Weil es den Beruf nicht mehr gibt SED-Propagandist ist kein anerkannter Abschluss

Drei Jahre lang hat ein Mann in Sachsen eine Ausbildung zum SED-Propagandisten gemacht. Nach der Wende wollte er seinen Beruf anerkennen lassen, scheiterte nun jedoch endgültig.

Parteitag der SED 1986 in Berlin
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Parteitag der SED 1986 in Berlin


Die Aus- und Weiterbildung eines Propagandisten der früheren DDR-Staatspartei SED wird im wiedervereinigten Deutschland nicht als Fachschulabschluss anerkannt. Das ist das Fazit einer Prüfung durch den Petitionsausschuss des sächsischen Landtags.

Ein Mann hatte bereits 2003 beim sächsischen Kultusministerium beantragt, seine Ausbildung zum SED-Propagandisten anzuerkennen. Er hatte von 1982 bis 1985 einen entsprechenden Kurs an einer Bildungsstätte der SED-Bezirksleitung Sachsen in Leipzig absolviert. Propagandisten hatten damals die Aufgabe, Mitglieder der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) ideologisch zu schulen.

Das sächsische Kultusministerium entschied jedoch: Eine Prüfung zur Gleichwertigkeit von Bildungsabschlüssen im Sinne des Einigungsvertrags sei nicht möglich. Es gebe keine bundesdeutsche Entsprechung im Ausbildungsbereich der öffentlichen Schulen, hieß es.

Daraufhin wandte sich der Mann an den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtags. Der prüfte den Fall erneut, kam aber zum selben Ergebnis. Da es den Beruf in Deutschland nicht mehr gibt, könne er auch nicht offiziell anerkannt werden.

koe/dpa

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