Neuer Lehrberuf Deutsche Firmen bilden künftig Onlinehändler aus

Der Internethandel boomt seit Jahren - nun reagiert auch die Ausbildungsbranche darauf. Von Mittwoch an können sich Lehrlinge in Deutschland zu Onlinehändlern ausbilden lassen.

Auszubildender an einem Computer (Symbolbild)
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Auszubildender an einem Computer (Symbolbild)


Onlineshops einrichten, Produkte möglichst gewinnbringend verkaufen, mit Kunden kommunizieren: Am Mittwoch startet ein neuer Ausbildungsberuf, der all das vermitteln will. "Kaufmann oder Kauffrau im E-Commerce" ist seit zehn Jahren der erste neue kaufmännische Ausbildungsberuf, teilte das Bundesinstitut für Berufsbildung mit.

Die Ausbildung sei "auf den boomenden Markt des Onlinehandels und die daraus entstehenden Tätigkeitsfelder zugeschnitten", hieß es von der Kultusministerkonferenz (KMK), ein Gremium der Bildungsminister aller Bundesländer. Die KMK hat den Rahmenlehrplan für den neuen Ausbildungsberuf erarbeitet.

Für die dreijährige, duale Ausbildung in Industrie und Handel ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Interessierte können sich bei Betrieben bewerben, die reine Onlineshops oder auch zusätzlich Läden unterhalten - und ausbilden.

Bei den Bewerbern seien analytisches sowie kaufmännisches Denken, aber auch Kommunikationsfähigkeit und Kontaktbereitschaft gefragt, heißt es auf der Seite "Berufenet" der Arbeitsagentur. Gute Kenntnisse in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch und Wirtschaft seien ebenfalls vorteilhaft.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit verdienen angehende Kaufleute im E-Commerce im ersten Ausbildungsjahr zwischen 630 bis etwa 800 Euro. Im dritten Jahr bekommen sie zwischen 810 und 1020 Euro. Der Handelsverband Deutschland geht von mehr als 1000 Onlinehandel-Azubis in diesem Jahr aus. Bundesweit begannen im vergangenen Jahr insgesamt eine halbe Million Menschen eine Ausbildung.

Ausgebildete Onlinehändler können etwa in Unternehmen des Einzel-, Groß- und Außenhandels arbeiten, die Internetshops betreiben oder bei Herstellerbetrieben, die ihre Produkte online verkaufen. Aber auch in Touristikunternehmen, die Reisen und Flüge im Internet anbieten, sowie bei Logistik- und Mobilitätsdienstleistungsbetrieben gibt es für angehende Kaufleute im E-Commerce Jobchancen.

Video: Gezielte Abzocke - Abmahn-Horror für Online-Händler

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lov/dpa

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