Mindestens 35 Euro pro Stunde Integrationslehrer verdienen künftig besser

Jeder Zuwanderer muss in Deutschland einen Integrationskurs absolvieren. Lehrer werden deshalb dringend gesucht - aber mickrig bezahlt. Das soll sich nun bessern.

Lehrerin in einem Integrationskurs an der VHS in Berlin-Mitte
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Lehrerin in einem Integrationskurs an der VHS in Berlin-Mitte


Lehrer in Integrationskursen sollen besser bezahlt werden. Zum 1. Juli wurde die Vergütung, die die Träger der Kurse ihren Honorarlehrkräften mindestens zahlen sollen, von 23 Euro auf 35 Euro je Unterrichtseinheit angehoben. Das teile das Bundesinnenministerium mit.

Daraus ergibt sich zwar kein Rechtsanspruch für die Honorarkräfte. Den Trägern sei es selbst überlassen, die Anstellungsbedingungen mit ihren Lehrern auszumachen. Doch nur wenn sie die Untergrenze beim Honorar einhielten, könnten sie eine mehrjährige Zulassung erhalten, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Bei der letzten Erhöhung der Vergütungsuntergrenze von 20 Euro auf 23 Euro hätten mehr als 95 Prozent der Träger zugesagt, sich daran zu halten, sagte der Sprecher. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kontrolliere diese Zusagen auch.

Damit die Träger die höheren Honorare finanzieren können, steigt auch der Kostenerstattungssatz, den sie je Kursteilnehmer und Unterrichtseinheit erhalten - von 3,10 auf 3,90 Euro. Ab 15 Teilnehmern sei damit der Mehrbedarf für die Vergütung gedeckt, teilte der Ministeriumssprecher mit.

"Gut geschulte und motivierte Lehrkräfte in Integrationskursen leisten einen essenziellen Beitrag für eine gelingende Integration der Zuwanderer", erklärte das Ministerium. Sie würden zudem wegen der steigenden Nachfrage nach Kursen zunehmend gebraucht.

Vor zehn Jahren führte die Bundesregierung verpflichtende Integrationskurse ein. Die Rufe nach fairer Bezahlung für deren Lehrkräfte sind in etwa ebenso alt. Viele Honorarlehrer arbeiten unter prekären Bedingungen: Sie müssen Renten- und Krankenversicherung selbst finanzieren und Geld für die unbezahlten Urlaubs- und Krankentage zurücklegen. Sie haben zudem befristete Verträge und keinen Kündigungsschutz.

lov/AFP/dpa



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