Routinen nach dem Aufstehen Morgens besser rauskommen

Wer den Tag richtig beginnt, ist im besten Fall früher fertig. Klingt ambitioniert, kann aber tatsächlich funktionieren - mit der richtigen Morgenroutine. So finden Sie Ihren perfekten Start in den Tag.

Der perfekte Start in den Tag gelingt (manchmal)
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Der perfekte Start in den Tag gelingt (manchmal)

Von "Karrierebibel"-Autor Jochen Mai


Morgenroutine? Die meisten sind bereits froh, wenn sie mit halb geschlossenen Augen den ersten Kaffee des Tages schlürfen und dabei möglichst wenig gestört werden. Auch das ist natürlich Routine, doch mit einer nützlichen und durchdachten Morgenroutine hat es nur wenig gemeinsam.

Was ist eine Morgenroutine überhaupt?

Kurz gesagt ist eine Morgenroutine Ihr selbst und bewusst gestalteter Ablauf der ersten Stunden eines Tages. Und zwar eines jeden Tages, bis es zur Gewohnheit wird.

Dabei zeichnet sich eine gute Morgenroutine durch verschiedene Faktoren aus.

  • Sie ist selbst gewählt.
  • Sie wird gezielt gestaltet.
  • Sie wird täglich umgesetzt.
  • Sie bringt positive Effekte mit.
  • Sie ist auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt.
  • Sie wird langfristig beibehalten.

Vor allem die Anpassung an eigene Bedürfnisse ist besonders wichtig. So muss eine Morgenroutine nicht gleich mehrere Stunden dauern. Nicht jeder hat so viel Zeit, die er verplanen kann. Die Dauer Ihrer Morgenroutine und der morgendlichen Abläufe richtet sich ganz allein danach, wie viel Zeit Ihnen zur Verfügung steht und wie viel Sie davon für eben diese Routine nutzen wollen.

Das Phänomen der Morgenroutine und die damit verbundenen positiven Effekte sind inzwischen auch in der Wissenschaft angelangt: "Normalerweise haben wir ein Zeitfenster von ungefähr drei Stunden, in denen wir wirklich fokussiert sind", sagte Sozialpsychologe Ron Friedman in der "Harvard Business Review": "Wir sind zu dieser Zeit in der Lage zu planen, scharf nachzudenken, gut zu reden."

Die ersten drei Stunden nach dem Aufstehen. Die Zeit, in der wir durch den Schlaf einen Energieschub bekommen haben. Fehlt eine Morgenroutine, bleibt diese besonders wichtige Zeit des Tages einfach ungenutzt und verpufft.

Wie können Sie Ihre individuelle Morgenroutine finden?

Wie genau die Morgenroutine aussieht, mit der Sie persönlich die meisten Zeit sparen oder den größten Produktivitätsschub für Ihren Tag erhalten, kann sehr individuell sein. Der perfekte Start in den Tag sieht für jeden Menschen ein wenig anders aus. Kaffee oder Tee? Sport oder lieber zur Ruhe kommen? Schon um 5 aufstehen oder erst die Zeit ab 7 Uhr nutzen? Je detaillierter es wird, desto unterschiedlicher werden die Präferenzen.

Allerdings sind dies nur einige Beispiele, die Sie in Ihre Morgenroutine aufnehmen können. Um Ihren individuellen Ablauf zu finden, stehen Ihnen zahlreiche Optionen offen. Zur Inspiration und für einen besseren Überblick haben wir häufige und beliebte Morgenrituale aufgelistet:

  • Früher Aufstehen
  • Ausgiebig Frühstücken
  • Sportliche Aktivität
  • Ein Glas Wasser trinken
  • Kaffee oder Tee zubereiten
  • Dehn- oder Muskelübungen
  • Musik oder Radio hören
  • Smartphone bewusst auslassen
  • Zeit für Kreativität und Inspiration
  • Keine E-Mails lesen
  • Die Zeitung oder ein Buch lesen
  • Dankbarkeit praktizieren
  • Meditation und Selbstreflexion
  • Erfolgstagebuch führen
  • Tagesplanung und Vorbereitung
  • Tasche und Unterlagen zusammenräumen und packen
  • Ein Spaziergang mit dem Hund
  • Erledigung erster kleiner Aufgaben des Tages

Tipps für eine erfolgreiche Morgenroutine

Oberste Maxime: Erledigen Sie das Wichtigste zuerst. Sie beginnen morgens mit der Aufgabe, die auf Ihrer To-do-Liste höchste Priorität hat und arbeiten sich dann immer weiter vor. Ihre Kreativität, Energie, Leistungskraft ist jetzt, direkt nach dem Aufstehen, am größten. Warum also für nebensächliche Nichtigkeiten verschwenden? Fokus halten!

Helfen kann dabei auch die 90-90-1-Regel von Buchautor Robin Sharma. Sie besagt: Widmen Sie sich in den nächsten 90 Tagen in den jeweils ersten 90 Minuten Ihres Arbeitstages ausschließlich dem Projekt, das Ihnen die größten Perspektiven eröffnet. Nur diesem einen. Sonst keinem, basta.

Ablenkungen

Ihr Handy ist tabu, wenn Sie die Morgenroutine für Produktivität nutzen wollen. Sie checken NICHT Ihr E-Mail-Postfach (kein einziges Mal), spielen nicht mit Social Media herum, lesen noch nicht mal die Nachrichten im Netz. Keine Ablenkungen zulassen! Das verschieben Sie alles auf später.

Einmal abgelenkt, fällt es sehr schwer, wieder in den produktiven und konzentrierten Status zurückzukommen. Bringen Sie sich erst gar nicht in Versuchung, sondern lassen Sie das Smartphone beiseite, den Fernseher aus und auch beim Radio sollten Sie allenfalls zur Hintergrundmusik greifen, um nicht abgelenkt zu werden.



insgesamt 48 Beiträge
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Seite 1
abcz 18.02.2019
1. Auf einem Smartphone Buch lesen
Ich verstehe diese Pauschalisierungen nicht wegen „Smartphone weglassen“ stattdessen ein Buch lesen. Ich lese Bücher hauptsächlich auf einem Smartphone. In wie weit ist es schlechter als auf dem Papier zu lesen? Ich finde nicht das ein Medium eine Rolle spielt, sondern Inhalte, die man darauf konsumiert.
dasfred 18.02.2019
2. Selten war ein Ratgeber so überflüssig
Die erste Zeit nach dem Erwachen startet nun mal jeder nach eigenem Gusto. Bei hat ein ausgiebiges Frühstück nur zur Folge, dass ich mich für eine Stunde wieder ins Bett lege. Das heißt, wenn ich früh viel zu erledigen habe, besteht mein Frühstück aus Kaffe und Zigarette. Später noch ein Apfel. Für mich ist der Fernseher als Hintergrund unverzichtbar. Der bringt schon mal Leben in die Wohnung. Bei anderen ist es umgekehrt. Die wollen morgens nix hören und sehen. Und zur 90,90,1 Regel. Wieviel Prozent der Bevölkerung haben ein Projekt, das sie unbedingt in aller Frühe bearbeiten müssen. Ich schätze, weit weniger, als eins. Es ist wichtiger, wo immer möglich, sein Pensum an den Biorhythmus anzupassen. Das bringt über den Tag mehr.
Celegorm 18.02.2019
3.
Der ganze Artikel ist völlig widersprüchlich: einerseits soll zwar die produktive Phase möglichst maximal genutzt werden, andererseits werden aber für die "richtige" Morgenroutine nur weitgehend unproduktive Wohlfühl-Aktivitäten vorgeschlagen. Wie genau soll man denn nach dem Aufwachen derart produktiv sein wenn man erst einmal Frühsport macht, "Dankbarkeit praktiziert" (?!), ausgiebig frühstückt und dabei maximal Zeitung aber bloss keine Mails liest? Zumal es eher rätselhaft ist, wieso das Zeitungslesen förderlich, Online-News aber schädlich sein sollen. Alles in allem also ziemlich konfus und voller Gedankenfetzen, die nicht zu Ende gedacht sind. Der Autor war wohl selber nicht ganz ausgeschlafen, als er dieses Sammelsurium halbgarer Pseudoweisheiten zu Papier brachte. Und dabei ignoriere ich mal noch grosszügig, dass nicht alle Menschen ihren Aktivitätshöhepunkt zur gleichen Zeit haben und darum nicht alle am frühen Morgen am produktivsten sind. Ebenso dass eine Morgenroutine wenn schon am Abend bzw. in der Nacht beginnt, nämlich mit quantitativ und qualitativ ausreichend Schlaf, sonst ist alles darauf folgende am Morgen eh für nichts..
m.morgentau 18.02.2019
4. Konfuser Artikel
Die ersten drei Stunden des Tages, in denen wir wirklich fokussiert sind, verpuffen ohne Morgenroutine? Verstehe ich nicht. Besteht Morgenroutine nun daraus, sich auf den Tag vorzubereiten (Körper und Geist zu pflegen, bis man zu seinem Gelderwerb aufbrechen muss) oder soll ich meine volle geistige Leistungskraft direkt in die Arbeit stecken? Mit kürzester Morgenroutine (anziehen, Zähne putzen, Tasche packen) sind bei mir trotzdem schon zwei Stunden seit dem Aufstehen vergangen, bis ich überhaupt im Büro sitze. Dann bin ich also nur noch eine Stunde auf der Höhe meiner geistigen Leistungskraft. “Oberste Maxime: Erledigen Sie das Wichtigste zuerst. Sie beginnen morgens mit der Aufgabe, die auf Ihrer To-do-Liste höchste Priorität hat“: Das wäre dann wohl Anziehen und Zähneputzen.
Thelastknight 18.02.2019
5. Danke! Danke!
Spiegel "online" lesen gehörte bisher zu meiner Morgenroutine... Aber wie ich nun überraschend feststellen musste ist daran so ziemlich alles falsch... Also ein Artikel der einen dazu auffordert das eigene Produkt in den Müll zu hauen ist sicherlich die neueste Methode Leser zu gewinnen bzw. zu behalten :-) Das erinnert mich an den Spruch "Wer das liest ist doof" :-)) PS : sehr guter Kommentar auch von "Celegorm"! Danke dafür! (Also Dankbarkeit voll praktiziert).
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