Homeoffice Mitarbeiter sollen leichter von zu Hause aus arbeiten können

Fast die Hälfte der Deutschen möchte wenigstens ab und zu im Homeoffice bleiben. Das soll nach Plänen des Arbeitsministeriums bald leichter möglich sein.

Arbeit im Homeoffice (Symbolbild)
DPA

Arbeit im Homeoffice (Symbolbild)


Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, will ein gesetzlich verankertes Recht auf Homeoffice schaffen. Der SPD-Politiker plant nach SPIEGEL-Informationen einen Vorstoß, nach dem Unternehmen Heimarbeit entweder erlauben müssen - oder aber begründen müssen, warum diese in der Firma nicht möglich ist. In den Niederlanden gibt es ein solches Gesetz bereits. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+)

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Heft 2/2019
Das neue Berufsleben - zwischen Freiheit und Selbstausbeutung

"Die Digitalisierung verändert die Herrschaftsbeziehungen. Wir müssen sicherstellen, dass die Menschen von den Veränderungen profitieren", sagte Böhning dem SPIEGEL.

In Deutschland arbeiten nach Angaben des Statistischen Bundesamts nur zwölf Prozent der Beschäftigten zumindest gelegentlich von zu Hause aus. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wäre Heimarbeit jedoch bei vier von zehn Jobs grundsätzlich möglich. In den meisten Fällen scheitere der Wunsch danach an den Vorgesetzten, so die DIW-Forscher.

40 Prozent der Deutschen wünschen sich laut einer Studie des Bundesarbeitsministeriums, wenigstens ab und zu von zu Hause aus zu arbeiten, unabhängig davon, ob sie eine Familie haben oder Single sind. Viele Beschäftigte schätzen die Möglichkeit, sich so ihre Arbeit selbst einzuteilen und sie bei Bedarf unterbrechen zu können.

Studien zeichnen ein widersprüchliches Bild, ob Heimarbeit eher schadet oder nützt: Menschen arbeiten im Homeoffice durchschnittlich länger, haben häufiger Schwierigkeiten, nach Feierabend abzuschalten und werden seltener befördert. Andererseits sind sie offenbar tendenziell zufriedener und produktiver.

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akn

insgesamt 191 Beiträge
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Seite 1
Johannes60 04.01.2019
1. Ein Schritt in die richtige Richtung.
Ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist doch unsinnig, dass viele Menschen lange Wege per Auto absolvieren, dabei Lebenszeit vergeuden und Abgase in die Luft pusten, um von einem Bildschirm (zuhause) zum anderen (im Büro) zu wechseln. Telefonieren kann man auch an beiden Stellen. Zudem sparen Heimarbeitsplätze Büroräume inl. deren Heizung und Pflege. Auf Besprechungen, bei denen die Mitarbeiter auch physisch anwesend sind, muss man ja nicht ganz verzichten
zorngibel 04.01.2019
2. tja
... kann die positiven Nebenwirkungen des "HO" nur bestätigen. Man rechne sich zudem mal aus, wie es sich auf die Umwelt und den Verkehr auswirken könnte, wenn Home Office in größerem Stil verwirklicht würde. Dem steht leider daw Bedürfnis vieler deutscher Chefs entgegen, ihre "untergebenen" Häupter täglich um sich geschart zun wissen ... Auch dem unsäglichen "Meetint"-Unwesen, das gefühlt die halbe deutsche Wirtschaft lahmlegt und vor allem dem Geltungsbedürfnis einiger weniger leitenden Angestellten dient, wäre damit womöglich etwas entgegengesetzt ...
runandrock 04.01.2019
3. Katastrophe
Als Vorgesetzter kann ich nur sagen: katastrophale Entwicklung. Die Präsenz am Arbeitsplatz wird völlig unterbewertet. Ansprechpersonen, die man dringend und kurzfristig benötigt, sind nicht da. Und: Warum möchten bloß die meisten den homeoffice-Tag auf den Freitag legen? Richtig: das Wochenende lockt schon am Donnerstag. Diese Entwicklung betrachte ich mit großer Sorge. Aber leider ist diese Haltung gerade nicht populär. Vielleicht geht es Deutschland wirtschaftlich zu gut, dass wir meinen uns das leisten zu können.
Gande 04.01.2019
4. Was macht ein Maurer?
Und was macht nun ein Maurer oder andere Mitarbeiter der arbeitenden Bevölkerung? Soll der Maurer zu Hause schon mal eine Mauer hochziehen? Und am nächsten Tag zur Arbeitsstelle transportieren?
gammoncrack 04.01.2019
5. Meine Frau hatte Anfang 2000 (gerne) einen Telearbeitsplatz,
weil dadurch aufgrund meines beruflich bedingten örtlichen Wechsels das wöchentliche Pendeln entfiel. Zwangsläufig wurde dadurch, bei 180 km Unterschied, ein Zweitwohnsitz erforderlich. Das Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern hier in Deutschland übernahm damals die anteiligen Mietkosten für das Arbeitszimmer, Drucker, PC, und weitere Hardware wurde vom Unternehmen gestellt bzw. übernommen. In 2004 wurden die Telearbeitsplätze gestrichen. Inzwischen, nachdem ich aus dem Berufsleben ausgeschieden bin und wir nun eine Wohnung an Ihrem Arbeitsort haben, wurden die Telearbeitsplätze, die sich aber ganz bewusst "Work at home" wieder angeboten. Das Unternehmen stellt aber nur ein Notebook, das sie sowieso schon im Büro nutzt, ansonsten nichts zur Verfügung. Die Frage wird bei diesem Thema also sein, ob Unternehmen verpflichtet werden, alles Notwendige zur Verfügung zu stellen. Geschieht das nicht, dürfte das Interesse relativ gering sein.
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