Tipps für Blender Tun Sie so, als hätten Sie Ahnung

Meetings bieten die ideale Gelegenheit, den Chef von sich zu überzeugen. Dafür müssen Sie noch nicht mal wissen, worum es geht. Mit diesen sechs Tipps hält Sie jeder für kompetent.

Präsentation im Meeting
DPA

Präsentation im Meeting

Von "Karrierebibel"-Autor Jochen Mai


KarriereSPIEGEL-Klassiker
    Manche Dinge ändern sich (fast) nie: Wie man eine interessante Bewerbung schreibt. Wie man im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck hinterlässt. Die besten zeitlosen Artikel aus dem KarriereSPIEGEL präsentieren wir Ihnen in loser Folge.

Im Beruf kommt nicht nur der weiter, der gute Leistungen erbringt. Sondern der, der auffällt und im Gedächtnis bleibt. Sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit, kurz SABTA, ist eine Strategie, die sich vor allem in Meetings immer wieder bewährt. Selbst bei totaler Ahnungslosigkeit lässt sich noch ein brauchbarer, kompetenter und intelligenter Eindruck schinden.

Sparsam und zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt, entfalten die folgenden Tricks ihre volle Wirkung und verleihen Ihnen die Aura des aufmerksamen Teilnehmers.

1. Betrachten Sie alles aus der Adlerperspektive

Die Dinge aus einem anderen, übergeordneten Blickwinkel zu betrachten, setzt nicht nur Kreativität frei - es wirkt auch ungeheuer smart und souverän. Wenn sich die Gemüter erhitzt und die Kollegen in Details verrannt haben, bewahren Sie die Ruhe und ermutigen alle, kurz innezuhalten und die Sache noch mal im großen Zusammenhang zu sehen. Das lässt Sie sofort clever erscheinen: Dieser Typ behält eben stets den Durch- und Überblick.

2. Zeichnen Sie ein Diagramm

Viele Menschen kritzeln in Meetings - hübsche Blumengebilde, Muster- oder Fantasielandschaften. Manch einer kann sich so besser konzentrieren. Aber den Krickelkrakel-Zeichnungen hängt auch der Ruf an, gelangweilte Zuhörer zu entlarven. Wesentlich smarter wirkt da, wer kleine Diagramme zeichnet und Gehörtes so visualisiert. Balkengrafiken, Kurven oder Mengenkreise bieten dazu reichlich Formenauswahl:

Karrierebibel

3. Wiederholen Sie Schlüsselsätze

Wenn irgendjemand im Meeting etwas sehr Kluges sagt, können Sie das in eigenen Worten zustimmend wiederholen. Natürlich nicht jedes Mal, sondern dosiert. Dabei gibt es zwei Alternativen:

  • Fragend: "Sie meinen also, ...? Dem kann ich nur zustimmen."
  • Kommentierend: "Ich finde, was Kollege XY gesagt hat, ist das Entscheidende! Nämlich, dass..."

Wenn Sie diesen Schlüsselsatz auch noch betont und langsam aussprechen, bekommt er Bedeutungsschwere - und Sie selbst ebenfalls. Obwohl der Gedanke gar nicht von Ihnen kam, lässt er Sie smarter erscheinen. Denn Sie haben ihm erst die Bühne gegeben.

Die Masche funktioniert übrigens auch mit Mathe: Übersetzen Sie Zahlen in Proportionen. Jemand sagt, dass die Conversionrate nur 26,4 Prozent betrage - Sie wiederholen: "Nur rund jeder vierte Besucher klickt also?!" Ein solcher Kopfrechner muss einfach klug sein!

4. Bitten Sie den Redner darum, eine Folie zurückzugehen

Okay, der Kollege wird Sie dafür vielleicht hassen. Aber Meetings sind nun mal dazu da, dass man miteinander spricht. Und mit der Bitte um Wiederholung mutieren Sie unmittelbar zum aufmerksamen Hingucker: Sie sehen Punkte, die andere übersehen haben... Chapeau!

Video: Von professionellen Lügnern und Betrügern

SPIEGEL TV

5. Stellen Sie Fragen

Fragen lassen Sie nur dumm aussehen, wenn Sie nach Offensichtlichem fragen oder durch Ihr Nachhaken demonstrieren, dass Sie bisher absolut nicht zugehört haben. Stellen Sie hingegen durchdachte Fragen, die Schwachstellen ansprechen, wichtige Punkte noch einmal neu aufrollen oder bisher unbeachtete Perspektiven öffnen, wirken Sie smart - selbst wenn Sie nicht direkt eine Antwort parat haben.

6. Machen Sie einen Scherz - über sich

Wenn sich andere festbeißen und Fronten verhärten, wird der zum Held, der die Runde auflockert und damit der Debatte wieder die richtige Richtung gibt. Dazu muss man inhaltlich nicht mal ein Experte sein oder Ahnung haben. Hauptsache, der Scherz geht auf eigene Kosten, sonst wirken Sie überheblich.

insgesamt 53 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Xan1973 16.01.2017
1. Aha
Wer auf Grundschulniveau Kopfrechnen kann ist also automatisch klug. Und wer sich mit fremden Federn schmückt, Besprechungen mit der Nachfrage von offensichtlichen Dingen in die Länge zieht und dabei für sich reklamiert, den Überblick zu behalten ist smart. Armes Deutschland.
The Apprentice 16.01.2017
2. So naiv geht es aber nirgends zu
Die Tipps klingen zwar logisch, aber an so einem fiktiven Meeting habe ich noch nie teilgenommen; in Expertenmeetings kann niemand so dumm daher kommen, um ohne wirklich konstruktiven Beitrag auch Lorbeeren zu ernten.
gaminggirl 16.01.2017
3.
Zitat von Xan1973Wer auf Grundschulniveau Kopfrechnen kann ist also automatisch klug. Und wer sich mit fremden Federn schmückt, Besprechungen mit der Nachfrage von offensichtlichen Dingen in die Länge zieht und dabei für sich reklamiert, den Überblick zu behalten ist smart. Armes Deutschland.
Sie meinen damit also, dass jemand, der das kleine Einmaleins beherrscht, nicht klug ist? Vielleicht sollten wir den Artikel als das betrachten was er ist und nicht das Gesamtbild aus den Augen verlieren. Ich habe mir ein paar Skizzen zur Verdeutlichung gemacht und komme zu dem Schluss, dass der Autor mit seiner Aussage da gar nicht so Unrecht hat. Und darum geht es letztendlich. Außerdem habe ich Ihr letztes Statement nicht ganz verstanden. Das liegt vielleicht an meiner begrenzten Auffassungsgabe. Könnten Sie das bitte noch einmal wiederholen?
flo_bargfeld 16.01.2017
4. Dieser Beitrag belegt vor allem eines:
Die Plattform karrierebibel.de ist für ein seriöses und substantielles Vorankommen im Beruf vollkommen entbehrlich. Mit diesen billigen und alten Blender-Tricks fliegt man in jedem Konzern als ahnungsloser Schaumschläger auf.
tschoe 16.01.2017
5. So ein Blödsinn
"...Wenn irgendjemand im Meeting etwas sehr Kluges sagt.." Dazu müsste man erkennen, dass es klug ist. "...Stellen Sie hingegen durchdachte Fragen...". Für durchdachte Fragen muss man ein bisschen Ahnung haben. Resümee: Der Vorteil von Intelligenz ist, man kann sich dummstellen. Andersrum ist das schon schwieriger...schwacher Artikel!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.