Wach in die Woche Kickstart gegen den Montagmorgen-Blues

Der Schädel dröhnt, eine neue Woche beginnt, aber für Arbeit ist es doch noch viel zu früh... Manchmal fühlt sich ein Montagmorgen schlimm an. Erfolgreiche Gründer verraten, was sie in Schwung bringt: Hier sind sieben Tipps.

Morgens immer müde? Dieser Kollege auch.
Corbis

Morgens immer müde? Dieser Kollege auch.

Von


"Have to catch an early train
Got to be to work by nine
And if I had an Aeroplane
I still couldn't make it on time

It's just another manic Monday ...

30 Jahre ist es her, dass die amerikanischen Bangles mit ihrer Anti-Montag-Hymne "Manic Monday" die Charts stürmten. Seitdem ist viel passiert. Musikkassetten verschwanden, das World Wide Web wurde erfunden, Telefone wurden erst mobil und dann smart. Was blieb: das miese Gefühl, das viele Menschen mit dem Montag verbinden.

Google bietet zum Suchbegriff monday morning blues satte zehn Millionen Suchergebnisse. Einer der ersten Treffer ist ein Minions-Cartoon: "Keep calm and pretend it's not monday" - bleib ruhig und tu' so, als sei gar nicht Montag.

Das muss doch auch anders gehen. Wie gelingt ein optimistischer Start in die Woche? Mit einem selbst zubereiteten Siegerfrühstück, mit Hantelstemmen oder Schwimmen in den Sonnenaufgang?

Wir haben sieben erfolgreiche Gründer gefragt, wie sie am Montagmorgen in Schwung kommen. Die eine fängt schon sonntags mit den Vorbereitungen an, der andere lässt sich vom Personal Trainer antreiben, eine will morgens aufs Blumengießen nicht verzichten, die nächste auf Musik. Aber sehen Sie selbst:

Sieben Tipps für einen guten Start in die Woche
Per Twitter verkünden, dass man aufgestanden ist

Sina Trinkwalder beschäftigt in ihrer Manufaktur manomama Menschen, die am Arbeitsmarkt keine Chance haben – und twittert jeden Morgen, dass sie wach ist.

"Ich stelle nie einen Wecker. Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme meinen Mitmenschen gegenüber: Ich bin sonst schrecklich schlecht gelaunt. Mein Tag beginnt also irgendwann zwischen 6 und 10 Uhr, je nachdem, wann ich aufwache. Und dann kommt: 'Guten Morgen, erst mal Kaffee.' Diesen Satz twittere ich seit 2009 jeden Morgen, an 365 Tagen im Jahr. Das ist das Signal: Ich bin wach, jetzt kann man mich ansprechen. Und erstaunlicherweise halten sich auch alle daran, selbst Geschäftspartner warten auf meinen Tweet, bis sie anrufen. Für meine Mitarbeiter gilt diese Regel allerdings nicht. Für sie bin ich immer erreichbar, auch am Wochenende. Sorgen richten sich schließlich nicht nach Arbeitszeiten. Wenn mich jemand braucht, besuche ich ihn auch zu Hause, egal, wie spät es gerade ist. Nur eines ist für mich undenkbar: ohne Kaffee in den Tag zu starten."

Den Erfolg vorbereiten – am Sonntagabend

Konstantin Guericke ist Mitgründer von LinkedIn und berät für die Investorenfirma Earlybird deutsche Start-ups beim Sprung in die USA. Er sortiert morgens Notizzettel.

"Als Erstes nehme ich morgens die Notizen zur Hand, die ich kurz vor dem Einschlafen neben den Wecker gelegt habe. Ich notiere alles, was mir nach Ausmachen des PCs einfällt: Manchmal kommen mir Ideen beim Zähneputzen oder mir fällt etwas ein, was ich vergessen habe. Die Notizen übertrage ich in eine E-Mail, meinen Kalender oder ein Dokument. Dann scanne ich fünf Minuten lang meine E-Mail-Inbox, um zu gucken, ob unbedingt etwas sofort beantwortet werden muss. Damit ich es später nicht bei der Arbeit vergesse, frühstücke ich - meist Haferflocken mit Milch und Rosinen. Dann beginnen meine Meetings, bei denen ich in der Regel mit den Teilnehmern wandere."

Sich erden mit Erde

Claudia Helming ist Gründerin des Selbstmach-Portals DaWanda - und beginnt ihren Arbeitstag mit Blumengießen.

"Während morgens meine Espressomaschine heizt, kümmere ich mich um meine Pflanzen, vor allem die auf meinem Balkon. Das erdet und entspannt - ein super Start in den Tag. Danach nehme ich mir mit einem Kaffee eine halbe Stunde Zeit, um die DaWanda-Statistiken zu checken und News zu lesen. Dieses Monitoring ist wichtig, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend reagieren zu können."

Schwitzend in die Woche starten

Georg Petschnigg ist Gründer des Entwicklerstudios FiftyThree, das hinter der Zeichenblock-App "Paper" steckt. Er trainiert mit einem Personal Trainer.

"Mein Montagmorgen startet mit einem selbstgemachten Caffè Latte mit Kaffee aus Seattle. Das macht mich munter und gibt mir das Gefühl, mit meinem Team in Seattle verbunden zu sein. Dann schreibe ich mit der Paper-App eine To-do-Liste auf dem iPad. Die Listen helfen mir zu visualisieren, was an diesem Tag das Wichtigste ist. Montagfrüh startet außerdem mein Sportprogramm. Mein Tipp an alle Gründer: Nehmt Euch einen Personal Trainer! Ich habe früher oft gedankenversunken auf einer Parkbank gesessen, statt zu rennen. Jemanden zu haben, der einem hilft, fokussiert zu bleiben, ist der Schlüssel zum Erfolg."

In die Pedale treten

Julia Bösch ist Gründerin von Outfittery, einem Dress-Service für Modemuffel. Sie rast mit dem Rennrad zur Arbeit.

"Ich bin ein absoluter Nachtmensch, mein Team wundert sich schon lange nicht mehr, wenn von mir nachts um 3 Uhr E-Mails kommen. Weil wir montags unser großes Teammeeting haben, muss ich spätestens um 9 Uhr topfit im Büro sein. Das heißt für mich um halb acht aus den Federn, duschen, schwarzen Kaffee trinken - und dann mit dem Rennrad im Eiltempo durch die Stadt. Das ist für mich wie ein Frische-Kick und deshalb ein super Start in die Woche. Mit Kurierfahrern liefere ich mir schon mal Rennen – aber die sind meist fitter. Nur wenn es in Strömen regnet oder Schnee liegt, verzichte ich meinen morgendlichen Fahrradsprint."

Der Weg ist das Ziel: zu Fuß zur Arbeit

Philip Rooke ist CEO der T-Shirt-Druckerei Spreadshirt - und läuft montags einen Umweg ins Büro.

"Montags gibt es keinen 9-Uhr-Termin in meinem Kalender. Um vom Wochenend- in den Arbeitsrhythmus zu kommen, brauche ich vor allem viel frische Luft. Manchmal laufe ich zwei oder drei zusätzliche Runden im Stadtteilpark, so brauche ich dann 15 statt fünf Minuten zur Arbeit. Wenn ich bereits montags zu unserer Zentrale in Leipzig pendele, ist es etwas einfacher: Dort wartet am Hauptbahnhof mein Fahrrad und ich radele erst mal eine Viertelstunde. 9.15 Uhr, im Arbeitsmodus angekommen, checke ich ganz klassisch meinen Kalender und meine Evernote-Notizen, um die Prioritäten und Aufgaben der kommenden Tage zu überblicken. Die Woche kann losgehen!"

Mit HipHop in den Tag starten

Delia Fischer hat den Shopping-Club Westwing gegründet – und legt morgens erst mal Musik auf.

"Ich wäre sehr gern ein Mensch, der um 5 Uhr morgens gut gelaunt aus dem Bett springt, eine Stunde joggen geht und dann mit einem frisch gemixten Smoothie ins Büro radelt – bin ich leider nicht! Ich arbeite gerne abends länger und erledige lieber alles, bevor ich zu Bett gehe. Mein Montag beginnt deshalb eigentlich schon am Sonntagnachmittag, da plane ich die kommende Woche akribisch durch. Das dauert ein bis zwei Stunden, macht die gesamte Woche aber viel produktiver und entstresst den Montagmorgen unheimlich. Mein Wecker klingelt gegen sieben, als erstes checke ich meine E-Mails. Das ist ein verlässliches Rezept, um schnell wach zu werden. Dann stehe ich auf und mache Musik an – meistens HipHop. Ich kreiere ständig neue Playlists. Gerade morgens ist Musik wichtig für mich, das gibt einfach Energie."

Lauschangriff

Weitere Vorschläge für die Musik-Dröhnung
(aus dem Magazin SPIEGEL JOB)

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