Ungleichheit in Kitas Männliche Erzieher arbeiten häufiger befristet

Männer bekommen in deutschen Kitas seltener unbefristete Verträge. Das legt eine Studie nahe. Die Forscher glauben: In diesem Beruf herrsche männlichen Erziehern gegenüber "ein unterschwelliges Misstrauen".

Erzieher mit Kindern (Symbolbild)
DPA

Erzieher mit Kindern (Symbolbild)


Viele Eltern und Erzieher wünschen sich mehr männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten und Kindergärten - trotzdem haben Männer größere Schwierigkeiten, in Kitas eine feste Anstellung zu bekommen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung.

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Demnach sind mehr als 90 Prozent der Fachkräfte der Auffassung, dass männliche Erzieher für die Entwicklung von Kindern wichtig sind. 62 Prozent aller befragten Eltern finden, dass die Politik sich dafür einsetzen sollte, mehr männliche Erzieher für Kitas zu gewinnen. Trotzdem hatten nur 77 Prozent der befragten männlichen Fachkräfte einen unbefristeten Vertrag - bei den Frauen waren es 91 Prozent.

"Hier gibt es eine systematische Ungleichbehandlung von Männern", sagt Carsten Wippermann, Leiter der Studie. Seine Begründung: "Obwohl der Wunsch nach mehr männlichen Erziehern da ist, lässt sich ein unterschwelliges Misstrauen gegenüber Männern in diesem von Frauen dominierten Beruf identifizieren."

So zeigte die Befragung, dass immerhin 32 Prozent der Eltern schon mal an die Gefahr eines Missbrauchs durch männliche Erzieher gedacht haben. "Dass auch Frauen Kinder misshandeln könnten, wird dagegen oft ausgeblendet", so Wippermann.

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insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
walli_sp 08.12.2018
1. Statistik
Wurde in der Statistik das Berufsalter berücksichtigt? Zumindest hier in der Gegend bekommen jüngere nur noch befristete Verträge, wohingegen die Älteren (ausschließlich erzieherinnen) noch Festanstellungen haben. Da es erst in den letzten Jahren mehr Männer in dem Job gibt haben diese eben auch häufiger befristete Verträge, genau wie die jüngeren Kolleginnen
mats73 08.12.2018
2. unterschwellig?
bei der Ausbildung zum Erzieher haben sich viele Eltern gefreut, dass es männliche Betreuung gibt und stets betont wie wichtig und toll sie das finden... die gleichen Eltern haben von der Leitung verlangt sicher zu stellen, dass der Mann nie alleine mit einem Kind ist. Da war ich Anfang 20, wie wird einem 50 jährigen Erzieher begegnet? Konsequenz:: als Mann nur in die Jugendarbeit, sonst ist die Gefahr durch falsche Anschuldigungen ruiniert zu werden, weil hypernervoese Eltern eine Stimmungsschwankung missinterpretieren viel zu groß!
Newspeak 08.12.2018
3. ....
Unabhängig von den Erziehern. Diese Befristungen gehören einfach verboten. Und die Alten, die solche Befristungen ausstellen, sind Unmenschen und gehören so behandelt. Selbst immer unbefristet angestellt gewesen und alle Privilegien ausgenutzt, und den Jungen nicht dasselbe gönnen.
Stäffelesrutscher 08.12.2018
4.
Das müsste doch eigentlich als »Gender Contract Gap« bezeichnet werden, oder? Zumal es offenbar eine systematische Diskriminierung ist, im Gegensatz dazu, dass die Tariflöhne beim Autobauer und beim Friseur zwar weit auseinanderliegen, aber eben nicht nach Geschlecht unterscheiden ...
ohjeee 08.12.2018
5. 1
Zitat von NewspeakUnabhängig von den Erziehern. Diese Befristungen gehören einfach verboten. Und die Alten, die solche Befristungen ausstellen, sind Unmenschen und gehören so behandelt. Selbst immer unbefristet angestellt gewesen und alle Privilegien ausgenutzt, und den Jungen nicht dasselbe gönnen.
Ihr Kommentar zeugt von ziemlicher Unkenntnis und ist ehrlich gesagt auch eine Frechheit für Personaler (Ihr "Unmensch" verbitte ich mir!), die gar nicht anders dürfen (!) und nicht unbedingt kurz vor dem Rentenalter stehen. Nach dem Studium hatte ich auch Elternzeit-befristet angefangen zu arbeiten, ich kenne also die Situation. Es wird bei dem derzeit angespannten Erzieher-Markt mit Sicherheit nicht aus Spaß an der Freude befristet eingestellt. Bei über 90% weiblichen Personal können Sie sich denken, wie regelmäßig da jemand in Mutterschutz und Elternzeit ist. Bei nur etwa 20 Erzieherinnen haben Sie jedes Jahr im Schnitt mindestens 1, eher 2 Erzieherinnen in Elternzeit. Sie müssen die Stelle zunächst einmal auf die Dauer der Elternzeit befristen. Bspw. 2 Jahre. Dann kommt die Erzieherin zurück und beantragt erst einmal Teilzeit (entweder Teilzeit in Elternzeit, oder einfach Teilzeit befristet auf X Jahre). Also, die Vertretung, egal ob männlich oder weiblich, wieder befristet verlängern, bis sich die Mutter mal dazu entscheidet, ob sie nun dauerhaft wieder mit ihrem alten Beschäftigungsumfang arbeitet, oder dauerhaft reduziert. Nun ist es zur Zeit auch üblich, dass ein zweites Kind hinterher kommt. Dann geht das gleiche Spiel von vorn los. Ich hatte schon 4 Erzieherinnen von 20 in Elternzeit (ca. 14,5 VZ-Stellen). Erwarten Sie ernsthaft, die Vertretungen voll einzustellen um nachher im blödsten Fall 4 Vollzeitstellen mehr im Personal zu haben, wie eigentlich nach Stellenberechnung notwendig wären? Ja mit Sicherheit nicht. Derzeit hab ich 3 Erzieherinnen in MuSchu/EZ. DIese Stellen kann ich so lange nicht unbefristet besetzen, bis ich weiß, wie die Mütter wieder kommen. Bei 2 der Erzieherinnen ist das die erste Elternzeit, da kann ich schon fast damit rechnen, dass ein zweites Kind noch hinterher kommt, also dass ich die nächsten 5 Jahre für die Erzieherinnen nur befristet einstellen kann. Und die Befristungen werden dank dem letzten Beschluss der Regierung zum Recht auf Rückkehr aus Teilzeit nicht weniger, sondern eher mehr werden. Alles geht halt nicht.
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