Kellnerin auf dem Oktoberfest "Du darfst kein Schmerz- und kein Ekelgefühl haben"

Bandagen, Blasenpflaster und ein Stapel Wechselkleidung: Angela Hopper hat sich mit allem gewappnet und wochenlang trainiert, um 16 Tage Oktoberfest durchzustehen.

Angela Hopper
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Angela Hopper


Hunderte Liter Bier wird Angela Hopper Tag für Tag durchs Festzelt wuchten und dabei Dutzende Kilometer zurücklegen. "Als ich angefangen habe, konnte das kaum jemand fassen", erinnert sich die 25-Jährige an ihr erstes Oktoberfest als Kellnerin vor zwei Jahren. "Das schaffst du nie, haben sie gesagt". Denn die eher zierliche Frau ist 1,67 Meter groß und wiegt nur 54 Kilogramm.

Aber Eltern und Freunde irrten: Die 16 Tage im Festzelt habe sie lediglich mit schmerzenden Fußsohlen überstanden. "Ich wollte das unbedingt schaffen und hab mich vorbereitet. Mein Fitnesstrainer hat sich ein spezielles Training ausgedacht. Rumpf und Rücken, dazu Bizeps und Trizeps", sagt die Wiesn-Kellnerin. Auch die Beine wurden trainiert, denn aus der Hocke stemmt sie die schweren Krüge in die Höhe. Wochenlang bereitete sich Hopper darauf vor.

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Nicht alle Kellner brauchen so eine gezielte Vorbereitung: Eine Kollegin sei etwa ehemalige Profi-Skifahrerin. "Zwei Meter groß, ein ganz anderer Typ als ich. Die trägt schon mal 14 Maß Bier auf einmal." Sie selbst belasse es bei acht Krügen - gefüllt wiegt jeder einzelne mehr als zwei Kilo. "Wir haben auch Kellnerinnen dabei, die sind weit über 60", erzählt Claudia Neuhofer, die den Service im Festzelt leitet.

Drei Tage lang Fieber

Hopper arbeitet in einem Vierer-Team. Falle eine von ihnen aus, sei das eine Katastrophe. "Letztes Jahr war im Zelt eine heftige Grippewelle. Ich hatte drei Tage richtig Fieber. Das schlaucht dann irre, aber man kann das Team nicht hängen lassen - zu dritt würden wir das nie schaffen." Wenige Tage vorm Anstich habe sie sich zudem in einer Apotheke mit Bandagen, Blasenpflastern und Schmerztabletten eingedeckt.

"Du musst hart im Nehmen sein", so beschreibt es Angela Hopper. "Du darfst kein Müdigkeitsgefühl haben, kein Schmerz- und kein Ekelgefühl." Vergangenes Jahr habe sich zum Beispiel ein Gast auf sie übergeben - sie habe sich schnell umgezogen und weitergemacht.

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Linda Vogt/dpa/lie



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