Karrierenetzwerk Russland blockiert LinkedIn

Mehr als fünf Millionen Russen pflegen ihre beruflichen Kontakte auf der US-Plattform LinkedIn. Doch die Seite wird im Laufe des Tages nicht mehr erreichbar sein.

LinkedIn-Webseite
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Russland hat am Donnerstag das Karrierenetzwerk LinkedIn gesperrt. Die US-Firma speichere verbotenerweise Daten russischer Nutzer auf Servern im Ausland, hieß es zur Erklärung von der Moskauer Aufsichtsbehörde.

Vertreter des Netzwerks baten eilig um ein Treffen mit der Behörde Roskomnadsor, um die Lage zu klären, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete.

Die US-Firma LinkedIn hat nach Medienberichten in Russland fünf bis sechs Millionen Nutzer. Das sind etwa ein Prozent der Nutzer weltweit. Das Netzwerk hatte gegen die drohende Sperre geklagt, war aber vor Gericht zweimal gescheitert.

Das Verbot gilt als Präzedenzfall. Das zitierte Gesetz ist seit 2014 in Kraft, wurde aber bisher noch nicht angewendet. Laut der Nachrichtenagentur Interfax sollen die Services von LinkedIn im Laufe des Donnerstags nicht mehr in Russland erreichbar sein.

Das Karrierenetzwerk wurde gerade von Microsoft gekauft. Die Transaktion soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

mamk/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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zvonimir 17.11.2016
1. das ist durchaus positiv,
nicht weil es hier um Russland geht. Es ist unglaublich ,wie diese Leute, den privaten E-Mail -Verkehr ausspähen Jeder, der diesen Verein auch nur anstreift ,steht unter ständiger Kontrolle, die los zu werden ,ist nicht einfach.
lotharbongartz 17.11.2016
2. Das Gesetz geht an der Realitaet vorbei
Das Internet ist nicht lokal. Der Datentransport geht ueber Landesgrenzen hinweg und mit dem Erfolg der Cloud spielt der Server-Standort immer weniger eine Rolle. Typischerweise werden die Daten auf vielen Servern gespiegelt. In der Praxis bewirkt das Gesetz, dass Russen von der Welt abgekoppelt werden. Das waere sehr schade.
rst2010 17.11.2016
3. sorry, zvonimir
aber einer email steht nicht mehr vertraulichkeit zu, wie einer gewöhnlichen postkarte; also sollte man sich mit intimen 'geheimnissen' bei dieser sozusagen halböffentlichen kommunikation zurückhalten; außer man will gerüchte streuen oder falsche spuren legen. oder die mitleser von den geheimdiensten amüsieren.
Raisti 17.11.2016
4. Grund der Sperre ?
Vermisse irgendwie was ganz zentrales. Was ist den der Grund für die Sperre bzw was besagt das ominöse Gesetz von 2014 ?
stonecold 17.11.2016
5.
Zitat von RaistiVermisse irgendwie was ganz zentrales. Was ist den der Grund für die Sperre bzw was besagt das ominöse Gesetz von 2014 ?
Das Gesetz besagt, dass persönliche Daten von russischen Staatsangehörigen auf Servern in Russland gespeichert werden müssen. Es hat bei Veröffentlichung einige Aufregung verursacht, weil keiner so richtig wusste und weiß, wie das im Internet praktisch und technisch sauber umzusetzen ist. Sprich- LinkedIn müsste einen Server in Russland aufstellen, über den der "russische" Teil des Netzwerks verarbeitet wird. Wozu das Ganze tatsächlich gut sein soll, hat noch keiner so richtig verstanden, soweit ich weiß...
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