Umfrage Jeder dritte Student will Beamter werden

Sicherheit zählt bei der Jobwahl - und dann lange gar nichts. Deswegen wollen 32 Prozent der Studierenden am liebsten in den Staatsdienst.

Traumjob im Amt
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Traumjob im Amt


Viele Studenten finden eine Karriere bei Vater Staat attraktiv. Knapp jeder dritte (32 Prozent) gab in einer Umfrage an, nach dem Abschluss im öffentlichen Dienst arbeiten zu wollen. Das geht aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens EY unter 3500 Studenten hervor. Vor zwei Jahren hatten sich noch 30 Prozent so entschieden.

Dazu passt, dass in der Befragung 63 Prozent sagten, Jobsicherheit sei für sie das wichtigste Kriterium bei der Arbeitgeberwahl. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: In den öffentlichen Dienst wollen sogar 42 Prozent der Frauen, während es bei den Männern nur 23 Prozent sind - für sie die zweiplatzierte Branche. Männer favorisieren die Automobilindustrie (30 Prozent), von der sich alle Studierenden die höchsten Gehälter erhoffen.

Unter sämtlichen befragten Studenten landete die Autoindustrie auf dem dritten Platz (22 Prozent). Auf Platz zwei kamen mit großem Abstand Kultureinrichtungen (23 Prozent). Besonders unbeliebt sind dagegen Versicherungen (drei Prozent), Transport und Logistik (drei Prozent) und Handel (fünf Prozent). Auch Banken schneiden mit neun Prozent Zustimmung eher schlecht ab. Die Frage lautete: "Welche Branchen sind für Ihre beruflichen Pläne besonders attraktiv?"

Familie ist ein wichtiger Faktor

Nach der Sicherheit des Arbeitsplatzes wünschen sich Studenten von ihrem Arbeitgeber gute Aufstiegschancen, nette Kollegen und an vierter Stelle eine leichte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Gehalt steht erst an fünfter Stelle, nur 37 Prozent bezeichneten als einen der wichtigsten Faktoren.

Die Unternehmen könnten aus den Ergebnissen der Umfrage lernen, erklärte Ana-Cristina Grohnert von EY (früher Ernst & Young): Sie müssten ihnen über Karrieremöglichkeiten und ein gutes Einstiegsgehalt hinaus mehr bieten. "Die Unternehmen müssen sich mit attraktiven Angeboten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf selbst bei den Studenten bewerben." Der Gesetzgeber müsse nachbessern, nach wie vor seien in einigen Regionen Betreuungsplätze für Kinder Mangelware.

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mamk/AFP



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