Karneval im Job Konfetti, Bützje - Abmahnung?

Helau und Alaaf, auch wenn man arbeiten muss - das kann schiefgehen. Es sei denn, der Chef ist selbst jeck. Das müssen Sie beachten, um sich keinen Ärger einzuschunkeln.

Heute mal nicht korrekt in der Buchhaltung: Karnevalisten in Köln
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Heute mal nicht korrekt in der Buchhaltung: Karnevalisten in Köln


Beim Karneval geht's rund. Und wer an den tollen Tagen arbeiten muss, will am liebsten seinen Arbeitsplatz in eine Karnevalshochburg verwandeln. Doch das kann schnell für Ärger sorgen. Was also sollten Sie beachten?

Ganz grundsätzlich: Es gibt kein Recht auf Konfetti. Selbst in den klassischen Narrenregionen Deutschlands sind die Karnevalstage keine gesetzlichen Feiertage. Frei hat damit nur, wer Urlaubstage hergibt. Und wer rechtzeitig plant. Denn gibt es mehrere Jecken in einer Abteilung, dann werden die Vorgesetzten womöglich nicht allen den Urlaub genehmigen können. Wer noch in der Probezeit ist, hat ohnehin keinen Anspruch darauf, überhaupt in den ersten Monaten freizunehmen.

Viele Vorgesetzte feiern allerdings selbst gern mit Helau. In Mainz oder Köln geben deshalb viele Firmen der kompletten Belegschaft bis Aschermittwoch frei. Sie dürfen das frei entscheiden, da kann nicht mal der Betriebsrat dazwischenfunken - die meisten Betriebsräte dürften das auch nicht wollen.

Passiert das in drei aufeinanderfolgenden Jahren, spricht man von einer betrieblichen Übung, das heißt, die Mitarbeiter dürfen davon ausgehen, dass es immer so ist. Wollen sie die freien Narrentage wieder streichen, brauchen die Firmen die Zustimmung ihrer Arbeitnehmer. Außer, sie haben in den Jahren zuvor immer deutlich darauf hingewiesen, dass sie sich mit diesem einen freien Rosenmontag zu keinem weiteren verpflichtet sehen.

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Wer so oder so keinen Urlaub bekommt, sollte das mit Fassung tragen. Vor ein paar Jahren drohte ein verhinderter Narr in dieser Situation, dann eben krank zu feiern. Und wurde fristlos gekündigt. Völlig zu Recht, wie die Gerichte später entschieden.

Besser ist, man gestaltet sich die Arbeit dann so jeck wie möglich. Allerdings nach geltenden Regeln:

  • Eventuell ist es möglich, nebenbei die Übertragung der Karnevalszüge im Radio zu hören oder im Fernsehen zu sehen. Das sollten aber unbedingt vorher mit dem Chef abgesprochen werden: Die Arbeit darf unter der Berieselung nicht leiden.
  • Wer den Fernseher dafür selbst mitbringt, muss auch das explizit genehmigen lassen.
  • Selbst Kostüme sind im Zweifel genehmigungspflichtig, vor allem für Mitarbeiter mit Kundenkontakt.
  • Und schließlich sollte sich keiner der Kollegen an der Karnevalsstimmung stören. Am besten klärt man das vorher.
  • Alkohol ist problematisch. Auch in diesem Punkt hat Ihr Chef das Weisungsrecht, er kann ihn kategorisch verbieten. Bei einem Arbeitsunfall unter Alkoholeinfluss kann es große Schwierigkeiten mit der Versicherung geben.
  • An Weiberfastnacht schneiden närrische Frauen den Männern auch gern die Schlipse ab. Feiert man den Tag auf der Arbeit, sollte eindeutig klar sein, welche Krawatte der Schere zum Opfer fallen darf.
  • Bützje, also Küsschen auf Wange oder Mund, sind etwas ganz anderes als echte Küsse. Technisch gesagt: Sie sind kein Zeichen dafür, dass sich der Beziehungsstatus von Küssern und Geküssten geändert hat. Eins gilt aber selbstverständlich auch hier: Wer ablehnt, darf mit einem Bützje nicht belästigt werden.

Die meisten Punkte hängen außerdem stark von der Kultur in der jeweiligen Firma ab. Und wenn das Arbeitsklima gut ist, wird sich alles schnell klären lassen. Bei Verstößen sollte dennoch klar sein: Hier kann ein Arbeitgeber auch Abmahnungen aussprechen, mit ernsten und wiederholten Verstößen setzt man sogar den Job aufs Spiel.

mamk



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