Urteil in NRW Gericht bestätigt Mindestgröße für Polizisten

1,63 Meter und keinen Zentimeter weniger: Das ist die Mindestgröße für Polizisten in NRW. Einer Duisburgerin fehlten drei Zentimeter, sie wurde abgelehnt - zu Recht, entschied ein Gericht.

Polizeimütze aus NRW
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Polizeimütze aus NRW


Die einheitliche Mindestgröße von 1,63 Meter für Polizisten in Nordrhein-Westfalen ist laut Gerichtsurteil zulässig. Die Landesregierung hatte die Größe für Männer und Frauen im vergangenen Jahr neu festgelegt. Dies sei "sachgerecht und sehr nachvollziehbar", sagte Richter Andreas Müller vom Düsseldorfer Verwaltungsgericht bei der Urteilsbegründung am Dienstag (Aktenzeichen 2 K 766/18).

Die Klage einer 1,60 Meter großen Bewerberin aus Duisburg blieb damit erfolglos. Seine Mandantin sei sehr sportlich und habe bereits die Einstellungsverfahren bei der Bundespolizei sowie der Polizei in Niedersachsen und Hessen bestanden, argumentierte ihr Anwalt Thomas Pünder. Es sei daher nicht nachvollziehbar, wieso sie für den Polizeidienst in NRW ungeeignet sein sollte.

Das sah das Verwaltungsgericht anders: Das Land habe nachvollziehbar dargelegt, dass eine solche Mindestgröße auch zum eigenen Schutz der Polizisten sachgerecht sei. Die Mindestgrößen sind Ländersache. "Das können die Bundesländer halten, wie sie wollen. Wir sind ein föderaler Staat", so der Richter in Düsseldorf.

Keine Größenunterschiede mehr für Frauen und Männer

Bis zum vergangenen Jahr hatte es in NRW noch unterschiedliche Mindestgrößen für Männer (1,68 Meter) und Frauen (1,63 Meter) gegeben. Ein abgelehnter Bewerber hatte dagegen geklagt - und Recht bekommen. Der Zugang zum Polizeidienst dürfe "allein von Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung abhängen", hieß es im Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster im September 2017.

Die vom Land festgesetzte Mindestgröße für Polizistinnen von 1,63 Meter müsse auch für Männer gelten - denn ab dieser Größe gehe der Dienstherr von einer generellen "Polizeidiensttauglichkeit" aus. Das Land hatte die Mindestgröße daraufhin vereinheitlicht und neu begründet, nachdem zuvor auch eine 1,61 Meter große Bewerberin ihre Zulassung zum Auswahlverfahren erstritten hatte.

Immer wieder mussten sich Verwaltungsgerichte in den vergangenen Monaten mit den Einstellungsvoraussetzungen für Polizisten beschäftigten. Neben der Größe ging es dabei unter anderem auch um Tätowierungen und um die politische Einstellung.

him/dpa

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