Posse nach Hochzeit "Mein Chef weigerte sich, meinen neuen Namen anzuerkennen"

Als er den Nachnamen seiner Frau annahm, bekam ein Mitarbeiter in Großbritannien Stress mit seinem Chef. Der Vorgesetzte fürchtete Ärger mit Kunden.

Hochzeitspaar (Symbolbild)
DPA

Hochzeitspaar (Symbolbild)


Wayne Harding hieß früher Wayne Nell. Nach der Hochzeit mit seiner Frau Debbie hatte er ihren Familiennamen angenommen - zum Ärger seines Chefs. Harding arbeitet in der Hausverwaltung und betreut etwa hundert Mieter.

"Als einer meiner Chefs herausfand, dass ich meinen Namen geändert habe, sagte er, ich hätte ihn um Erlaubnis bitten sollen", erzählt Harding der BBC. Die Kunden könnten schließlich glauben, er lebe in einer Homo-Ehe. Harding müsse in seiner E-Mail-Signatur deutlich machen, dass er mit einer Frau verheiratet sei, fordert der Chef.

"Es war beleidigend und ich fühlte mich angeprangert", sagt Harding. Ein Mitarbeiter der Personalabteilung habe ihn schließlich aufgefordert, die Erklärung aus seiner Signatur herauszunehmen. Sie sei unnötig.

Der Chef habe sich aber weiterhin geweigert, seinen neuen Namen zu akzeptieren. Er bestand demnach darauf, dass Harding weiterhin seinen Geburtsnamen benutzt.

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Sein Boss sei nicht der Einzige gewesen, der Probleme mit dem Namenswechsel hatte, erzählt Harding. Er hatte seiner Familie nicht erzählt, dass er den Namen seiner Verlobten annehmen wolle. Sie hätten es erst nach der Hochzeit herausgefunden. Sein Vater habe ihm am Telefon gesagt, der Namenswechsel sei für ihn wie ein Schlag ins Gesicht.

"Mein Schwiegervater ist dagegen sehr stolz auf mich", erzählt Harding. Auch seine Frau und seine Stieftochter freuten sich über die Entscheidung. Seine Stieftochter sei der Hauptgrund gewesen, warum er den Namen seiner Verlobten angenommen habe, damit die ganze Familie denselben Nachnamen trägt.

Auch in Deutschland können sich Eheleute bereits seit Jahrzehnten auf den Nachnamen der Frau als gemeinsamen Namen einigen. Das passiert jedoch nicht oft. Abfragen bei Standesämtern und Umfragen zeigen, dass nur etwa fünf Prozent der Männer den Namen ihrer Ehefrau annehmen. 80 Prozent der Paare entscheiden sich dagegen für den Nachnamen des Ehemannes, der Rest wählt einen Doppelnamen oder entscheidet sich dafür, dass beide ihren Namen behalten.

koe/dpa



insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
felisconcolor 19.02.2018
1. Wundervoll
Zitat: Auch in Deutschland können sich Eheleute bereits seit Jahrzehnten auf den Nachnamen des Mannes als gemeinsamen Namen einigen. Das passiert jedoch nicht oft. Zitatende. Ich liebe diese freudschen Verschreiber.
angst+money 19.02.2018
2. Wie peinlich
Wenn Menschen schon mit solchen Mini-Abweichungen von der Norm so schlecht umgehen können, wundert mich nichts mehr.
tobi.oe 19.02.2018
3.
Nun, natürlich ist es sein und nur seine Entscheidung. Den eigenen Vater jedoch nicht "vorzuwarnen" ist jedoch auch nicht die feine englische Art.
bewarzer-fan 19.02.2018
4. ... mal eine Frage:
Ich beziehe mich hier auf die Möglichkeit, dass beide Heiratswilligen den Namen zusammenlegen können Wenn ich beispielsweise Müller-Lüdenscheid hieße (danke, Loriot :-), und ich wollte Annegret Kramp-Karrenbauer heiraten (wovor Gott mich bewahren wird) - könnten/dürften wir dann in irgendeiner zu wählenden Kombi die beiden Namen zusammen legen? zB Müller-Lüdenscheid-Kramp-Karrenbauer ?
anders_denker 19.02.2018
5. Was ist eigentlich das Problem
an der Sache und speziell bei dem Chef?
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