Minijobber Arbeit auf Abruf macht unzufrieden

Sie arbeiten vor allem in Hotels und Gaststätten und müssen einspringen, wenn mehr Gäste als erwartet kommen: Beschäftigte auf Abruf. Inzwischen arbeitet fast jeder Zwanzigste unter solchen Bedingungen.

Kellnerin (Archivbild)
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Etwa zwölf Prozent aller Minijobber in Deutschland arbeiten auf Abruf. Das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mitgeteilt, das gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) Daten einer repräsentativen Längsschnittbefragung von rund 25.000 Menschen ausgewertet hat.

Deutschlandweit sind es 4,5 Prozent der Beschäftigten - also fast jeder Zwanzigste. Beschäftigte, die auf Abruf arbeiten, seien "mit ihrem Leben und ihrer Freizeit weniger zufrieden als andere", erklärte das IAB. Für Beschäftigte mit Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst ergebe sich hingegen kein solcher Zusammenhang.

Vor allem im Gast- und Lebensmittelgewerbe arbeiten die Menschen häufig auf Abruf. "Hier dürften vor allem Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe betroffen sein, in denen plötzliche Schwankungen der Geschäftstätigkeit nicht untypisch sind", schreiben die Autoren.

kha/AFP



insgesamt 6 Beiträge
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dasfred 13.06.2018
1. Muß ich jetzt überrascht sein?
Bei Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst sind die Zeiten ja auch vorher klar und das Einkommen geregelt. Auf Abruf weiß niemand genau, was am Monatsende auf dem Lohnzettel steht. Und während Rufbereitschaft immer zeitlich umrissen ist, sabotiert die Abruf Arbeit jede Freizeit-Planung.
the_master 13.06.2018
2. Häufig nicht der Fall
Zitat von dasfredBei Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst sind die Zeiten ja auch vorher klar und das Einkommen geregelt. Auf Abruf weiß niemand genau, was am Monatsende auf dem Lohnzettel steht. Und während Rufbereitschaft immer zeitlich umrissen ist, sabotiert die Abruf Arbeit jede Freizeit-Planung.
Ich habe als Schüler bei Kaiser's Tengelmann gearbeitet, und man wurde dann einfach angerufen oder auf dem Anrufbeantworter angefragt, ob man nachmittags arbeiten könne. Diese Rufbereitschaft wurde natürlich nicht bezahlt. Stand auch nicht im Vertrag. Bezahlung natürlich nicht nach Tarif, sondern 7.50€ / Stunde.
ansv 13.06.2018
3.
Zitat von the_masterIch habe als Schüler bei Kaiser's Tengelmann gearbeitet, und man wurde dann einfach angerufen oder auf dem Anrufbeantworter angefragt, ob man nachmittags arbeiten könne. Diese Rufbereitschaft wurde natürlich nicht bezahlt. Stand auch nicht im Vertrag. Bezahlung natürlich nicht nach Tarif, sondern 7.50€ / Stunde.
Sie vergleichen jetzt aber nicht ernsthaft einen Schülerjob mit dem Verdienen des Lebensunterhalts, oder? Oder hatten Sie tatsächlich finanzielle Verpflichtungen wie Miete oder Kinder? Es gibt da eine Modekette, die nur noch 20 Stunden im Vertrag fixiert, der Rest ist "Abruf". Da lassen Sie alles stehen und liegen, wenn sie "abgerufen" werden, denn sonst reicht das Geld am Monatsende nicht. Und wenn Sie mehrmals nicht erreicht wurden, wandern sie in der Anrufpriorität nach hinten, das wollen sie keinesfalls. Das ist übrigens auch so bei Uber und diesen Lieferdiensten - wer nicht erreichbar ist, ist weg vom Fenster. Abendessen und/oder Hausaufgaben mit den Kindern oder weg zum Job, das ist dann die Frage.
53er 13.06.2018
4. Großes Problem,
einfache Lösung. Wer ständig auf Bereitschaft ist, der sollte mindestens 1/3 Lohnplus für die Dauerbereitschaft erhalten, soll heißen: wer 15 Stunden in der Woche gearbeitet hat und dafür in Wartestellung ständig zur Verfügung stehen musste, sollte für 20 Stunden Arbeit entlohnt werden. Frei nach dem Motto: Was nichts kostet ist auch nichts wert. !/3 mehr Lohn müsste die Dauerbereitschaft dem Arbeitgeber schon wert sein.
Rainer Carstens 13.06.2018
5. nicht nur dort
Fragen Sie mal in Pflegeheimen nach wieviele dort geteilte Dienste machen müssen. Morgens mal ein paar Stunden , mittags und abends auch. Fahrten zur Arbeit kann man trotzdem nur einmal abrechnen, glaubt ja kein Finanzbeamter, daß man 3 -4x täglich zur Arbeit fährt
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