Arbeiten im Sommer Sechs Tipps gegen die Hitze

Es ist heiß... na und? Lassen Sie sich nicht von Geschäftspartnern aus Indien oder Mexiko belächeln, wenn Sie über die Temperatur am Arbeitsplatz stöhnen. Lernen Sie von ihnen!

Ein Inder nimmt am Triumphbogen in Neu-Delhi eine Dusche
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Ein Inder nimmt am Triumphbogen in Neu-Delhi eine Dusche


Solch einen Sommer hatten wir schon lange nicht mehr. Es ist warm und sonnig, und zwar seit Wochen fast durchgehend. Schön für die, die nun am See oder am Meer sitzen, im Garten dösen oder wenigstens in klimatisierten Büros das Wetter vor dem Fenster wie eine Fototapete bewundern dürfen.

Doch es gibt auch Menschen, denen knallt die Sonne auf die Tastatur, die schwitzen sich jeden Tag durch Konferenzen und ärgern sich, dass die Chefs nicht wenigstens jetzt kurze Hosen und Flipflops erlauben.

Gehören Sie dazu? Dann könnten Sie auf der Arbeit damit punkten, wenn Sie Sitten und Bräuche aus wärmeren Ländern übernehmen, um sich und Ihren Kollegen Erleichterung zu verschaffen. Und zwar so:

Lektion eins aus dem Irak: eine Kopfdusche. Temperaturen jenseits der 40 Grad gehören im irakischen Sommer zum Alltag und auf Klimaanlagen ist wegen der häufigen Stromausfälle kein Verlass. Viele Händler stellen deshalb auf den Bürgersteigen Duschen auf, unter denen man sich die Köpfe mit Wasser abbrausen kann. Das geht auch auf Bürotoiletten. Und danach mit nassen Haaren am PC zu sitzen oder in der Werkstatt zu schuften, hat einen nachhaltigen Vorteil: Verdunstungskälte.

Außendusche auf einem Markt in Bagdad
AFP

Außendusche auf einem Markt in Bagdad

Lektion zwei aus Indien: eisgekühlte Joghurtgetränke. Natürlich können Sie sich mit kalten Softdrinks und Kaffee bei Laune halten. Oder Sie mixen sich und den Kollegen in der Pause einen Lassi. Dazu brauchen Sie Naturjoghurt und kaltes Wasser zu etwa gleichen Teilen - und dann je nach Geschmack ein paar Esslöffel Honig und/oder Zitronensaft, Zimt oder Ingwer, pürierte Bananen, Erdbeeren oder Mangos und Minze. Was und wie viel davon, entscheiden Sie.

Lektion drei aus Spanien: ein Schläfchen. Wenn die Sonne besonders heiß vom Himmel knallt, also zwischen zwei und fünf Uhr, zieht man sich in Spanien einfach zur Siesta zurück. Büros machen längere Pausen, viele Läden schließen. Vielleicht lassen sich auch Ihr Chef oder Ihre Chefin zu einer ausgedehnteren Mittagspause überreden, selbst wenn kein Nickerchen dabei herausspringt.

Lektion vier aus Mexiko: ein Hut. Die werden in dem lateinamerikanischen Land an jeder zweiten Straßenecke verkauft. Dabei muss es gar nicht der klischeehafte Sombrero sein, den Mexikaner in Comics tragen. Auch ein einfacher Stoffhut hilft gegen die Sonne auf dem Arbeitsweg, so wie weiße Leinenkleidung.

Mexikaner mit Hut
imago

Mexikaner mit Hut

Lektion fünf aus Japan: Gadgets. In japanischen Drogerien und Kaufhäusern werden die verschiedensten Produkte zum Hitzeschutz angeboten. Darunter sind kühlende Feuchttücher und Fächer, die auch hierzulande erhältlich sind, oder Ventilatoren mit USB-Anschluss. Mehr zu pfiffigen Kühlgeräten fürs Büro lesen Sie hier.

Von Asiaten lernen: Model mit tragbarem Ventilator in Südkorea
AFP

Von Asiaten lernen: Model mit tragbarem Ventilator in Südkorea

Lektion sechs aus Thailand: Hemd und Schlappen. In dem südostasiatischen Land sind Temperaturen von mehr als 30 Grad das ganze Jahr über eher die Regel. Deshalb ist es viel üblicher, das Hemd über der Hose und dazu Flipflops zu tragen. Wenn sich das erst in Ihrem Büro etabliert hat, fällt auch das Flappflappflapp-Geräusch der Badeschlappen irgendwann keinem mehr auf.

lov/dpa



insgesamt 52 Beiträge
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dasfred 30.07.2018
1. Nette Tipps, aber auch nix neues
Mit Ausnahme des Joghurtdrinks kombiniere ich diese Tipps schon lange, auch wenn der Beste, die Siesta, leider nicht immer zu beherzigen ist. Im Büro bietet sich noch ein feuchtes Tuch im Nacken an, sowie ein Ventilator, der in erster Linie die Beine kühlt, um die unangenehmen Nebenwirkungen auf die Atemwege zu verhindern.
StefanXX 30.07.2018
2. Eisgekühlte Getränke? -> Kontraproduktiver Tipp
Der Tipp mit den eisgekühlten Getränken ist so nicht richtig. Natürlich ist so etwas kurzfristig erfrischend und schmeckt und ich trinke sowas auch gerne an einem heißen Tag. Aber um die Auswirkungen der Hitze zu lindern, ist dieser Tipp sogar kontraproduktiv. Es ist Fakt, dass die Aufnahme von eiskalten Getränken die "innere" Heizung des Körpers zusätzlich stimuliert, weil der Körper versucht die eiskalten Getränke möglichst schnell auf Körpertemperatur zu bringen. D.h. damit sorgt man eher dafür, dass zur äußeren Hitze zusätzlich auch noch verstärkt von innen geheizt wird, was das Problem noch verschlimmert. Jeder seriöse Wissenschaftler/Arzt rät deshalb an heißen Tagen mäßig temperierte/lauwarme Getränke zu sich zu nehmen, aber sicher keine eiskalten.
horstenporst 30.07.2018
3.
Zitat von StefanXXDer Tipp mit den eisgekühlten Getränken ist so nicht richtig. Natürlich ist so etwas kurzfristig erfrischend und schmeckt und ich trinke sowas auch gerne an einem heißen Tag. Aber um die Auswirkungen der Hitze zu lindern, ist dieser Tipp sogar kontraproduktiv. Es ist Fakt, dass die Aufnahme von eiskalten Getränken die "innere" Heizung des Körpers zusätzlich stimuliert, weil der Körper versucht die eiskalten Getränke möglichst schnell auf Körpertemperatur zu bringen. D.h. damit sorgt man eher dafür, dass zur äußeren Hitze zusätzlich auch noch verstärkt von innen geheizt wird, was das Problem noch verschlimmert. Jeder seriöse Wissenschaftler/Arzt rät deshalb an heißen Tagen mäßig temperierte/lauwarme Getränke zu sich zu nehmen, aber sicher keine eiskalten.
Die Meinung besser lauwarme als eiskalte Getränke zu trinken ist auch unter Experten umstritten. Wissenschaftliche Beweise dazu, dass lauwarmes Wasser besser sei gibt es nicht. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/trinken-bei-hitze-fuenf-irrtuemer-die-viele-glauben-a-1047147.html
Plasmabruzzler 30.07.2018
4.
Natürlich kann man diese Tipps beherzigen und sie sind auch zum Teil und je nach Person sinnvoll. Aber man kann ja auch vorbeugen, indem man Klimaanlagen an/in Gebäude baut. Ich kenne kaum ein Land, dass so abgeneigt gegenüber Klimaanlagen ist wie Deutschland, obwohl hier Firmen sitzen, die solche Geräte auf hohem Niveau bauen, liefern und in Betrieb nehmen. Solche Anlagen sind kein Hexenwerk und werden in Zukunft auch für höhere Immobilienwerte sorgen. Es ist ja kein Geheimnis, dass sich das Klima wandelt und die Sommer in D wärmer bzw. schwüler werden. Eine Klimaanlage kühlt ja nicht nur, sie kann auch Luft trocknen und von Gerüchen befreien - daher ist der angelsächsische Begriff dafür auch "air conditioning", also die Konditionierung der Luft und nicht "Kältemaschine". Obendrein spart man sich die Kipp- und Öffnungs-Funktion der Fenster, was den Rahmenpreis erheblich senkt. Natürlich hilft das einem Dachdecker wenig, aber wenigstens da, wo man Veränderungen erwirken kann, sollte man sie auch anstoßen.
Emma Fairfax 30.07.2018
5.
Zitat von StefanXXDer Tipp mit den eisgekühlten Getränken ist so nicht richtig. Natürlich ist so etwas kurzfristig erfrischend und schmeckt und ich trinke sowas auch gerne an einem heißen Tag. Aber um die Auswirkungen der Hitze zu lindern, ist dieser Tipp sogar kontraproduktiv. Es ist Fakt, dass die Aufnahme von eiskalten Getränken die "innere" Heizung des Körpers zusätzlich stimuliert, weil der Körper versucht die eiskalten Getränke möglichst schnell auf Körpertemperatur zu bringen. D.h. damit sorgt man eher dafür, dass zur äußeren Hitze zusätzlich auch noch verstärkt von innen geheizt wird, was das Problem noch verschlimmert. Jeder seriöse Wissenschaftler/Arzt rät deshalb an heißen Tagen mäßig temperierte/lauwarme Getränke zu sich zu nehmen, aber sicher keine eiskalten.
Klar, das ist bekannt. Im Artikel selbst ist aber auch nur von Zugabe 'kalten' Wassers die Rede. Der türkische Ayran ist auch ein solch kühles, sehr erfrischendes Getränk, das ich liebe. Kichern muss ich allerdings bei der Vorstellung einer Kopfdusche im Büro. Alle Frauen sitzen dann mit zerstörter Frisur und laufender Wimperntusche da?
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