Profi-Fußballerinnen Und was machen Sie so beruflich?

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Teilzeitbeamtin Kerstin Garefrekes - in der Ruhe liegt die Kraft


dapd

Kerstin Garefrekes (Jahrgang 1979), Mittelfeld, Rückennummer 18

Verein: 1. FFC Frankfurt

  • Was bisher geschah:

Sie zählt zu den längsten (1,79) und erfahrensten (126 Länderspiele) Spielerinnen, brillierte schon beim WM-Titel 2003 und nahm danach etliche weitere Siege mit. Früher spielte Garefrekes bei Vereinen in Steinbeck, Ibbenbüren und Rheine, seit sieben Jahren in Frankfurt. Was sie angeht, macht sie zuverlässig und konstant. Flink auf der rechten Außenbahn, torgefährlich, vielseitig - in der Nationalelf ist Kerstin Garefrekes seit vielen Jahren Stammkraft.

Wenn Lira Bajramaj das Glamourgirl im Team ist, dann ist Garefrekes der Gegenentwurf. Wie es sich für eine ordentliche Westfälin gehört, ist Rummel und Schnickschnack ihre Sache nicht. Ähnlich wie ihre Fahrensfrau Birgit Prinz hat Motorradfahrerin Garefrekes gern ihre Ruhe und pflegt auch ein ruhiges Hobby: Mit einiger Leidenschaft betreibt sie Geo-Caching, eine Art Schatzsuche und Schnitzeljagd durchs Gelände per GPS-Gerät.

  • Ausbildung/Beruf und Plan B:

Garefrekes setzte völlig andere Prioritäten als viele andere Fußballerinnen. Ihre Berufsausbildung war ihr stets wichtig. Nach dem Abitur in Ibbenbüren entschied sie sich für eine Beamtenlaufbahn im höheren Dienst. Sie absolvierte ein Studium an der Verwaltungs-Fachhochschule in Münster und arbeitete bis Ende 2004 als Stadtinspektorin beim Sozialamt Rheine, Schwerpunkt: Leistungsbewilligung bei Obdachlosen. Zur Sicherheit ließ Garefrekes sich vor dem Wechsel zum FFC freistellen, um später an ihren Arbeitsplatz zurückkommen zu können. In Frankfurt studierte sie bis 2008 Public Management, der Diplomarbeitstitel lautete "Strategisches Management im Vereinsfrauenfußball".

Für Kerstin Garefrekes, Spitzname KG, blieb der Fußball immer ein anspruchsvolles Hobby. "Ich lege Wert darauf, dass das nicht mein Beruf ist", sagte sie 2007 dem SPIEGEL. Unabhängigkeit ist ihr wichtig. Heute arbeitet sie in der Frankfurter Stadtkämmerei im Controlling fürs Dezernat Umwelt, "ohne Publikumsverkehr", mit einer flexiblen 21-Stunden-Woche. "Im Sport ist mein Verdienst zwar höher, aber das ist meine Zukunft", so Garefrekes. "Ich bin gut abgesichert, ich brauche nicht noch zusätzliche Werbeverträge: Mein Lebensziel ist es nicht, möglichst viel Geld zu verdienen. Die WM ist doch kein Schaulaufen. Ich will einfach nur gut Fußball spielen."

insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
rewerb 27.06.2011
1. Bernd Schröder....
ist doch kein notorischer Mäkler. Er hat nur einen ziemlih klaren Blick darauf, was im deutschen Fussball so alles schief läuft. Solche Leute brauchte es mehr, v.a. auch im Männerbereich.
entreotto 27.06.2011
2. Hallo , nicht der Rede wert
Zitat von sysopFür Deutschlands Nationalspielerinnen ist Fußball längst mehr als ein Hobby. Trotzdem haben fast alle eine Ausbildung, einen Zweitberuf,*oft auch einen Plan B für später. Guck mal, wer da kickt: 22 Steckbriefe von Bundeswehr bis Physiotherapie, von der Stadtkämmerin bis zur Fleischereifachverkäuferin. http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,770408,00.html
es gibt auch Weltmeisterschaften und DM im 100km Lauf, Leute, die neben Beruf noch 200km / Wo trainieren. Dagegen sind Fussballerinnen Faulpelze und eine Ausbildung hat heute fast jeder junge Mensch
Rodri 27.06.2011
3. ...
Uh, mir kommen die Tränen. In wirklich populären Mannschaftssportarten gibt es in unteren Ligen sehr viele Sportler, die viel mehr auf sich nehmen müssen, um ihrem Beruf nachzugehen und gleichzeitig ihren Sport auf hohem Niveau machen zu können. Und da kommen deutlich mehr 500 Zuschauer wie es bei der Frauen-Fußballbundesliga gibt... Mal ganz abgesehen von den armen Schluckern, die ständig bei Olympia antreten und denen auch nicht das Geld hinterher geworfen wird.
stesoell 27.06.2011
4. Oo
Zitat von entreottoes gibt auch Weltmeisterschaften und DM im 100km Lauf, Leute, die neben Beruf noch 200km / Wo trainieren. Dagegen sind Fussballerinnen Faulpelze und eine Ausbildung hat heute fast jeder junge Mensch
Dieses "fast" ist das besorgniserregende. Alles andere nur Fussball.
tomkey 27.06.2011
5. Schröter besser als Dietrich
Zitat von rewerbist doch kein notorischer Mäkler. Er hat nur einen ziemlih klaren Blick darauf, was im deutschen Fussball so alles schief läuft. Solche Leute brauchte es mehr, v.a. auch im Männerbereich.
Da geb ich Ihnen recht. Er benennt Fakten und Tatsachen ohne diese zu beschönigen. Deswegen "liebt" man ihn so beim DFB. Er ist ein Frauenfußball-Fanatiker im positiven Sinne, besser als FFC Boß Dietrich, der im Frauenfußball seine Gelddruckmaschine gefunden hat. Hier werden Artikel veröffentlicht, ohne den leisesten Schimmer davon zu haben. Wo sind die Schreiber, die sich wirklich mit Frauenfußball auskennen? Für den künstlichen Hype um die WM wird aber auch jeder Mist bei SPON veröffentlicht. Langsam reicht's.
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