Umgang mit Krankheit So machen Sie Krebskranken eine Freude

Die Diagnose Krebs ist unerträglich, auch für die Freunde und Angehörigen der Erkrankten. Viele wollen Trost spenden, machen es aber nur schlimmer. Wir haben Betroffene gefragt, was hilft- und was nicht.

Die Frage "Wie geht's Dir?" ist nicht immer hilfreich.
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Die Frage "Wie geht's Dir?" ist nicht immer hilfreich.


Wenn Krebs junge Menschen trifft, ist es für alle Beteiligten ein Schock und eine unfassbare Belastung. Für die Erkrankten, für die Familien, die Freunde. Das liegt auch daran, dass Krebs vor allem eine Krankheit älterer Menschen ist. Von 100 Menschen, die in Deutschland an Krebs erkranken, ist im Schnitt nur einer zwischen 15 und 39 Jahre alt.

Wie finden junge Menschen nach Diagnose und Therapie zurück ins Leben? Die Reportage "Scheiß auf den Krebs" (die Sie hier lesen können) begleitet sieben junge Menschen nach ihrer Chemotherapie auf einen Segeltörn - auf dem sie sich ins Leben zurück kämpfen wollen.

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Zu Kämpfen hatten die jungen Erwachsenen auch mit der Sprachlosigkeit in ihrem Umfeld. Denn die Unsicherheit lähmt: Was sagt man Freunden, die an Krebs erkrankt sind? Und was wollen Krebskranke auf keinen Fall hören? SPON-Redakteurin Verena Töpper hat die Protagonisten ihrer Reportage gefragt. Hier sind ihre Antworten.

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Betroffene wissen selbst, dass sie Krebs haben und die Situation schlimm ist. Bemitleidet und in eine Sonderrolle gedrängt zu werden, macht die Sache noch schlimmer. Besser: Den Blick in die Zukunft richten und zum Beispiel einen Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug nach der Therapie schenken. "Wenn du hier fertig bist, machen wir eine Fahrradtour. Stell dir das vor, wir beide…."

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Wer mit der Diagnose Krebs im Krankenhaus liegt, freut sich über jede Ablenkung. Deshalb: Einfach hingehen - und am besten noch ein Picknick mitbringen, denn das Essen im Krankenhaus ist oft grausam. Oder wenigstens ein Foto schicken, am besten eines, das an gemeinsame Zeiten erinnert. Aber bitte nicht mit weinendem Hundeblick ins Krankenhaus kommen. Besser: Normalität ausstrahlen, gemeinsam etwas unternehmen und kleine Erfolge kommentieren, zum Beispiel mit: "Hey, ich hatte befürchtet, dass ich dir jetzt die Tür aufmachen müsste."

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Für Krebskranke die Horrorfrage schlechthin. Besser: Abwarten bis der andere von sich aus davon erzählt und echtes Interesse an der Diagnose und der Therapie zeigen: "Magst du mir erklären, wie es weiter geht und was die Ärzte für die nächsten Wochen geplant haben?" Auf keinen Fall nach den Heilungschancen fragen.

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Die Frage scheint harmlos, aber Krebskranke wissen oft selbst nicht, wie es ihnen gerade geht - der Gefühlszustand ändert sich im Minutentakt. Besser: Ich hoffe, es geht dir gut. Das setzt den anderen etwas weniger unter Druck.

vet



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