Hilfskraft, Professor, Rektor Was verdienen Wissenschaftler?

Über die Gehälter von Professoren wird mit Leidenschaft gestritten. Doch sie sind eine Minderheit an den Unis. Bei der Vergütung von Wissenschaftlern herrscht ein buntes Durcheinander: Manche forschen sehr feudal, andere werden arm durch akademische Arbeit. Der Überblick.

Von Benjamin Haerdle


Wissenschaft, ein brotloses Gewerbe? So pauschal kann man das nicht sagen
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Wissenschaft, ein brotloses Gewerbe? So pauschal kann man das nicht sagen

Was ist ein "angemessener Lebensunterhalt" für Professoren? Mit dieser Frage werden sich die Wissenschaftsminister der Bundesländer in den nächsten Monaten eingehend beschäftigen, nachdem das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Mitte Februar einem Marburger Chemieprofessor Recht gab. Dieser hielt sein Grundgehalt in Höhe von 3890 Euro plus Leistungszulage von monatlich 23,72 Euro für nicht ausreichend - und bekam Recht.

Die Debatte über das Urteil ist noch lange nicht vorüber. So mokierte sich der renommierte Staatsrechtler Bodo Pieroth in einem Beitrag für SPIEGEL ONLINE darüber, dass die Professoren zwar lauthals über ihr Grundgehalt klagen - über ihre oft üppigen Zuverdienste aber schweigen.

Hessen muss nach dem Richterspruch bis zum Jahresende die Professorenbesoldung neu regeln und auch andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und Brandenburg werten das Urteil bereits aus.

Wer sich von den finanziellen Verhältnissen deutscher Akademiker ein Bild machen will, sollte allerdings nicht nur die Professoren betrachten. Rund 41.000 gibt es, und damit sind sie nur ein kleiner Teil der mehr als 320.000 Wissenschaftler, die an Deutschlands Hochschulen tätig sind. Was all die anderen Forscher verdienen, zeigt dieser Streifzug durch Labore, Hörsäle und Büros.

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insgesamt 113 Beiträge
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olle kalle 09.03.2012
1. Kann das sein?
---Zitat--- "Die halbe Stelle bringt ihr ein gutes Auskommen, wird sie doch nach der Entgeltgruppe 13 des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst der Länder (TVL) bezahlt. Weil sie davor schon als wissenschaftliche Hilfskraft arbeitete, rutschte sie in die Besoldungsstufe zwei und bekommt nun mehr als 1700 Euro brutto ---Zitatende--- TVöD-L 13 ist niemals 1700,- brutto!
leni.pfeiffer 09.03.2012
2.
Zitat von olle kalleTVöD-L 13 ist niemals 1700,- brutto!
Sie hat ja auch nur eine halbe Stelle. Interessant wäre, ob sie für die halbe Stelle nur ihr Forschungsthema bearbeitet oder 20 Stunden die Woche Lehrverpflichtung hat und ihre "Freizeit" zur Promotion nutzt.
friedi234 09.03.2012
3. Freiwilligkeiten von Frau und Herr Doktor
Eine studentische Hilfskraft ist kein Wissenschaftler. Derjenige, der als Student zählt ist ebenfalls noch in der Ausbildung. Nemand kann erwarten, dass seine Ausbildung wie eine vollwertige Arbeit zu werten ist. Eine Ausbildung lässt üblicherweise nach Abschluss ebenfalls in der fereien Wildbahn ummünzen, es sit also niemand gezwunegn seine Ausbildung zu verlängern. Der Arbeitsmarkt such junge Akademiker. Das Gehalt nach der fertiggestellten DIS finde ist nun nicht hoch aber eben auch nicht prekär. Vergleiche mit Extremen sind zwar unterhaltsam, aber wie wäre es denn z.B. mit einem Vergleich Professur in Quito? Zudem bilden wir ein Überangebot an WIssenschaftlern in weichen Bereichen aus die quasi gezwunegn sind sich von der Masse als Frau und Herr Doktor abzuheben, um überhaupt einen Marktwert zu haben.
HxR 09.03.2012
4.
Zitat von olle kalleTVöD-L 13 ist niemals 1700,- brutto!
Es steht doch im Artikel das sie eine halbe Stelle hat. Von daher sind 1700 Brutto in der zweiten Stufe möglich. siehe auch Öffentlicher-Dienst.Info - TV-L - West (http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/west/)
jneubo 09.03.2012
5. ich vermisse was
Zitat von sysopCorbisUm die Gehälter von Professoren wird mit Leidenschaft gestritten. Doch sie sind eine Minderheit an den Unis. Bei der Vergütung von Wissenschaftlern herrscht ein buntes Durcheinander: Manche forschen sehr feudal, andere werden arm durch akademische Arbeit. Der Überblick. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,819984,00.html
ich vermisse in dem Artikel einen Hinweis auf die Einkünfte der Klinikdirektoren. Deren Gehalt ist nach meinen Erkenntnissen ein kleines Zubrot. Der Löwenanteil wird durch Einkünfte von Privatpatienten/Selbstzahlern erzielt. "Wer nicht im Jahr 1 Mio. macht, macht was falsch." (Zitat Direktor) Die Berufsordnung für Ärzte sagt, daß die Mitarbeiter angemessen zu beteiligen seien. Was ist angemessen ?
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