KarriereSPIEGEL-Adventskalender Niesen nur mit links

Jeden Tag ein guter Rat, dieses Pensum wuppen Karriere-, Stil- oder Etiketteberater spielend. In ihrer Welt gibt es nichts, was nicht erklärt werden müsste - und sei es noch so banal. Überzeugen Sie sich selbst, im Adventskalender. Heute: Selbst Niesen will gelernt sein.


Darf ich im Bikini zur Arbeit gehen, oder in Badehose? Ist es okay, den Kollegen mit Deo einzusprühen? Und eignet sich ein Hamster als Bürotier? Wahrscheinlich haben Sie sich diese Fragen noch nie gestellt. Beantwortet werden sie trotzdem - von Karriere-, Stil- oder Etiketteberatern. Sie geben jeden Tag alles, um anderen das Leben leichter zu machen. Und dann verstauben ihre Tipps bei uns in der Redaktion.

Schade eigentlich. Wären die Ratschläge halb so banal, wären sie doppelt so sinnvoll. Aber für einen Lacher taugen sie allemal. Wir haben die skurrilsten und pappnasigsten Tipps dieses Jahres gesammelt und im KarriereSPIEGEL-Adventskalender verstaut. Lesen Sie heute:

7. Dezember: Niesen nur mit links

Auch Niesen will gelernt sein
DPA

Auch Niesen will gelernt sein

Sie haben sich trotz Erkältung ins Büro geschleppt. Das ist sehr nobel von Ihnen, aber Lob dürfen Sie dafür nicht erwarten. Was, wenn sich nun Herr Hofer bei Ihnen ansteckt, so kurz vor der Präsentation, die möglicherweise über seine Beförderung entscheidet? Vermutlich ist Ihnen das egal, oder eigentlich auch ganz recht, schließlich ist die Bilderbuchkarriere dieses verklemmten Schlipsträgers ohnehin unerträglich. Damit wäre dann der Punkt Ansteckungsgefahr abgehakt.

Doch damit ist es nicht getan! Noch lange nicht! Niesen muss nämlich gelernt sein. Etikette-Trainerin Karin Hallinger erklärt Ihnen den Prozess in drei Schritten:

1. Sobald Sie erste Anzeichen eines Kribbelns in der Nase verspüren, wenden Sie vorsorglich Ihrem Chef den Rücken zu. Denn: Sie dürfen auf gar keinen Fall in seine Richtung trompeten. "Das kommt noch aus Zeiten, in denen es einen König gab", erklärt Hallinger. Dahinter stecke der Gedanke, dass es weniger schlimm für die Gemeinschaft ist, wenn ein Rangniedrigerer wegen Krankheit ausfällt. Nach dieser Logik dürfen Sie Kollege Hofer also getrost ein paar Spritzerchen Nasensekret mitgeben - allerdings kommt hier schon die nächste Regel…

2. Heben Sie die Hand. Nein, nicht die rechte, die linke. Halten Sie sie vors Gesicht und niesen Sie hinein. In die linke Hand ist das erlaubt. Aber nur in die. Denn: "Die rechte Hand nimmt man zur Begrüßung", sagt Hallinger.

3. Haaa…tschi. Jetzt dürfen Sie sich auch schnäuzen. Aber bitte verstecken Sie danach sofort wieder die Taschentuchpackung. Und Ihr Nasenspray, die Grippetabletten und was die freundliche Apothekerin Ihnen sonst noch alles in die Tüte geworfen hat. "So etwas auf den Tisch zu stellen, ist unmöglich", sagt Hallinger. Krankheiten seien schließlich kein angenehmes Thema - die Kollegen sollten deshalb nach Möglichkeit damit nicht behelligt werden.

  • Dieser Tipp richtet sich an: Erkältungsopfer
  • Punkte auf der Ach-was-du-nicht-sagst-Skala: 7 von 10
  • Wie es danach weitergeht: Ja, dann bleiben's halt einfach zu Hause und feiern krank. Dann können Sie nach Herzenslust röhren und rechts, links, zusammen oder immer abwechselnd die Hände heben. Wobei: Möglicherweise brauchen Sie schon für den ersten Tag ein Attest. Und gelten fortan als Mimöschen oder gar als Low Performer. Was das für Folgen hat, erklärt Ihnen dann ein Karriereberater.

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
.void 07.12.2012
1. in den Ellenbogen, nicht die Hand
Man niest heute hygienisch einwandfrei in den Ellenbogen. Denn selbst mit der linken Hand greift man Dinge, die nachher andere anfassen. Und bitte auch keine Stofftaschentūcher bei Erkältungen, damit verteilen sich die Viren nämlich schön auf beiden Händen und im halben Gesicht.
Gegengleich 07.12.2012
2.
Zitat von .voidMan niest heute hygienisch einwandfrei in den Ellenbogen. Denn selbst mit der linken Hand greift man Dinge, die nachher andere anfassen. Und bitte auch keine Stofftaschentūcher bei Erkältungen, damit verteilen sich die Viren nämlich schön auf beiden Händen und im halben Gesicht.
Hygienisch einwandfrei ja, aber eben nicht kniggetechnisch. Leider. Denn das hygienetechnische wäre natürlich die bessere Variante. Aber im Artikel wird ja auch geschnäuzt, obwohl auch hiervon abgeraten wird und das hochziehen empfohlen wird. Ergo: Auch das vom Benimm her "korrekte" Verhalten ist in vielen Fällen völliger Humbug!
iseeisee 07.12.2012
3. Eines wundert mich immer wieder
Es hat sich immer noch nicht überall herumgesprochen, dass man überhaupt nicht mehr niesen muss, wenn man seine Nasenspitze kurz bevor man niesen müsste (je nachdem unauffällig) leicht nach oben drückt. Funktioniert bei mir seit 20 Jahren, seit ich darüber gelesen habe. Funktioniert auch bei fast allen anderen, denen ich diesen Tipp gegeben habe. Manchmal ist es vielleicht "befreiend" zu niesen, aber gerade im Geschäftsleben gibt es viele Situationen, bei denen man froh sein kann, wenn man es nicht muss. Einfach mal ausprobieren.
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