Job-Chancen für Absolventen Kennen wir uns denn?

Unternehmen stellen wieder mehr Absolventen ein. Doch gute Noten reichen nicht, wie eine Studie des manager magazins zeigt. Die besten Chancen hat, wer schon als Praktikant an Bord war. Vor allem Wirtschaftsprüfer sind gefragt.

Bewerber auf einem Auswahltag: Große Unternehmen stellen weiter eifrig ein
Michael Godehardt

Bewerber auf einem Auswahltag: Große Unternehmen stellen weiter eifrig ein

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Hamburg - Die Job-Aussichten für Hochschulabsolventen sind noch einmal deutlich besser als vor einem Jahr - das ergab eine Umfrage von manager magazin unter 20 der größten Unternehmen in Deutschland. Darin gaben die Firmen nicht nur Auskunft über die Zahl der geplanten Einstellungen, sondern auch über ihre Erwartungen an die Berufsanfänger und die Einstiegsgehälter, die sie zahlen. Die Ergebnisse veröffentlicht manager magazin exklusiv in einem "Karriere Spezial", das der Oktober-Ausgabe beiliegt (ab 23. September am Kiosk).

Zu den einstellungsstärksten Firmen gehören danach vor allem die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. So stellt etwa Pricewaterhouse­Coopers (PwC) in diesem Jahr und im nächsten Jahr jeweils 1500 Universitäts- und Fachhochschul­absolventen ein, KPMG ebenso viele, Ernst & Young gar 1600. Aber auch Unternehmen wie Bosch (jeweils 600 Uni- und FH-Absolventen), Allianz (jeweils 500) und Bayer (jeweils 200 bis 250) zählen zu den großen Job-Motoren.

Kleine, aber feine Unternehmen wie McKinsey (jeweils 220) oder Porsche (jeweils gut 100) rekrutieren ebenfalls wieder fleißig. Wie die Zahl der Einstellungen zeigen auch die Anfangsgehälter eine große Spannbreite: Zwischen 40.000 Euro in einem Industrieunternehmen bis hin zu 70.000 Euro und mehr bei einer großen Strategieberatung.

"Persönlichkeit" als wichtigstes Kriterium

Dabei sind die Erwartungen der Unternehmen an die Absolventen hoch: Gute Noten, Praktika und Auslandserfahrung sind bei den meisten ein Muss. Als wichtigstes Kriterium aber nennen die Firmen "Persönlichkeit" - gesucht sind teamfähige, flexible Talente mit der Fähigkeit, sich schnell in komplexe und sich wandelnde Anforderungen einzuarbeiten.

Ob sie das können, testen die Unternehmen verstärkt über Praktika: Der Anteil der Neueinsteiger, die zuvor ein Praktikum in der gleichen Firma absolviert hatten, steigt seit Jahren an. Porsche etwa rekrutiert derzeit zwischen 70 und 80 Prozent des akademischen Nachwuchses unter ehemaligen Praktikanten.

Neben der Analyse von Chancen und Erwartungen der Absolventen enthält das "Karriere Spezial" von manager magazin zahlreiche Artikel, Nachrichten und Studien rund um Einstieg und Aufstieg - etwa über Deutschlands beliebteste Arbeitgeber, Karrierechancen im Mittelstand oder die neue Gründergeneration.

  • Klaus Werle (Jahrgang 1973) ist Redakteur beim manager magazin.



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Seite 1
robiflyer 22.09.2011
1. Wahnvorstellungen
>Als wichtigstes Kriterium aber nennen die Firmen "Persönlichkeit" - >gesucht sind teamfähige, flexible Talente mit der Fähigkeit, sich >schnell in komplexe und sich wandelnde Anforderungen >einzuarbeiten. Wie sieht es eigentlich mit der Persönlichkeit derer aus ,die solches anfordern ?!?! Wenn sie genau das tun , sind sie ruckzuck wieder draussen , weil die Oligarchie Gefahr für sich selbst wittert. Im weiteren werden genau die , die wirklich für die Firmen interessant wären, eben durch diese Assessment ausgefiltert. Derartig verfährt man schon seit xx Jahren, und man braucht sich nicht zu wundern daß und vorallem wo ein Fachkräftemangel herrscht.
happy 1819 22.09.2011
2. Panikmache
"Dabei sind die Erwartungen der Unternehmen an die Absolventen hoch: Gute Noten, Praktika und Auslandserfahrung sind bei den meisten ein Muss." Ich habe Durchschnittliche Noten, keine Praktika und keine Auslandserfahrung. Trotzdem arbeite ich in einem großen Unternehmen(20Std. Woche), werde jetzt aber den Job wechseln da ich bald meinen Abschluss mache. Meine bisherige Bewerbungsstatistik bei anderen Großunternehmen kann sich durchaus sehen lassen. Bisher wurde ich immer zu Gesprächen eingeladen und habe schon Zusagen bekommen. Man braucht dieses ganze aufgesetzte Zeug wie ach so tolle Noten, fünf Praktika und Auslandssemester einfach nicht. Mann muss eine gefestigte Persönlichkeit darstellen, sicher auftreten und sich gut verkaufen. Ich hatte wirklich nette Gespräche wo die Noten oder meine Semesterzahl nie erwähnt wurden. Der Rest sind diejenigen, die so etwas mit den oben genannten drei Dingen ausgleichen müssen. Ich möchte nur meine Erfahrungen schildern und vor der Panikmache unseres Arbeitsmarktes warnen. Man sollte das alles nicht zu ernst nehmen. Dazu möchte ich noch sagen das ich auch bei Firmen in der Personalabteilung saß und mich ernsthaft gefragt habe, ob die das grad ernst meinen was sie mich alles fragen. Firmen die einen schon während der Bewerbung nur auf Noten etc. reduzieren, sind es meist nicht wert. Gruß happy
TotalRecall 22.09.2011
3. 1
Zitat von happy 1819"Dabei sind die Erwartungen der Unternehmen an die Absolventen hoch: Gute Noten, Praktika und Auslandserfahrung sind bei den meisten ein Muss." Ich habe Durchschnittliche Noten, keine Praktika und keine Auslandserfahrung. Trotzdem arbeite ich in einem großen Unternehmen(20Std. Woche), werde jetzt aber den Job wechseln da ich bald meinen Abschluss mache. Meine bisherige Bewerbungsstatistik bei anderen Großunternehmen kann sich durchaus sehen lassen. Bisher wurde ich immer zu Gesprächen eingeladen und habe schon Zusagen bekommen. Man braucht dieses ganze aufgesetzte Zeug wie ach so tolle Noten, fünf Praktika und Auslandssemester einfach nicht. Mann muss eine gefestigte Persönlichkeit darstellen, sicher auftreten und sich gut verkaufen. Ich hatte wirklich nette Gespräche wo die Noten oder meine Semesterzahl nie erwähnt wurden. Der Rest sind diejenigen, die so etwas mit den oben genannten drei Dingen ausgleichen müssen. Ich möchte nur meine Erfahrungen schildern und vor der Panikmache unseres Arbeitsmarktes warnen. Man sollte das alles nicht zu ernst nehmen. Dazu möchte ich noch sagen das ich auch bei Firmen in der Personalabteilung saß und mich ernsthaft gefragt habe, ob die das grad ernst meinen was sie mich alles fragen. Firmen die einen schon während der Bewerbung nur auf Noten etc. reduzieren, sind es meist nicht wert. Gruß happy
Schließen Sie nicht von Praktikanten oder Werksstudentenstellen auf reguläre Jobs. Gerade die interessanten Posten werden nur per AC vergeben. Und um an denen überhaupt teilnehmen zu "dürfen", müssen erstmal die hard facts (Noten etc.) stimmen.
happy 1819 23.09.2011
4. title
Zitat von TotalRecallSchließen Sie nicht von Praktikanten oder Werksstudentenstellen auf reguläre Jobs. Gerade die interessanten Posten werden nur per AC vergeben. Und um an denen überhaupt teilnehmen zu "dürfen", müssen erstmal die hard facts (Noten etc.) stimmen.
Ich meinte auch reguläre Jobs für Berufseinsteiger, tut mir leid wenn das aus meinem Kommentar nicht sehr gut hervorging. AC habe ich auch durchlaufen, teils mit Erfolg, teils ohne. Leider gibt es einfach so viele Bewerber das ohne AC gar nichts mehr geht, irgendwie muss ja gefiltert werden. Ein Hauptargument sind bei vielen Firmen sicher die Noten, was ich sehr schade finde. Daher kann ich nur jedem raten sich auf Jobmessen blicken zu lassen. Ich kenne ein paar Personen, die sich dadurch das AC "gespart" haben. Gegenüber einer schriftlichen und unpersönlichen Bewerbung wo es sehr oft nur auf die "Hard-Facts" ankommt, zählen hier direkt "Auftreten", "Soft-Skills" und evtl. sog. Sozialkomeptenzen.
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