich dieses Jahr für die Bewerbung um eine Ausbildung an der Henri-Nannen-Journalistenschule registriert hatten. Die Chancen auf einen der begehrten Plätze sind also gering - wer es nach Hamburg schaffen will, muss richtig was drauf haben.

Es ist schon schwierig genug, über selbst geschriebene Probetexte in die engere Auswahl zu gelangen. Aber da wird es dann für die letzten 70 wirklich hart: Drei Tage Test, 72 Stunden Dauerstress.

Zwei Tage sind für die Auswahlgespräche angesetzt. Am ersten Tag stehen eine Reportage, eine Schreibübung, ein Bildertest und der gefürchtete Wissenstest an. Beim letzten Mal war der Wissenstest einer der härtesten, den die Henri-Nannen-Journalistenschule je gestellt hat. Dieses Jahr war er einen Hauch einfacher, aber dafür umfangreicher.

Die Erfolgsquote hat das laut Schulleiter Andreas Wolfers kaum erhöht. "Die meisten lagen im Bereich zwischen 40 und 70 Prozent, der Beste schaffte 82 Prozent der Höchstpunktzahl." Alle Fragen konnte in den vergangenen Jahrzehnten noch nie jemand beantworten. "Ich halte das auch für schlicht unmöglich", so Wolfers, "dazu fragen wir zu viele Wissensbereiche ab".

Gesucht ist: fundiertes Halbwissen

Gesucht werden junge Leute mit fundiertem Halbwissen in möglichst vielen verschiedenen Themenwelten. In den vergangenen Jahren hat Schulleiter Wolfers bei den Bewerbern eine Veränderung festgestellt: "Ich habe den Eindruck, der Nachwuchs ist politisierter geworden, der Kenntnisstand in aktueller Politik nimmt deutlich zu."

Auch der Bildertest hat es in sich. Gezeigt werden Fotos von Politikern, Sportlern, Promis, Orten, Situationen - alles durcheinander. Insgesamt 32 Bilder.

Doch sehen Sie selbst und testen Sie sich im Triathlon des Wissens - beim Original-Aufnahmetest der Henri-Nannen-Schule vom April 2016:

Aufnahmetest für Journalistenschule - Wer schafft das denn?
Wer will Journalist werden?
    Das Auswahlverfahren ist rigoros, die Ausbildung hart und umfassend: Vor allem deshalb steht die Hamburger Henri-Nannen-Schule im Ruf, die renommierteste deutsche Journalistenschule zu sein, getragen von den Verlagen Gruner+Jahr, SPIEGEL und ZEIT. 18 Monate lang werden 16 junge Frauen und Männer intensiv im journalistischen Handwerk für Print- und elektronische Medien geschult. Die Bewerbungsphase für den nächsten Lehrgang läuft von Januar bis März 2017.
    Weitere Informationen zur Schule und zur Bewerbung gibt es unter: www.journalistenschule.de

ler

insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
kopp 06.10.2016
1. Wenn ich nach solch einem harten Auswahlverfahren der Henri-Nannen-Journalistenschule die Erzeugnisse ...
... im Mutterkonzern, etwa das Flagschiff Stern, mir anschaue, kommen mir ob der journalistischen Qualität doch einige Zweifel.
prisma-4d 06.10.2016
2. ...der war gut...
...also wenn man die Fragen (wieviel Prozent? 50% sind normalerweise gerade noch ausreichend) nicht beantworten kann, kann man nicht auf die Journalistenschule. Nach der Schule sollte man also alle Fragen richtig beantworten können? Nun da würde ich gerne das Testergebnis der Henri-Nannen-Schulabgänger kennen. Vieleicht hätte ich dann mehr Respekt vor Journalisten!
prisma-4d 06.10.2016
3. ...der war gut...
...also wenn man die Fragen (wieviel Prozent? 50% sind normalerweise gerade noch ausreichend) nicht beantworten kann, kann man nicht auf die Journalistenschule. Nach der Schule sollte man also alle Fragen richtig beantworten können? Nun da würde ich gerne das Testergebnis der Henri-Nannen-Schulabgänger kennen. Vieleicht hätte ich dann mehr Respekt vor Journalisten!
Ossifriese 06.10.2016
4. Connections
"...Die Chancen auf einen der begehrten Plätze sind also gering - wer es nach Hamburg schaffen will, muss richtig was drauf haben. ..." Oder man hat gute Beziehungen. Dann braucht man nicht einmal die "Henri-Nannen-Schule", sondern steigt direkt als Volontär bei einer großen Zeitung oder einem Sender ein.
schaluppe 06.10.2016
5. Ach, darum!
Zitat von Ossifriese"...Die Chancen auf einen der begehrten Plätze sind also gering - wer es nach Hamburg schaffen will, muss richtig was drauf haben. ..." Oder man hat gute Beziehungen. Dann braucht man nicht einmal die "Henri-Nannen-Schule", sondern steigt direkt als Volontär bei einer großen Zeitung oder einem Sender ein.
Ich wundere mich täglich über die Namen der jungen Journalist/Innen. Die meisten hat man doch irgendwo schon mal gehört. Aber das waren dann Papa / Mama / Onkel in Politik, Medien oder Kirche...
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