Urteil in Mannheim Bewährungsstrafe für falschen Arzt

Gelernt hatte er Maler und Lackierer, per gefälschter Urkunde machte sich der Mannheimer Handwerker zum "Dr. med. Dipl.-Psych". Das Amtsgericht verurteilte ihn - im Rettungsdienst kann er trotzdem weiter arbeiten.

Gerichtsverhandlung (Archivbild)
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Zwei Jahre lang fielen die Fälschungen nicht auf: Mit einem nachgemachten Abschlusszeugnis, einem falschen Diplom über die Verleihung des Doktorgrads und dem ebenfalls gefälschten Psychologie-Diplom einer ungarischen Universität hatte sich ein Mannheimer Handwerker als Therapeut für Kinder und Jugendliche ausgegeben.

2015 und 2016 kassierte der falsche Arzt und Therapeut auf diese Weise für "Behandlungen" mehr als 111.000 Euro von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg. Die hatte ihm zuvor auf Basis der gefälschten Dokumente eine ärztlichen Vertragssitz zugeteilt.

Der Maler und Lackierer wurde dafür am Donnerstag vom Amtsgericht Mannheim verurteilt (Aktenzeichen: 1 Ls 203 Js 36 19/17). Weil er voll geständig war und das Amtsgericht ihm eine günstige Sozialprognose ausstellte, bleibt er auf freiem Fuß. Das Gericht setzte die zwei gegen ihn verhängten Strafen von einem Jahr und drei Monaten (unter anderem wegen Urkundenfälschung und Betrugs) sowie von einem Jahr und zehn Monaten (wegen gewerbsmäßigen Betrugs) zur Bewährung aus.

Die günstige Sozialprognose beruht auch auf der Arbeitssituation des Angeklagten: Der Mann arbeitet mittlerweile in Berlin - als Rettungsassistent und Teamleiter.

fok/dpa

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Seite 1
andros0813 29.11.2018
1.
endlich mal einer, der sich selber retten kann...sche...se bauen ist das eine, dafür gerade stehen das andere...jeder sollte eine chance kriegen, sein verhalten zu korrigieren und nicht dauerhaft im graben landen..wünsche ihm viel erfolg bei der "rettung"..
www.detektei-schuett.de 29.11.2018
2. Drum prüfe wer sich bindet...
Wer so ein hohes Maß an Kriminalität besitzt, sollte nicht in so einen verantwortungsvollen Beruf arbeiten. Dieser Beruf fußt unter anderem auf Zuverlässigkeit Ehrlichkeit und Kompetenz und am ersten und zweiten mangelt es dem Herrn nachweislich. Schon seit Jahren prüfen wir für andere Firmen Bewerbungsdokumente und das scheint nicht ohne Grund zu sein, so oft wie man davon liest, wie viele Menschen sich verantwortungsvolle Posten erschleichen. Ein Glück dass kein Mensch zu Tode gekommen ist, dann wäre der Aufschrei weitaus größer geworden und das Urteil auch härter. Das ist wieder so ein Justizurteil, was einen den Kopf schütteln lässt.
bauigel 30.11.2018
3. @ www.detektei-schuett.de
Ja, da ist ihre Eigenwerbung als Detektei wohl nach hinten losgegangen. Denn was sie schreiben stimmt vorne und hinten nicht. Erst schreiben sie, dass sie seit Jahren Recherchen über Bewerber (Urkunden etc) durchführen und dann „nehmen sie an“ dass dieses erforderlich sein „weil man so viel darüber liest dass sich sp viele Leute ihre Position erschleichen“. Ja was jetzt? Wenn sie seit Jahren selbst Recherchen durchführen, müssten sie doch schon jede Menge solcher Fälle aufgedeckt haben. Dann müssten sie auch nicht „annehmen“ dass es so viele Fälle gibt, weil sie „es gelesen haben“. Wieder die typischen Fale News „ich habe was gelesen also muss es so sein“. Machen sie das auch in ihren anderen Fällen so „ich habe ihren Mann nicht beim Fremdgehen erwischt, aber ein Freund hat es mir erzählt und deswegen ist es so“. Na dann Prost Mahlzeit.
hansistyle2 30.11.2018
4.
@www.detektei-schuett.de 1. eigenwerbung ist ein no go 2. bei ihen scheint es ja super zu laufen wenn sie foren zu spamen mit schleichwerbung 3. witzig wie diese kriminälen menschen manchmal die jobs besser und ambitionierter machen als jene die sich die dokumente nicht „erschlichen“ haben glaube wir sollten uns über die ganzen araber clans, cum cum etc finanzamt pannen, rechts und linksradikale vandalisten, mietpreisabzockern usw aufregen bevor wir „hängt ihn höher“ schreien wenn menschen aus verzweiflung mist bauen der am ende niemanden umgebracht oder in den ruin getrieben hat.
TS_Alien 30.11.2018
5.
Man kann gute Arbeit leisten ohne entsprechende Abschlüsse. Zumindest in einigen Bereichen. Was leider in der Diskussion völlig vergessen wird, ist die Tatsache, dass in einigen Bereichen fachlich niemandem auffällt, ob jemand einen Doktorgrad hat oder nicht. Warum? Weil die "echten" Doktorgrade auch nicht viel verlangen. Es wird endlich Zeit für einen harten Gegenkurs, um die Wissenschaftlichkeit zu retten.
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