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05. Oktober 2017, 11:58 Uhr

Umfrage

Fast jeder Zweite geht krank zur Arbeit

Schnupfen? Ach egal. Fast jeder zweite Beschäftigte hat sich im vergangenen Jahr zur Arbeit geschleppt, ohne sich fit zu fühlen. Das schadet nicht nur der Gesundheit.

Viele Berufstätige in Deutschland gehen wenigstens ab und zu krank zur Arbeit. Das ergab eine aktuelle GfK-Umfrage im Auftrag der Zeitschrift "Hausarzt".

46 Prozent der Befragten sind demnach in den vergangenen zwölf Monaten nicht konsequent zu Hause geblieben, wenn sie sich krank fühlten. Von den Frauen gingen sogar knapp 50 Prozent krank zur Arbeit. Unter den Männern ist die Quote mit 43 Prozent etwas niedriger.

Für die repräsentative Umfrage stellte das Marktforschungsunternehmen GfK Anfang August gut 600 Berufstätigen folgende Frage: "Auch wenn man sich aus medizinischer Sicht im Krankheitsfall besser erst auskurieren sollte, gehen viele Berufstätige selbst dann zur Arbeit, wenn sie sich krank fühlen. An wie vielen Tagen sind Sie in den vergangenen zwölf Monaten zur Arbeit gegangen, obwohl Sie sich krank gefühlt haben?".

Ein knappes Drittel der Befragten hat sich im vergangenen Jahr nie krank gefühlt. Jeder Zehnte erschien an einem bis drei Tagen angeschlagen zum Dienst, weitere zehn Prozent an vier bis fünf Tagen. 13 Prozent ignorierten sogar an sechs bis zehn Tagen ihr Unwohlsein. Fast zwölf Prozent kamen an mehr als zehn Tagen kränkelnd zur Arbeit.

Nur etwa jeder Fünfte blieb den Angaben zufolge bei Krankheit immer zu Hause. Wer krank ins Büro geht, schadet jedoch nicht nur sich selbst, sondern auch der Firma. Vor einigen Jahren ergab eine Studie, dass kranke Angestellte am Arbeitsplatz doppelt so viel kosten wie Mitarbeiter, die zu Hause bleiben, wenn sie sich nicht fit fühlen.

Denn wer krank arbeite, mache statistisch gesehen mehr Fehler und schaffe weniger. Er steckt zudem vielleicht Kollegen an und erhöht sein eigenes Risiko, später unter Burn-out zu leiden.

lov/dpa

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