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Wie sorgt man dafür, dass die eigene Bewerbung überhaupt gelesen wird? Manche singen ihr Anschreiben, ohne dass es peinlich wird. Ein paar Anregungen.

"Build the perfect Account Service Intern!" So bewarb sich Leah Bowman bei Lego
TMN

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Als Bewerber muss man aus der Masse herausstechen. Für begehrte Stellen gibt es oft Dutzende Kandidaten, und die Personaler nehmen sich meist nur fünf Minuten Zeit für die Durchsicht einer Bewerbung. Mit einem Standardbrief kommt man da nicht weit. Mutige Kandidaten versuchen daher, den Wunscharbeitgeber zu überraschen und gehen mit unkonventionellen Mitteln in die Offensive.

Einige sind mit ihren ausgefallenen Ideen zu Internetberühmtheiten geworden. Die kann man natürlich nicht einfach kopieren, sie können aber eine Anregung für die eigene Jobsuche sein. Fünf Beispiele:

  • Im Stil des möglichen Arbeitgebers: Wie wäre eine Bewerbung als Prospekt oder Gebrauchsanleitung im Firmenstil? Es reicht dafür allerdings nicht, nur die Firmenfarben oder das Logo in der Bewerbung zu verwenden. Eine junge Frau zum Beispiel hat sich als Lego-Figur nachgebaut, um sich bei dem Spielzeugkonzern zu bewerben. "Das zeigt, dass man sich Gedanken zum Unternehmen gemacht hat und vielleicht etwas mehr dafür brennt als andere", sagt Bewerbungscoach Jürgen Hesse.
Eine Bewerberin baut sich als Spielfigur nach
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Eine Bewerberin baut sich als Spielfigur nach

  • Als gute Offerte im Onlineshop: Ein Mann aus Paris hat es vorgemacht - er hat eine Website im Stil von Amazon erstellt, auf der er sich selbst zum Kauf anbot. Seine Referenzen listete er als Produktbeschreibung auf, Stimmen seiner früheren Arbeitgeber als Kundenbewertungen. Das war passend, weil er eine Stelle als Internet-Produktmanager suchte.
Ein Mann bietet sich im Onlineshop an
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Ein Mann bietet sich im Onlineshop an

  • Mit Werbeplakat und Flugblättern: Ein Brite mietete von seinem letzten Geld eine Plakatwand für sein Jobgesuch. Darauf war ein Bild von ihm zu sehen und eine Webadresse, wo Arbeitgeber mehr über ihn erfahren konnten. "Das kann als Hingucker funktionieren", sagt Bewerbungscoach Bernd Slaghuis. In einer Großstadt gehe ein einzelnes Plakat aber schnell unter, in kleineren Städten sei der Werbeeffekt größer. Ansonsten könnten Bewerber auch Flugblätter verteilen, etwa auf einer Messe.
Ein Brite bewirbt sich mit einem Plakat
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Ein Brite bewirbt sich mit einem Plakat

  • Per Song oder Video: Es geht auch besonders offensiv. In einem Video richtete sich ein Bewerber ganz gezielt an seinen Wunscharbeitgeber. Der Titel des Videos: "Google, please hire me" ("Google, bitte stell mich ein"). Der Bewerber inszenierte sich ironisch als Marketingstratege. Der Vorteil: Ein Video vermittele einen guten Eindruck vom Bewerber, so Bewerbungscoach Hesse. Das Video dürfe allerdings nicht zu lang sein.
  • Suchmaschinen-Werbung: Ein anderer Kandidat setzte in seiner Bewerbung auf einen Trick: Er buchte Werbung auf Google, die immer erschien, wenn die Wunschvorgesetzten ihren eigenen Namen in die Suchmaschine eingaben. Dann erschien etwa der Text: "Hey, Ian Reichenthal, sich selbst zu googeln, macht viel Spaß. Mich einzustellen auch."

Solche Guerilla-Bewerbungen sind eine hohe Kunst - bestenfalls beweisen Kandidaten damit, dass sie kreativ sind und offen für neue Ideen. Alles Punkte, die heute in vielen Berufen gefordert werden. Aber originelle Ideen sind nicht auf die Kreativbranche beschränkt.

Bei einer Bewerbung bei einem Süßigkeitenhersteller könne man die Unterlagen beispielsweise in eine Verpackung des Unternehmens stecken - das erzeuge Aufmerksamkeit, so Slaghuis. Noch besser: Eine ausgefallene Torte als Bewerbung für eine Lehrstelle in einer Konditorei vorbeibringen. Oder als technischer Zeichner mit einem Architekturmodell bewerben. So hat der Chef gleich die erste Arbeitsprobe in der Hand.

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Bewerbungen: Wo geht's denn hier zum Job?

Auffallen um jeden Preis, ist aber die falsche Devise. "Genial" und "genial daneben" liegen dicht beieinander. Schlimmstenfalls kommt das als Klimbimbewerbung rüber und ist einfach peinlich. Solche Bewerbungen werden schnell aussortiert, warnt Slaghuis.

Das gilt etwa, wenn der Lebenslauf einfach nur auf Klopapier geschrieben ist oder in einem Pizzakarton liegt - ohne dass erkennbar wäre, was daran der Gag sein soll. Es ist eben kein Einstellungsgrund, einfach nur anders zu sein. Wichtig ist der inhaltliche Bezug zum Unternehmen, so Slaghuis. "Sonst zuckt der Personaler nur mit den Schultern", sagt auch Karrierecoach Hesse.

Zu aufdringlich dürfen Bewerber auch nicht wirken - Twitter-Stalker etwa nerven Personaler schnell. Und platte Sprüche sind nie witzig, auch nicht als Bewerbung: Wer einen Silvesterkracher verschickt mit dem Spruch "Nehmen Sie mich, ich bin der Knaller!", wird höchstens ein müdes Lächeln ernten.

Tobias Schormann/dpa/koe

insgesamt 13 Beiträge
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noalk 08.05.2017
1. Mal wieder der gute Herr Hesse
Lange nichts mehr von ihm gehört. War wohl wieder mal Zeit. Wie geht denn der Spiegel mit solchen Bewerbungen um? Schon mal jemanden wegen solcher "Kreativität" eingestellt?
mettwurstlolli 08.05.2017
2. Ach je
Wie wäre es zum Beispiel einfach mal mit einem handgeschrieben Anschreiben. In Zeiten, wo die Kulturfertigkeit Schreibschrift gerade aus den Schulen verschwindet, wäre das ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Ansonsten mag das ja für Kreativberufe (Werber, Designer, Texter) furchtbar toll sein, aber ob sich eine Bürofachangestellte oder ein Bauingenieur oder ein Betriebswirt nund darüber qualifizieren, dass sie eine wahnsinnig "witzige" Form für ihre Bewerbung finden, wäre ich mir nicht so sicher.
MrSnoot 08.05.2017
3.
Und was ist aus den 4 Bewerbern geworden? (Der Video-Typ hat es selbst aufgelöst)
eunegin 09.05.2017
4. Bewerbungen - ein Endlosthema
Ich habe als Personaler eines großen Unternehmens tausende Bewerbungen gesehen. BITTE vorher über den potentiellen Arbeitgeber informieren, ein Rechtschreibprogramm nutzen und bei den meisten dürfte gelten: nicht solche Bewerbungen wie im Artikel einreichen. Die Chance, dass das peinlich wird, ist sehr sehr groß. Und das liegt nicht an humorlosen Personalern. Zudem geben viele Unternehmen ein Format vor. Wenn für eine Stelle einige hundert Bewerbungen eingehen, müssen diese auch zu lesen sein und sollten aus meinem Büro keinen Bastelstunde machen. Aber: haben Sie viele Ablehnungen erhalten, ist der Zeitpunkt gekommen, sich über die Gründe Gedanken zu machen. Ja, man darf dann auch kreativ sein. Je nach angestrebtem Job mehr oder weniger, doch nach meiner Erfahrung liegt es meist nicht an einer zu wenig bunten Bewerbung.
bruno_67 09.05.2017
5.
"Als Bewerber muss man aus der Masse herausstechen. Für begehrte Stellen gibt es oft Dutzende Kandidaten,....." Irgendwie bin ich irritiert. Wir haben doch einen Fachkräftemangel, wie uns ständig unisono erklärt wird. Wie kann es dann zu einer Masse von Bewerbungen kommen ? Müssten bei einem Fachkräftemangel nicht die Firmen darüber nachdenken, wie sie mit kreativ gestalteten Stellenanzeigen aus der Masse der fachkräftesuchenden Arbeitgeber herausstechen ? Fragen über Fragen.......
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