Taxifahrer-Kalender Pin-ups mit Schnauzer und Plauze

Feuerwehrmänner, Jungbauern, Dschungelcamp-Sternchen - und jetzt auch noch Taxifahrer. Der Kalender-Kanon ist um eine Berufsgruppe reicher. Im "NYC Taxi Drivers Calendar" spielen die Macher lustvoll mit Pin-up-Klischees.

Von

Shannon McLaughlin

Es gibt Berufsgruppen, die kommen andauernd als Kalendermotive zum Einsatz. Nacktmodels oder Fitnesstrainer, aber auch Feuerwehrmänner, Polizisten, Wrestler, Jungbauern, gerne auch Angler, Dschungelcamp-Nacktbaderinnen und, wenn man das mit dem Beruf mal ganz weit fasst, Rassekatzen.

Solche Kalender sind nicht immer geschmackssicher und oft überhaupt nicht politisch korrekt. So gibt es Kalender, in denen auf jedem Monatsblatt ein Feuerwehrmann eine spärlich bekleidete Frau aus einem vermeintlichen Inferno rettet: immer Inferno, immer spärlich. Und worin die Faszination besteht, in einem Fotokalender ganze 13-mal ein Unterwäschemodel zusammen mit einem Karpfen zu zeigen - kein Zander, keine Makrele! -, das bleibt wohl für immer das Geheimnis der Fans.

Taxifahrer gehörten bislang nicht zum Kanon der Kalenderberufe. Doch das ändert sich inzwischen: Zum zweiten Mal ist gerade der "NYC Taxi Drivers Calendar" erschienen. Bei einem flüchtigen Blick ein Berufskalender wie viele andere: Taxifahrer, die ausgesprochen kontaktfreudig in die Kamera gucken und teilweise nicht mehr als das Nötigste anhaben. Beim zweiten Blick: Taxifahrer halbnackt? Und: mit Plauze und Schnauzer?

Fotostrecke

22  Bilder
Müllmänner als Fotografen: Schwarzweißbilder aus der Tonne
Die Fotos, die Philip Kirkman und seine Verlobte Shannon McLaughlin da versammelt haben, sind ein Sammelsurium von Genrezitaten - aber präsentiert mit einer gehörigen Portion Ironie. Fast alle Pin-up-Klischees sind dabei, vom Jeansmädel, das sich lustvoll das T-Shirt am Leib zerreißt, bis hin zur Reifenpanne einer kurzberockten Schönen. Nur dass diese Motive hier von Männern nachgestellt werden. Das sieht für jeden erkennbar so absurd aus, wie die Originale eigentlich immer schon waren.

40.000 Dollar für einen guten Zweck

Im vergangenen Jahr brachten Kirkman und McLaughlin den ersten Kalender dieser Art heraus. Sie hatten nach einem humorvollen Weg gesucht, Einwanderer und ihren Beitrag für die New Yorker Gesellschaft sichtbar zu machen, erklärte Kirkman. Der klassische Einwandererberuf ist der des Taxifahrers, so entstand die Idee, nur Cabbies abzulichten. Kirkman suchte Fahrer, die genug Humor und Selbstvertrauen für die ironischen Fotosessions hatten, McLaughlin schoss die Bilder.

Der Kalender war ein großer Erfolg. Ein Teil des Erlöses geht an University Settlement, eine New Yorker Hilfsorganisation, die US-Einwanderer unterstützt. Nach eigenen Angaben brachte der 2014er-Kalender dem Sozialprojekt gut 40.000 Dollar ein. Kein Wunder, dass Kirkman und McLaughlin eine Fortsetzung produziert haben.

Im Cabbie Calendar für 2015 taucht auch erstmals eine Frau auf, allerdings nicht als hilfloses Sexobjekt. Gezeigt wird ein Ehepaar, das stets gemeinsam Taxi fährt und für das Foto eine eher untypische Picknickpause einlegt.

Aber sehen Sie selbst.

Mitarbeit: Pauline Schinkels

  • Matthias Kaufmann (Jahrgang 1974) ist KarriereSPIEGEL-Redakteur.



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pfennich 11.10.2014
1. Schnauzer?
Meinen Sie nicht eher Schnäuzer? Also den Bart und nicht den Hund?
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