Streit um Betriebsratswahl bei Playmobil Zoff in Zirndorf

Darf eine Firma die Betriebsratswahl durch einen Sicherheitsdienst überwachen lassen? Ja, sagt der Hersteller der Playmobilfiguren - während die Gewerkschaft dem Unternehmen Wahlbeeinflussung vorwirft.

Playmobil-Figuren bei einer Ausstellung im Jahr 2014
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Playmobil-Figuren bei einer Ausstellung im Jahr 2014


Normalweise grinsen Playmobilmännchen unerschütterlich. Doch beim Hersteller der Figuren, Geobra Brandstätter, herrscht gerade Zoff: Mitarbeiter des Unternehmens haben am Dienstag ihren neuen Betriebsrat gewählt - und wurden dabei im Auftrag der Geschäftsleitung von einem Sicherheitsdienst überwacht.

Während der Wahl seien im Wahllokal Zirndorf unangekündigt zwei Security-Männer aufgetaucht, außerdem vier weitere Personen, die sich als "Wahlbeobachter" ausgaben, zitiert der "Bayerische Rundfunk" Vertreter der IG Metall. Schon seit Beginn der Betriebsratswahlen sei es zu Störungen gekommen: Am Montag seien Beschäftigte in einem der Playmobil-Werke sogar fotografiert worden, heißt es in dem Bericht.

Dass Sicherheitskräfte im Werk Zirndorf eingesetzt wurden, bestätigte ein Firmensprecher. Grund dafür sei, dass es am Vortag zu Auseinandersetzungen zwischen Bewerbern unterschiedlicher Listen gekommen sei. Kandidaten hätten sich gegenseitig mit Gewalt und Strafanzeigen gedroht. Um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, habe die Firmenleitung schließlich einen Sicherheitsdienst angeheuert, so der Sprecher.

Den Vorwurf der IG Metall, die Firmenleitung wolle mit dem Einsatz des Sicherheitsdienstes und von firmeninternen "Wahlbeobachtern" die Betriebsratswahl beeinflussen, wies er zurück. Die Firmenleitung habe die Wahl weder behindert noch beeinflusst.

Das sieht die IG Metall anders. Für die ordnungsgemäße Durchführung der Betriebsratswahl sei allein der Wahlvorstand verantwortlich, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. Bis am Mittwoch kann noch gewählt werden, am Donnerstag findet dann die öffentliche Auszählung der Stimmen statt.

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him/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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niewieda 28.06.2016
1. Fürsorge
Hoffentlich lässt die Firmenleitung die gleiche "Fürsorge" gegenüber den Mitarbeitern und dem neuen Betriebsrat walten, wenn es um die Durchsetzung derer Rechte aus dem BetrvG (Betriebsverfassungsgesetz) und anderer Gesetze geht.
Bobby Shaftoe 28.06.2016
2.
Wenn die Gewerkschaftsbonzen solche Vorwürfe erheben, warum stellen sie dann nicht einfach Strafanzeige gegen den Vorstand?
frank57 28.06.2016
3. So ist
es in diesem Land! Betriebsräte werden gegängelt und diskriminiert!
pirx64 29.06.2016
4. #3
Frage : Hat es die Handgreiflichkeiten zwischen den Vertretern verschiedener Listen gegeben? Wenn ja, dann möchte ich als Wähler auch, dass für Ruhe gesorgt wird.
ali71 29.06.2016
5. Glaubwürdigkeit
ist nicht Sache der Gewerkschaften. Wenn diese sich wie im vorliegenden Fall medial äußern, steht nicht nicht das Interesse der Mitarbeiter des Unternehmens im Vordergrund, sondern ihr eigenes. Wahrscheinlich paßt der Gewerkschaft eine andere Meinung nicht und dann wird mit der Floskel "Behinderung der Betriebsratsarbeit" Stimmung gemacht. Gewerkschaften kann man leider nicht mehr glauben-lieber Arbeitgeber, die Arbeitsplätze anbieten.
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