Indien Polizisten fälschen Everest-Gipfelfotos - und werden entlassen

Stolz zeigten zwei indische Polizisten Fotos von sich auf dem Gipfel des Mount Everest. Nun kam heraus: Sie waren nie oben. Die Lüge kostete sie ihren Job.

Die beiden Polizisten nach ihrer angeblichen Gipfel-Besteigung
RamShindeOffice/twitter

Die beiden Polizisten nach ihrer angeblichen Gipfel-Besteigung


Zwei indische Polizisten sind vom Dienst entlassen worden, weil sie sich ihre Gipfelbesteigung des Mount Everest nur ausgedacht haben. Die Polizisten, ein Ehepaar aus der Stadt Pune, hatten im Mai vergangenen Jahres behauptet, den 8848 Meter hohen Berg erfolgreich erklommen zu haben und legten Gipfelfotos vor.

Doch schon rasch gab es Zweifel an der Echtheit der Bilder. Interne Ermittlungen hätten die Fälschung bestätigt, teilte die Polizei mit. Die Beamten seien vom Dienst entlassen worden. Der Grund: Die beiden hätten irreführende Informationen verbreitet und so die Polizei in Verruf gebracht. "Als wir sie fragten, warum sie das taten, gab es keine zufriedenstellende Antwort", so ein Polizeisprecher.

Ein mögliches Motiv laut BBC: Viele Everest-Bezwinger bekommen lukrative Jobs als Motivationsredner oder Autoren angeboten.

Die vermeintlichen Bergsteiger waren aufgeflogen, nachdem ein Kletterer aus Südindien klarstellte, dass die Bilder ihm gehörten und mit Photoshop bearbeitet worden waren. Die angeblichen Beweisfotos zeigen Menschen mit jeweils unterschiedlichen Schuhen, Jacken und Hosen. Normalerweise tragen Bergsteiger dieselbe Ausrüstung.

Ein weiteres Indiz: Die beiden Polizisten waren verdächtig schnell zurück vom Gipfel des Mount Everest, um ihren Erfolg bei einer Pressekonferenz zu feiern. Experten sind sich sicher, dass sie den Abstieg niemals in so kurzer Zeit hätten schaffen können.

Nepals Tourismusministerium hatte bereits im vergangenen Jahr eine Untersuchung gegen die unehrlichen Polizisten eingeleitet. Die Behörden des Himalaya-Staats verhängten ein zehnjähriges Kletterverbot gegen die Inder. Auch das Zertifikat, das die beiden für die vermeintliche Besteigung erhalten hatten, wurde ihnen aberkannt.

koe/dpa



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