Journalismus-Einsteiger Krise war immer

Von Kathrin Breer, Marian Schäfer und

Umbruch in der Tagespresse: Unsichere Zeiten für den Journalistennachwuchs
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Umbruch in der Tagespresse: Unsichere Zeiten für den Journalistennachwuchs

3. Teil: Marcel Berndt - Ich will mitmischen


In zwei Wochen ist es soweit: Meine Abschlussfeier an der Kölner Journalistenschule steht an. Statt Vorfreude auf diesen Tag spüre ich Ungewissheit und Zweifel. Denn mich erwarten Medienhäuser, die mit sinkenden Einnahmen kämpfen, Verlagsmanager, die Stellen streichen, und viele Konkurrenten, gegen die ich mich auf dem Arbeitsmarkt durchsetzen muss.

Als ich vor fünf Jahren meine Bewerbung für die Journalistenschule geschrieben habe, wusste ich schon, dass es schwer ist, im Journalismus Fuß zu fassen. Trotzdem entschied ich mich dafür und sagte mir enthusiastisch: Ich will zu den Besten gehören, und die Besten setzen sich auch durch.

Zu Beginn meiner Journalistenausbildung im Oktober 2008 brach die Finanzkrise aus, Unternehmen stornierten ihre Werbung in den Medien. Ich sagte mir nüchtern: Auf Tief folgt Hoch. Die Wirtschaft erholte sich tatsächlich wieder - die Nachrichtenwirtschaft jedoch nicht.

Ausgerechnet mein Spezialgebiet

Kurz vor meiner Abschlussfeier steht nun außer der Nachrichtenagentur dapd und der "Frankfurter Rundschau" auch noch die "Financial Times Deutschland" vor dem Aus - eine Wirtschaftszeitung, ausgerechnet ein Blatt aus meinem Spezialgebiet. Wirtschaftsjournalismus ist ein Schwerpunkt der Kölner Journalistenschule.

Und was sage ich jetzt? Es muss sich etwas ändern - und ich bin bereit, mitzumischen! Die Medienhäuser schauen seit Jahren zu, wie Leser und Werbekunden von den Tageszeitungen zu den Online-Ausgaben wandern. Das ist an sich kein Problem. Doch bleibt bei dieser Wanderung die Anerkennung für journalistische Arbeit auf der Strecke. Unternehmen zahlen viel weniger für Online-Werbung als für Print-Werbung. Und Leser zahlen für Online-Nachrichten meist gar nichts.

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Selbständig in den Medien: Freie Journalisten als Niedriglöhner
Das heißt also, dass dem Online-Journalismus ein niedrigerer Wert zugestanden wird als dem Print-Journalismus. Die Verlage befeuern diese Entwertung durch Sparmaßnahmen. In vielen Redaktionen müssen immer weniger Journalisten immer mehr Arbeit erledigen - und das immer schneller. Dadurch sinkt die Medienqualität und auch die Zahlungsbereitschaft von Lesern und Werbekunden. Wenn sich nichts verändert, sieht es für den Journalismus schlecht aus.

Wollen die Verlage eine Bezahlung für Online-Nachrichten rechtfertigen, müssen sie im Internet hochwertigen und innovativen Journalismus anbieten. Bisher herrscht im Netz meist Text- und Bildberichterstattung vor. Das können Zeitungen auch, im Internet steckt jedoch mehr Potential.

Ich will den Neuanfang der Nachrichtenbranche mit anpacken. Dafür brauche ich ebenso enthusiastische Kollegen - und einen Arbeitsplatz. Bevor ich mich in den harten Arbeitsmarkt stürze, kann ich immerhin noch einmal durchatmen. Ich stecke noch in den letzten Semestern meines VWL-Studiums, das parallel zur Journalistenschule lief. Danach bin ich bereit für den Kampf.

  • Marcel Berndt (Jahrgang 1988) hat gerade die Kölner Journalistenschule abgeschlossen und studiert VWL an der Uni Köln. Er schreibt unter anderem für den KarriereSPIEGEL, die "Welt" und die "Wirtschaftswoche".

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insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
a.n.n.a. 28.11.2012
1. Etwas einseitig
Dass sich die Medienbranche so zum Negativen verändert hat ist hart für alle, die in diesem Berufsfeld arbeiten. Dass darüber berichtet wird ist gut, aber wieso kommen hier nur junge Leute zu Wort, die vom Arbeitsalltag nichts wissen. Fünf Jahre in der Journalistenschule machen noch keinen Journalisten. Die Menschen, die hier geschrieben haben, haben noch alle Möglichkeiten. Wenn sie merken es wird nichts, können sie jederzeit umdrehen. Fragt doch mal jemanden, der älter ist und seinen Job verliert; der keine Ahnung von Bildbearbeitung, Podcasts und CMS hat. Oder jemanden, der in die Altersteilzeit gedrängt wird, weil keiner mehr nach Tarif zahlen will. Ein gelungene Mischung aus Meinungen fehlt mir in diesem Artikel. Dazu kommt - aber das ist meine persönliche Meinung - dass gerade diese überambitionierten, geleckten Pulitzerpreisanwärter so unsympathisch sind, dass ich selbst sie nicht in meiner Redaktion sitzen haben wollte!
Pfaffenwinkel 28.11.2012
2. Journalisten
sind seit etwa zehn Jahren - bis auf wenige Ausnahmen - die Verlierer. Viele schaffen es nur, weil sie von den Eltern finanziell unterstützt werden.
n+1 28.11.2012
3. Ein sich selbst beschleunigender Prozess
Die Journalisten werden immer schlechter bezahlt - sind aber auch immer schlechter qualifiziert und politisch borniert. Es wird mit den Druckmedien weiter abwärts gehen.
spon-facebook-1140873375 28.11.2012
4. Überzeugt
Wer glaubt, Journalismus sei ausschließlich Handwerk, das sich erlernen ließe, irrt gewaltig. Es gehört auch eine große Portion Talent dazu. Zwei der drei Autoren haben dieses Talent nicht.
willige 28.11.2012
5.
Zitat von spon-facebook-1140873375Wer glaubt, Journalismus sei ausschließlich Handwerk, das sich erlernen ließe, irrt gewaltig. Es gehört auch eine große Portion Talent dazu. Zwei der drei Autoren haben dieses Talent nicht.
Diejenigen Journalisten die meinen mit Negativmeldungen Leser zu motovieren, irren sich. Viele wollen diesen pessimistischen Voraussageschrott nicht mehr lesen. Ich denkle auch mal, daß das Fernsehen in dieser Hinsicht nachziehen wird. Am besten fühlen sich doch diejenigen, die wederZeitung lesen, noch Nachrichten hören.
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