Machtverteilung Frauenanteil in Konzernvorständen sinkt

An den Spitzen deutscher Konzerne stehen nach wie vor hauptsächlich Männer. Sie besetzen nach Informationen des SPIEGEL 93 Prozent der Posten. Besonders kritisch steht es im MDax und SDax.

Geschäftsfrau zwischen Männern
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Geschäftsfrau zwischen Männern


Die Macht in deutschen Konzernen liegt nach wie vor in Männerhand. Besonders rückständig sind nach Informationen des SPIEGEL mittelgroße und kleine Unternehmen, die in den Aktienindizes MDax und SDax gelistet sind. Dort gibt es sogar weniger Vorstandsfrauen als noch vor einem Jahr, so das Ergebnis einer Studie der deutsch-schwedischen AllBright-Stiftung.

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"Die CEOs von MDax und SDax umgeben sich bevorzugt mit Spiegelbildern ihrer selbst", schreiben die Autoren der Studie laut SPIEGEL, und liefen so Gefahr, "den Anschluss an eine moderne Führungskultur zu verlieren". (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die seit Anfang 2016 geltende gesetzliche Frauenquote betrifft nur Aufsichtsräte, keine Vorstände. Der Frauenanteil in den Vorständen der 160 Dax-Unternehmen liegt aktuell bei rund 7 Prozent. Sollte die Entwicklung in dem Tempo weitergehen, wäre das Geschlechterverhältnis dort erst im Jahr 2055 einigermaßen ausgeglichen, so das Fazit der Studie.

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insgesamt 23 Beiträge
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jeze 14.10.2017
1. Interessant
Diese Debatte ist von vorne bis hinten verlogen. Wie hoch ist denn der Frauenanteil in Bereichen ohne Zugangsbarriere? D.h. wieviele Frauen haben das Manager-Maganzin abonniert, wieviele Frauen posten in Finanzforen, wievie Frauen wählen entsprechende Studiengänge bzw. Ausbildungen? Wenn die Quote von Bereichen mit und ohne Zugangsbeschränkung gleuch ist, ist alles in Ordnung. Wenn die Quote von Frauen in Bereichen mit Zugangsbeschränkung höher ist als in denen ohne Zugangsbeschränkung, dann hätten wir eine Übervorteilung der Frau. Jeden Wert < 50% als Benachteiligungsindikator anzunehmen, ist nicht zielführend.
pauldurango 14.10.2017
2. Welche Quote darf es denn sein?
These: Ist es nicht einfach so, dass Männer und Frauen in der sehr eindeutigen Mehrheit lieber einen Mann als Chef haben wollen. Darüberhinaus treten nun mal viele Frauen nach der Geburt ihrer Kinder kürzer. Bereits aus diesen Punkten ergibt sich nun einmal, dass es einfach mehr Männer in Führungspositionen gibt. Eine verschworene Bruderschaft steuert dies zumindest nicht.
J. Hotzenplotz 14.10.2017
3. Was ist denn daran "kritisch"?
Ist es denn nicht auch kritisch, daß es nur sehr wenige Kindergärtner gibt und die Männer darum Gefahr laufen, den Anschluß an eine moderne Kindererziehungskultur zu verlieren? Das Beispiel zeigt, wie absurd diese ganze Gleichmacherei und Quotendiskussion ist. Ich fordere die Quote auch für Kanalarbeiter und Müllwerker! Komischerweise ist hier der weibliche Andrang gering und die Forderungen nach Quote noch geringer...verstehe ich gar nicht...
jjcamera 14.10.2017
4. Entwicklung positiv
Gute Nachricht: wenn die Entwicklung so weiter geht, wäre 2095 etwa 90 Prozent der DAX-Konzerne von Frauen geleitet. Allerdings fraglich, ob es dann noch DAX-Konzerne gibt.
Kopf-Tisch 14.10.2017
5. Quote ist Käse
So etwas kann man nicht sinnvoll über Quoten regeln. Sinnvoll wäre, Kindern eine gleiche Umgebung mit auf den Weg zu geben. Solange Mädchen in rosa Kleidchen gesteckt werden und ihnen von klein auf erklärt wird, dass sie hübsch auszusehen und den Männern zu gefallen haben, muss man sich doch nicht wundern, dass sich die Zukunftsperspektiven junger Menschen unterschiedlich ausrichten. Zudem haben nach wie vor viele Frauen einen sehr traditionellen Plan ihrer eigenen Zukunft, in der Kinder und das für-die-Familie-da-sein eine starke Rolle spielen - sicher geprägt durch das eigene Umfeld, in dem sie aufgewachsen sind. Wer dann ins Berufsleben startet und von Anfang an denkt, dass das nur für eine begrenzte Zeit sein wird, wird sich wohl auch weniger verbissen für seine Karriere engagieren. Männer, die heute in Vorstandspositionen sind, werden vermutlich beim Start ins Berufsleben nicht das Ziel gehabt haben, irgendwann in Vollzeit für Kinder oder Familie da zu sein, insofern konnten sie sich intensiver ihren Karrierezielen widmen. Diesen Unterschied wird man nur schwer beseitigen können. Eine starre Quote aber ist sicher der falsche Weg - die Qualifikation muss der entscheidende Faktor sein.
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