Mindestlohn Firmen planen kaum Entlassungen

Nicht unter 8,50 Euro pro Stunde: Der Mindestlohn soll für soziale Gerechtigkeit sorgen, Skeptiker fürchten aber Entlassungswellen. Zu Unrecht, wie eine Ifo-Umfrage zeigt. Die meisten Unternehmen zahlen ohnehin mehr.

Mindestlohn von 8,50 Euro: Firmen reagieren gelassen
DPA

Mindestlohn von 8,50 Euro: Firmen reagieren gelassen


Der gesetzliche Mindestlohn wird wohl kommen. Ab 2015 soll keiner mehr für weniger als 8,50 Euro pro Stunde arbeiten, mit nur wenigen Ausnahmen, so hat es Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles am Mittwoch bekräftigt - aber wie kommt die Regelung in den Unternehmen an, wie wirkt sie sich auf den Personalbestand aus?

Auf den Großteil der deutschen Unternehmen wird das Gesetz keinen nennenswerten Einfluss haben. Das geht aus einer Befragung des Ifo-Instituts und des Personaldienstleisters Randstad hervor, die KarriereSPIEGEL exklusiv vorliegt. Laut der Erhebung erwarten im kommenden Jahr nur etwa ein Zehntel (11 Prozent) der befragten Unternehmen deshalb Entlassungen oder weniger Neueinstellungen. 80 Prozent der Betriebe gehen davon aus, dass der Mindestlohn ab der Einführung 2015 keine Auswirkungen auf sie haben wird. Für das laufende Kalenderjahr vertreten sogar 87 Prozent diese Meinung - offenbar planen diese Unternehmen auch keine vorsorglichen Entlassungen.

"Die Mindestlohnpläne spielen keine Rolle, da zum einen bereits andere Regelungen wie Tarifverträge in Kraft sind, die einen höheren Lohn festlegen. Zum anderen sind die Gehälter in einigen Branchen von dem geplanten Mindestlohn ohnehin weit entfernt", schreiben die Studienautoren. Höchstens vereinzelt müssten gering qualifizierte Kräfte um ihren Arbeitsplatz bangen: In einigen wenigen Betrieben ist von "drastischen Konsequenzen" und "umfangreichen Entlassungen" die Rede.

Fotostrecke

5  Bilder
Weniger als Mindestlohn: Das sind die Knauser-Branchen
Der Flexindex wird vierteljährlich erhoben und ist Teil einer Umfrage der Zeitarbeitsfirma Randstad und des Ifo in München. Erfasst wird der Einsatz von Instrumenten zur flexiblen Gestaltung von Arbeit, etwa Überstunden, Arbeitszeitkonten, Fristverträge, Minijobs oder Zeitarbeit.

Befristete Verträge weiter verbreitet

Überstunden und befristete Verträge stehen demnach als Instrumente unverändert hoch im Kurs. Nachdem sie im vergangenen Quartal etwas abgenommen hatte, ist die Bedeutung von Zeitarbeit wieder leicht gestiegen.

Für die repräsentative Umfrage wurden rund tausend Personalverantwortliche aus deutschen Betrieben befragt - darunter sowohl Mittelständler als auch Konzerne. Die Antworten gaben je nach Firmenstruktur die Eigentümer oder die Leiter der Personalabteilungen.

joe



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 70 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sebastian.teichert 20.03.2014
1. optional
Den Mindestlohn bekommt doch auch fast niemand^^ Bleibt doch fasst alles beim alten. Wieso soll viel gekündigt werden? :D
ohne_sorge 20.03.2014
2. Lohndumping
Es ist natürlich klar, dass Firmen, die nur über das Lohndumping ein Geschäftsmodell haben vor dem Ende stehen. Da diese Firmen offenbar in ihrem Produkt/ Dienstleistung nicht durch genug Qualität oder Produktivität überzeugen können, ist es aber auch nicht sonderlich schade um diese Unternehmen und macht Platz im Markt für bessere Unternehmen.
jujo 20.03.2014
3. ...
Zitat von sebastian.teichertDen Mindestlohn bekommt doch auch fast niemand^^ Bleibt doch fasst alles beim alten. Wieso soll viel gekündigt werden? :D
Wenn ich von einem Friseurmeister höre, daß ihm seine Angestellte, das bis zu vierfache einbringt als das was sie ihn kostet, dann ist der Mindestlohn überfällig! Ich wage zu behaupten das es auch in dieser Branche kaum zu Entlassungen oder Geschäftsaufgaben kommt, bedingt durch Mindestlohn!
Dreimal schwarzer Kater 20.03.2014
4.
Zitat von sysopDPANicht unter 8,50 Euro pro Stunde: Der Mindestlohn soll für soziale Gerechtigkeit sorgen, Skeptiker fürchten aber Entlassungswellen. Zu Unrecht, wie eine Ifo-Umfrage zeigt. Die meisten Unternehmen zahlen ohnehin mehr. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/mindestlohn-firmen-planen-kaum-entlassungen-a-959688.html
Der Artikel hat wohl wenig Aussagegehalt. Es ist ja wohl logisch, dass etwa 80% der Firmen keine Entlassungen planen, wenn 80% sowieso mehr als den Mindestlohn bezahlen.
Stäffelesrutscher 20.03.2014
5.
Zitat von Dreimal schwarzer KaterDer Artikel hat wohl wenig Aussagegehalt. Es ist ja wohl logisch, dass etwa 80% der Firmen keine Entlassungen planen, wenn 80% sowieso mehr als den Mindestlohn bezahlen.
Der Artikel setzt sich mit der Behauptung auseinander, der Mindestlohn sei ein absoluter Jobkiller und Deutschland werde zusammenbrechen. Vom Markt verschwinden werden höchstens die übelsten Ausbeuterklitschen: wie ein Forist schon schrieb - wenn das Geschäftsmodell darin besteht, den Staat die Löhne aufstocken zu lassen, dann ist das Dumping und für die anderen Betriebe geschäftsschädigend.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.