Arbeitsrecht Wann Angestellte dem Chef die Handynummer geben müssen

Am Wochenende, spät abends oder im Urlaub: Müssen Angestellte immer für die Firma erreichbar sein? Nein. Aber es gibt Ausnahmen.

Smartphone (Symbolbild)
DPA

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In manchen Berufen ist es wichtig, dass Arbeitnehmer auch außerhalb ihrer Arbeitszeit erreichbar sind. Das betrifft nicht nur Ärzte, sondern etwa auch IT-Fachkräfte oder Mitarbeiter im Gesundheitsamt.

Nicht jeder möchte unbedingt seine private Handynummer herausgeben, um für den Vorgesetzten erreichbar zu sein. Aber müssen Arbeitnehmer das?

Das ergibt sich meist aus den Pflichten, die im Arbeitsverhältnis festgeschrieben sind, sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Ist im Arbeitsvertrag geregelt, dass der Mitarbeiter innerhalb bestimmter Zeiten erreichbar sein muss, komme er um die Herausgabe seiner privaten Handynummer meist nicht herum, sagt Meyer.

Der Mitarbeiter müsse sicherstellen, dass er "in einer Zeit von meist wenigen Minuten" zu erreichen ist. Das klappt oft nur unter der privaten Handynummer. "Es sei denn, der Arbeitnehmer kann belegen, dass er immer auch unter seiner Festnetznummer anzutreffen ist."

Und was gilt für Arbeitnehmer, die keine Bereitschaftsdienste leisten? Die müssen dem Arbeitgeber ihre private Handynummer laut Meyer in der Regel nicht geben.

Um die Nummer zu erfahren, müsse der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse nachweisen. Dies könne sein, wenn der Arbeitgeber darlegen kann, dass ein Mitarbeiter erreichbar sein muss - etwa wenn es eine Störung gebe und nur der Mitarbeiter diese Störung beseitigen könne.

cop/dpa

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