Männer in Frauenberufen "Sind das alles Ihre Kinder?"

Protokolle: , Marie-Charlotte Maas, und

6. Teil: Der Arzthelfer - "Am Telefon werde ich für eine Frau gehalten"


 Michael Hiebl , 28, sitzt bei seinem Hausarzt im Vorzimmer

Michael Hiebl, 28, sitzt bei seinem Hausarzt im Vorzimmer

"Ich war dabei, mich als Krankenpfleger ausbilden zu lassen, aber mit dem Schichtdienst bin ich nie ganz klargekommen. Darum kam ich auf die Idee, in einer Arztpraxis anzuklopfen. Ich habe mit meinem Hausarzt über meine Pläne gesprochen - und er war gerade auf der Suche nach Personal. Also fragte er mich spontan, ob ich bei ihm anfangen möchte. Einen männlichen Arzthelfer hatte er noch nie gehabt. Er meinte: Wir versuchen es und warten ab, wie die Patienten reagieren.

Am Anfang gab es einige, die etwas überrascht einen Schritt zurückgetreten sind, als sie mich da vorne in der Praxis sitzen sahen. Aber dann kam meistens ein Satz wie: 'Warum nicht, in der Klinik gibt es inzwischen ja auch Pfleger.' Es passiert außerdem relativ häufig, dass ich am Telefon automatisch für eine Frau gehalten werde. Ich habe eine relativ hohe Stimme.

Von Anfang an habe ich mich im Berufsverband engagiert und bin kürzlich zum Bezirksstellenleiter für meine Stadt gewählt worden. Einstimmig, alle Frauen haben für mich gestimmt. Eine Kollegin hat bei der Versammlung gesagt, dass sie es unglaublich wichtig findet, dass sich die wenigen Männer, die es in diesem Beruf gibt, mit einbringen und organisieren.

Wenn man auch Männer in der ersten Reihe hat, lässt sich in Gehalts- und Tarifverhandlungen etwas anders argumentieren. Ein Mann stärkt vielleicht die Verhandlungsposition - schließlich haben viele Arbeitgeber immer noch das Bild im Kopf, dass der Hauptverdiener der Familie der Mann ist und man Frauen deswegen nicht so viel bezahlen muss."

(bk)

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AntiGravEinheit 06.10.2011
1. "Sind das alles Ihre Kinder?"
wurde ich gefragt, als ich den Geburtstag meiner damals 8jährigen Tochter ausrichtete und an dem heißen Sommertag ins Freibad ging. "Ja", sagte ich (5 waren eingeladen, also 6 Mädchen), "und die drei größten und das Baby sind noch zu Hause. Sind Sie etwa kinderlos?" Und schon hatte ich meine Ruhe ... man muß den Spieß einfach herumdrehen.
loncaros 06.10.2011
2. t
Eine "Gleichstellungsbeauftragte" die einen Satz wie den erwähnten von sich gibt ist selbst vollständig ungeeignet für diese Position. Aber als Frau darf man sich so etwas ja erlauben.
bourne 06.10.2011
3. lala
"Seit 1991 hat sich kaum etwas verändert. Trotz aller Debatten über Gleichberechtigung und Initiativen wie dem "Girls Day" unterscheidet sich die Berufswahl von Männern und Frauen immer noch enorm." Das ist ja schrecklich.. Ich verstehe das Problem dahinter einfach nicht. Frauen scheinen offenbar lieber in sozialen Bereichen zu arbeiten und die meisten Männer in technischen Berufen. Ich besuche derzeit ein technisches Gymnasium mit der Fachrichtung Datenverarbeitung. Von 20 Schülern sind 3 Mädchen. Das also auch im Jahr 2013 die meisten Informatikstudenten männlich sind, ist scheinbar unvermeidlich. Direkt gegenüber liegt die Schule für Soziales, dort ist es genau umgekehrt. 2013 werden also auch mehr Frauen ein Studium der Erziehungs -oder Ernährungswissenschaften aufnehmen, als es Männer tun. Es kann sich jeder für jede Schule und jeden Beruf bewerben, die Chancengleichheit ist also gegeben. Reine Interessensache. Dieser ganze Quotenirrsinn ist schrecklich. Wenn eine Frauenquote in Vorständen eingeführt wird, dann bitte auch in Maurerbetrieben! Nicht immer nur die Rosinen rauspicken!
prefec2 06.10.2011
4. Rollenklischees
Dass sich an der Aufteilung der Berufe kaum was ändert hängt doch sehr mit den transportierten Rollenbildern zusammen. Frauen gehen nicht in technische Berufe, weil Technik blöd ist. Solange diese Denkweise vorherrscht wird sich da nichts ändern. Frauen beanspruchen heute zwar in Reden Gleichbehandlung real wird dies aber von den wenigsten in Anspruch genommen. Die "neue Freiheit" drückt sich vielmehr darin aus, dass sie ewig als Mädchen durchgehen wollen und damit keine Verantwortung übernehmen wollen. Bei Männern sind analoge Verhaltensweisen zu beobachten. Das Problem ist auch, dass Frauen gerne dann in das retardierte Modell zurückfallen sobald sie den Punkt erreicht haben, dass Kidner doch toll wären. Zudem sind sie bei der Partnerwahl so aufgestellt, dass der Typ möglichst "männlich" sein muss. Wobei die geäußerte Wunschliste wie er sein sollte unddie gelebte Wunschliste meist nichts miteinander zu tun haben. Ein weiterer Grund für die Verteilung der Berufe ist neben dem Image auch die Anerkennung. Gerade für Männer ist es wichtig zu ihrer Arbeit stehen zu können. Dabei spielt die Bezahlung zwar einer Rolle, aber mehrnoch die Anerkennung in der Gesellschaft. So wird Erziehung hierzulande als einfach und von jedem gut bewältigbar angesehen. Deshalb ist in den Augen der Menschen Erzieher auch kein rechter Beruf. Hier wäre Aufklärung notwendig. Das Problem ist aber auch hier: Erzieher wurden bis her in Schulen ausgebildet. Lehrer zwar an Hochschulen. Dies aber nicht überall und ihr Studium ist z.T. kürzer als das von anderen Akademikern. Ferner haben die Lehrer allzulang einen schlechten Job gemacht. Das trifft besonders auf jene zu, die die Curricula entwickeln und diese in der Öffentlichkeit kommunizieren.
dietmark. 06.10.2011
5. Gleichstellung?
"Einmal hat mir eine ehemalige Staatssekretärin vorgeworfen, ich hätte als Mann nicht genug soziale Kompetenz für mein Amt." Ein solches Kommentar in anderer Situation, beispielsweise, Staatssekraeter zu Ingenieurin: Sie haben fuer diesen Job nicht die noetige technische Kompetenz, das waere doch sofort auf Seite 1 der Bild... So widersinnig ist die gesamte "Gleichstellungspolitik" in der BRD dass Gleichstellungsbeauftragte beinahe ausschliesslich Frauen sind. Wo bleibt hier die Maenner-quote? Geschlechtliche Gleichstellung per Definition des Wortes, bedeutet das jeder unabhaengig vom Geschlecht gleichgestellt ist, und nicht wie momentan implentiert eine rigorose Bevorzugung weiblicher Mitarbeiter/Bewerber etc..
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