Microsoft Ex-Mitarbeiterin klagt wegen sexueller Diskriminierung

Eine ehemalige Angestellte hat Microsoft verklagt, weil sie sich als Frau systematisch benachteiligt fühlt. Sollte sie Erfolg haben, könnten weitere Mitarbeiterinnen nachziehen.

Mitarbeiter vor der Microsoft-Zentrale in Redmond: Sind Männer bei dem Konzern im Vorteil?
AP

Mitarbeiter vor der Microsoft-Zentrale in Redmond: Sind Männer bei dem Konzern im Vorteil?


Microsoft muss sich in den USA einer möglichen Sammelklage wegen angeblicher Benachteiligung seiner Mitarbeiterinnen stellen. Eine frühere Angestellte reichte die Klage am Mittwoch ein. Sie wirft Microsoft vor, bei Beförderungen übergangen worden zu sein und schlechtere Beurteilungen als ihre männlichen Kollegen erhalten zu haben.

Die Klägerin hatte seit 2007 für Microsoft gearbeitet, im vergangenen Jahr kündigte sie ihren Job jedoch. Sie habe sich mit ihren Beschwerden im Unternehmen nicht ernst genommen gefühlt. Zudem habe sie von einem männlichen Vorgesetzten schlechte Noten bekommen, nachdem sie ihn der sexuellen Belästigung beschuldigt hatte, schreibt das "Wall Street Journal".

Microsoft-Chef Satya Nadella wurde im vergangenen Jahr heftig kritisiert, als er sagte, Frauen in der Technologiebranche sollten nicht nach Gehaltserhöhungen fragen. Stattdessen sollten sie darauf vertrauen, dass sie gerecht entlohnt würden. Später entschuldigte er sich für diese Äußerungen und erklärte, Microsoft bezahle seine männlichen und weiblichen Mitarbeiter gleich.

Die Klage ist offenbar die erste dieser Art gegen den 117.000 Mitarbeiter starken US-Konzern. Sollte sie Erfolg haben, könnten weitere Angestellte nachziehen. Microsoft war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

mim/rtr

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