Häuser zum Schnäppchenpreis Neuseeländisches Kaff lockt Brexit-Briten an

Ein kleiner Ort in Neuseeland lockt Arbeitskräfte in die Einöde: Er bietet sehr günstige Häuser zum Kauf. Tausende Menschen fragen nach, darunter viele Brexit-geschüttelte Briten.

Der Bezirk Clutha in Neuseeland
UIG via Getty Images

Der Bezirk Clutha in Neuseeland


In dem neuseeländischen Ort Kaitangata leben rund 800 Menschen. Hier gibt es grüne Täler, Flüsse, Seen und viel frische Luft. Doch Kaitangata hat ein Problem: Dem Ort fehlen bis zu tausend Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, dem Kohlebergwerk, in Sägewerken und in Fabriken für Milchprodukte.

Um die Misere in den Griff zu bekommen, hatte der Bürgermeister des Bezirks Clutha, Bryan Cadogan, eine außergewöhnliche Idee: Um Arbeitskräfte anzulocken, bot die Kleinstadt Haus und Grund für jeweils 230.000 neuseeländische Dollar an, umgerechnet rund 147.000 Euro - angesichts eines landesweiten Durchschnittspreises von 577.000 Dollar ein attraktiver Preis.

Nun sind in dem kleinen Ort Tausende Bewerbungen aus aller Welt eingetrudelt. "Wir wurden überschüttet", sagte Cadogan dem "Guardian". Mehr als 5000 Anfragen für eines der acht Häuser in Kaitangata seien auf seinem Anrufbeantworter.

Mehrere Tausend weitere Nachrichten kamen per E-Mail oder über soziale Netzwerke. Auch der Andrang auf die Website der Kommune sei riesig. "Es ist einfach phänomenal. Wir wissen noch gar nicht, wie wir damit umgehen sollen. Darauf sind wir nicht vorbereitet." Am Montag solle über die Anfragen beraten werden.

Anwohner berichteten, dass sie viele Zuschriften aus Syrien, Polen, den USA und Großbritannien bekämen. Von den Briten würden viele den Brexit als Grund dafür angeben, dass sie in den Süden Neuseelands auswandern wollten, heißt es in dem Artikel weiter. Der Bürgermeister versicherte: "Wir heißen jeden willkommen."

Auch Landwirt Evan Dick verspricht nur Gutes: "Wir schließen unsere Häuser nicht ab, wir lassen unsere Kinder frei herumrennen. Wir haben Jobs, wir haben Häuser, nur nicht genug Leute."

fok/afp



insgesamt 10 Beiträge
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curulin 01.07.2016
1. Qualitätsjournalismus
Ich habe vor einigen Tagen den Originalartikel im Guardian gelesen. Die Ausschreibung richtete sich an Neuseeländer, man wollte damit vor allem Städter aus Wellington und Christchurch aufs Land locken. Dass Bewerbungen aus aller Welt eingingen lag eben an diesem Guardian-Artikel. Von daher ist die Überschrift "Neuseeländisches Kaff lockt Brexit-Briten an" völliger Humbug und zeigt, dass da jemand entweder den Artikel nicht richtig gelesen hat oder es ist ein Clickbait und man verdreht deswegen vorsätzlich die Tatsachen.
kai kojote 01.07.2016
2.
Puh, 1000 Leute in 8 Häuser zu stopfen, da hat sich der Bürgermeister ja was vorgenommen. Aber endlich mal Politik, die rational handelt. Ich bin mir sicher, die 8 günstigen Häuser werden in nu dafür Sorgen, dass alle 1000 offenen Stellen im nu belegt sein werden.
thequickeningishappening 02.07.2016
3. Hoert sich an wie 1001 Nacht
Wenn die keine Leute finden, so wird Das sicher seine Gruende haben. Neuseeland hat bisher immer seinen Ueberschuss an qualifizierten Arbeitskraeften nach Australien exportiert. Wenn das Angebot keinen Haken hat (welche Jobs?Hoehe des Lohns?), fress ich nen Besen!
lotharbongartz 02.07.2016
4. Neuseeland
Wir sind vor fünf Jahren nach Neuseeland ausgewandert und ich bin jeden Tag dankbar dafür. Wie die meisten sind wir aber nach Auckland gezogen, Dort sind die Immobilienpreise inzwischen stark angestiegen, Andere Regionen liegen deshalb jetzt im Trend. Wunderbare Natur ist praktisch überall hier.
krygge 02.07.2016
5.
Man kann die Überschrift aber auch so lesen: "Brexit-Briten werden von Neuseeland-Kaff angezogen". Sinngemäß steht da nur, dass die Briten sich angezogen fühlen, nicht, dass dies beabsichtigt war.
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