Studie Kita-Kosten wirken sich kaum auf Erwerbstätigkeit von Frauen aus

Wenn der Kitaplatz nichts kostet, geben mehr Eltern ihre Kinder in die Betreuung. In der Folge führt das einer Studie zufolge allerdings nicht dazu, dass mehr Frauen einen Job annehmen.

Mutter mit Kind
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Mutter mit Kind


Wenn die Kita kostenlos ist, dann sorgt das dafür, dass Mütter deutlich schneller und häufiger zurück in den Beruf gehen - das war bisher gängige Überzeugung in der Familien- und Arbeitsmarktpolitik. Das Problem: Es stimmt offenbar nicht.

Eine aktuelle Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zeigt: Ob der Kita-Besuch kostenlos ist oder nicht, hat auf die Erwerbstätigkeit von Frauen kaum Einfluss. Frauen arbeiten demnach nicht mehr, wenn sie für den Kita-Besuch ihrer Kinder keine Gebühren zahlen müssen.

Allerdings geben mehr Eltern ihre Kinder zur Betreuung, wenn diese kostenlos ist - vor allem in einkommensschwachen Familien. Messen lässt sich der Effekt allerdings nur für jüngere Kinder: Im letzten Kindergartenjahr bleibt auch mit Gebühren ohnehin kaum noch ein Kind zu Hause.

Für ihre Studie haben die Heidelberger Forscherinnen Anna Busse und Christina Gathmann Daten des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) von rund 9000 Haushalten aus den Jahren 2010 bis 2015 untersucht. Die Ergebnisse beziehen sich nur auf Westdeutschland und Berlin.

him/dpa



insgesamt 37 Beiträge
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fördeanwohner 31.01.2018
1. -
Diejenigen, die bisher nicht arbeiten wollten, werden es auch nicht tun, wenn die Kita kostenlos ist. So einfach ist die Erklärung. Nichtsdestoweniger sollte man die Kita-Gebühren abschaffen, damit jedenfalls die Kinder in die Kita geschickt werden und diejenigen, die das Ganze ernst nehmen und arbeiten, entlastet werden.
dasfred 31.01.2018
2. Das wundert mich kaum
In erster Linie gehen die Frauen einer Berufstätigkeit nach, die schon vorher einen guten und sicheren Arbeitsplatz hatten. Andere haben sich von vornherein dafür entschieden, mit dem ersten Kind Zuhause zu bleiben und der Vater geht allein einem Beruf nach. Wo es an Möglichkeiten fehlt oder der Familie mehr Gewicht beigemessen wird als dem Einkommen, da wird sich auch die Quote der berufstätigen Mütter nicht erhöhen.
hugolette 31.01.2018
3. Warum auch?
Es ist doch viel praktischer, wenn er (Steuerklasse III) arbeiten geht und sie nicht arbeiten geht. Solange es in Deutschland das Ehegattenspliiting gibt, solange werden auch meist die Frauen zu Hause bleiben und nur sehr wenig arbeiten. Wer glaubt, dass sich niedrige Kita-Kosten auf die Erwerbstätigkeit auswirkt, irrt! Schafft endlich das Ehegattensplitting ab!
der.belgarath 31.01.2018
4. Das Splitting steht gar nicht zur Disposition der Politik
Zitat von hugoletteEs ist doch viel praktischer, wenn er (Steuerklasse III) arbeiten geht und sie nicht arbeiten geht. Solange es in Deutschland das Ehegattenspliiting gibt, solange werden auch meist die Frauen zu Hause bleiben und nur sehr wenig arbeiten. Wer glaubt, dass sich niedrige Kita-Kosten auf die Erwerbstätigkeit auswirkt, irrt! Schafft endlich das Ehegattensplitting ab!
Die Forderung nach der Abschaffung des Ehegattensplittings durch die Politik impliziert immer, daß diese es erfunden hätte und darüber verfügen könne. Nichts ist falscher. Das Ehegattensplitting wurde von den Bürgern gegen den erbitterten Widerstand der Politik vor dem Bundesverfassungsgericht erstritten. Dieses urteilte, daß die Ehe - völlig unabhängig von eventuell vorhandenen Kindern - eine Wirtschaftsgemeinschaft ist, und der Staat nicht unterscheiden dürfe, wie diese Ehe Beruf und Haushalt aufteilt. Egal, ob einer alles verdient, oder beide gleich, oder irgend etwas dazwischen - der Staat hat alle Ehepaare gleich zu behandeln Damit bleibt dem Staat faktisch gar keine andere Möglichkeit als das Splitting. Zu fordern, gegen die Rechtsprechung des BVerfG zu handeln, wäre genauso absurd wie von der Politik zu verlangen, die Urteile zB zur Gleichstellung homo- und heterosexueller Paar zu ignorieren oder gar zu konterkarieren. Das Splitting steht schlichtweg gar nicht zur Disposition der Politik!
freiemeinung77 31.01.2018
5. nur in westdtl und berlin durchgeführt
das besagt bereits alles. von den für diese studie verwendeten steuermitteln hätte man lieber eine kostenlose kinderbetreuung ab dem 13.monat - nach beendigung der zahlung des elterngeldes- mitfinanzieren sollen. eine politik, die nicht müde wird eine behebung des fachkräftemangels durch Zuwanderung zu propagandieren auf der anderen seite nicht willens ist ein recht auf eine kinderbetreuung nach zahlung des elterngeldes durchzusetzen um vor allem die arbeitsleistung der mütter zum sozialprodukt zu ermöglichen, ist nicht die gesellschaft voranbringend. anstatt die familienpolitik zu ändern, spricht man von einwanderungspolitik...leider erkennt das keine einzige unserer parteien....
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